Lawinenkommission zieht Bilanz

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Landkreis - Die Bilanz der Lawinenkommissionen im Landkreis über den vergangenen Winter fällt fast durchweg positiv aus. Lediglich die Verletzung eines Mitglieds gibt es zu beklagen.

Einmal im Jahr treffen sich die Lawinenkommissionen Aschau, Brannenburg und Oberaudorf/Kiefersfelden auf Einladung von Landrat Josef Neiderhell, um den vergangenen Winter Revue passieren zu lassen. Neiderhell bedankte sich bei allen Mitgliedern für deren ehrenamtlichen Einsatz: Wir müssen vorbereitet sein und das sind wir. Die Lawinenkommissionen sollten bestmöglichst ausgestattet sein, sagte der Landrat, ihm sei wichtig, dass niemand hinaufgehen müsse und sich selbst gefährde. Ganz besonders bedankte sich Neiderhell bei Klaus Winter, der 25 Jahre lang das Schneemessfeld bei der Soinhütte auf dem Wendelstein betreute und aus Altersgründen aufhörte.

Auf einen wechselhaften Winter mit Schnee, Regen und Sturmböen bis 120 Stundenkilometer blickte der Obmann der Lawinenkommission Aschau Rudi Angermaier zurück. Außergewöhnliche Ereignisse gab es nach seinen Angaben nicht. An fünf Tagen wurden 18 Sprengungen durchgeführt.

Ebenfalls keine Probleme hat es im vergangenen Winter im Zuständigkeitsbereich der Lawinenkommission Oberaudorf/Kiefersfelden gegeben. Nach Auskunft von Hans Berger musste einzig die Mühlauer Straße einmal für drei Tage wegen Lawinengefahr gesperrt werden. Ab diesem Winter wird der Zuständigkeitsbereich um die Gemeindestraße Grafenherberg – Waldkopfparkplatz erweitert. Die Straße war letzten Winter erstmalig von einer Lawine verschüttet worden.

Die Lawinenkommission Brannenburg, sie ist zuständig für die Skiabfahrt Wendelstein-Ost und die Trasse der Wendelsteinbahn, war elf Mal im Einsatz. An 15 Tagen, so berichtete Hans Vogt, musste die Skiabfahrt gesperrt werden, 60 Skibetriebstage wurden gezählt und 129 Sprengungen durchgeführt. Für mehr Sicherheit wird eine Lawinenverbauung unterhalb der Mitteralm sorgen, deren Aufbau in den nächsten Tagen abgeschlossen wird. Wegen des Unfalls eines Mitglieds der Lawinenkommission forderte Vogt zu überprüfen, ob der bestehende Versicherungsschutz noch zeitgemäß ist.

Vogt bedauerte ausdrücklich die Schließung der Wetterwarte auf dem Wendelstein. Die fehlenden Informationen machen eine Beurteilung der Lawinensituation am Wendelstein deutlich schwieriger. Die Auswertungen der automatischen Wetterstation auf dem Gipfel des Wendelsteins sind laut Vogt aufgrund der exponierten Lage der Messstation nicht zuverlässig. Er schlug deshalb vor, eine zweite Wetterstation in der Nähe der Soinhütte zu errichten. Aus dem Umweltministerium gibt es diesbezüglich erste positive Signale.

Bei der Tagung der örtlichen Lawinenkommissionen in Aschau beleuchtete Dr. Bernd Zenke von der Lawinenwarnzentrale Bayern die Situation im gesamten bayerischen Alpenraum. Er berichtete, dass Lawinenkommissionen beispielsweise im Allgäu jeden Tag eingespannt waren. Schon mit dem ersten Schnee Mitte Dezember seien die Lawinenprobleme losgegangen. Sehr zum Ärger der örtlichen Gastronomen mussten am Silvestertag und am Faschingswochenende sämtliche Täler im Allgäu wegen Lawinengefahr gesperrt werden. Das einzig tödliche Lawinenunglück ereignete sich im Berchtesgadener Land. Schon beim Aufstieg hatten zwei Skibergsteiger aus dem Salzburger Land ein Schneebrett ausgelöst. Sie meldeten sich selbst bei der Leitstelle und teilten mit, dass nichts passiert sei. Zu ihrer eigenen Sicherheit begannen sie den Abstieg zu Fuß. Als sie sich in Sicherheit wähnten und die Ski anschnallten, löste einer der beiden beim ersten Schwung eine weitere, diesmal tödliche Lawine aus.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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