Landkreis Rosenheim vergibt Kulturpreise 2016

Ein lebendiger Treffpunkt für Dokumentarfilmer

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Landkreis Rosenheim/Bad Aibling - Seit 1985 wird er vergeben - der Kulturpreis des Landkreises Rosenheim. Am Donnerstag ist es in Bad Aibling wieder soweit. Zu den Preisträgern zählen dieses Jahr ein Filmfestival, eine Poetry-Slammerin und das Feilnbacher Edelweiß-Theater.

Der Kreis der Kulturpreisträger des Landkreises Rosenheim ist um eine Facette reicher geworden. Erstmals wurde mit dem Dokumentarfilmfestival „Nonfiktionale“ ein Filmfestival ausgezeichnet. Im Kurhaus von Bad Aibling ehrte Landrat Wolfgang Berthaler am Donnerstagbend zudem die Poetry-Poetin Eva Niedermeier mit dem Kulturförderpreis sowie die Dorfgemeinschaft Wiechs und den Bad Feilnbacher Edelweißverein für ihr „Laurenzispiel“ mit dem Kultursonderpreis. Die Laudationes hielt der Kulturreferent des Landkreises, Christoph Maier-Gehring.

Seit 1985 vergibt der Landkreis Rosenheim den Kulturpreis

Landrat Berthaler erinnerte in seiner Begrüßung daran und verband dies mit der Feststellung, dass jede Preisverleihung zeigte, wie reichhaltig und hochwertig das Kulturleben im Landkreis ist. 

Zu den diesjährigen Preisträgern war Berthaler der Meinung, Eva Niedermeier sei eine hervorragende Vertreterin einer ganz jungen Kunstform, die Dorfgemeinschaft Wiechs sei ein idealer Kultursonderpreisträger und das Dokumentarfilmfestival „Nonfiktionale“ ein mehr als würdiger Kulturpreisträger. 

Filmemacher aus ganz Deutschland werden nach Bad Aibling gelockt, 2017 zum zehnten Mal, so Berthaler. Der Hausherr, Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller freute sich sichtlich, für Bad Aibling ist heute ein Festtag, weil zwei Preisträger aus dieser Stadt kommen.

Bad Aibling entwickelte sich zum lebendigen Branchentreffpunkt

2007 wurde die „Nonfiktionale“ erstmals durchgeführt. Maier-Gehring nannte es einen mutigen Schritt, so ein spezielles Festival erstmals in der sogenannten Provinz durchzuführen. Aber die Vorteile eines solches Filmfestivals fern der Metropolen wurden schnell klar, sagte der Kulturreferent:Die Hemmschwellen für die Besucher sind geringer, die Atmosphäre ist entspannt, der Funke zwischen Publikum und Filmemachern springt rasch über und man kommt unkompliziert ins Gespräch. 

Wichtig aus Sicht von Maier-Gehring ist auch, dass die Filmemacher die besondere Gastfreundschaft genießen.Bad Aibling entwickelte sich so zum lebendigen Branchentreffpunkt und darauf dürfen die Stadt Bad Aibling, die das Festival von Anfang an ideell und finanziell großzügig unterstützte, und die Macher der ersten Stunde, Boris Tomschiczek, Tamara Danicic, Melanie Liebheit und Bad Aiblings Kinobetreiber Robert Siersch stolz sein, lobte der Kulturreferent. 

Jugendarbeit der "Nonfiktionale" funktioniert sehr gut

Zudem würdigte er die Jugendarbeit der „Nonfiktionale“. Jugendliche können an Workshops teilnehmen, sie verfassen Filmkritiken und sie können in einer Jugendjury einen Bürgerpreis vergeben. Im kommenden Jahr wird es erstmals ein Programm für Grundschüler geben, in Zusammenarbeit mit der Jugendinitiative Mangfalltal e.V. finden im Jugendtreff Bergwerk zwei Filmabende statt und jedes Jahr läuft ein von Jugendlichen gedrehter Kurzfilm im Programm. Einer davon, der 2010 entstandene unterhaltsam skurrile „Oachkatzlschwoaf“ wurde am Ende der Laudatio von Christoph Maier-Gehring gezeigt. Boris Tomschiczek sprach von einer großen Ehre, den Preis zu erhalten. 

Nach seiner Aussage steht der Erfolg des Dokumentarfilmfestivals auf zwei Säulen. Die erste ist die großzügige Unterstützung durch das Land Bayern, den Bezirk Oberbayern, den Landkreis Rosenheim und von Anfang an durch die Stadt Bad Aibling. Tomschiczek erinnerte auch an den früheren Kulturreferenten des Landkreises, Klaus-Jörg Schönmetzler, er hat uns viel Mut gemacht. Die zweite Säule ist die Freundschaft der Festivalmacher, deshalb funktioniert die „Nonfiktionale“, so Tomschiczek. Tamara Danicic, die den Kulturpreis mit Tomschiczek entgegennahm bedankte sich, dieser Preis bestätigt uns, unseren Weg fortzuführen.

Sympathische 19-Jährige tourt durch ganz Deutschland

Poetry Slam ist eine noch recht junge Kunstform. Daher war auch die Vergabe des Kulturförderpreises an Eva Niedermeier eine Premiere in der Geschichte der Kulturpreisverleihungen des Landkreises Rosenheim. Laudator Maier-Gehring stellte die Bad Aiblingerin als eine sympathische und ganz erstaunliche junge Frau vor. Seit ihrem zehnten Lebensjahr schreibt sie Gedichte und Lieder und spielt Gitarre. Vor nicht einmal zwei Jahren, im Januar 2015, nahm sie erstmals in München an einem Poetry Slam, einer Art modernem Dichterwettstreit mit selbst verfassten Texten, teil. Danach gewann sie die bayerischen U20-Meisterschaften und erhielt den Bad Aiblinger Kleinkunstpreis. 

Heute tourt die 19-Jährige durch den gesamten deutschsprachigen Raum und absolviert durchschnittlich acht bis zehn Auftritte im Monat. Daneben gibt sie Workshops in Schulen und tritt als Liedermacherin auf. Ihre Texte bezeichnet sie selbst als tendenziell eher traurig und ernsthaft, ehrlich gemeint, sehr persönlich und häufig mit einem gesellschaftskritischen Ansatz. Maier-Gehring war deshalb abschließend der Hinweis wichtig, dass die Kulturförderpreisträgerin eine ausgesprochen fröhliche Person ist.

Kultursonderpreis für Dorfgemeinschaft Wiechs und Edelweiß-Theater

Mit einer großartigen dörflichen Gemeinschaftsleistung verdienten sich die Dorfgemeinschaft Wiechs und das Bad Feilnbacher Edelweiß-Theater den Kultursonderpreis des Landkreises Rosenheim. Bei dem Heiligenspiel, das schon im Sommer 2015 auf die Freilichtbühne vor der Wiechser Laurentius-Kirche gebracht wurde und von dem eine filmische Dokumentation gezeigt wurde,waren nicht weniger als zwei Drittel aller 217 Einwohner des Bad Feilnbacher Ortsteils auf der Bühne dabei. Und wenn man die Aufgaben hinter den Kulissen, einschließlich Bühnenbau und Kostüme nähen mitzählt, halfen alle mit. Ein Erlebnis, das die Dorfgemeinschaft immens förderte. 

Der Theaterverein unterstützte mit seiner Erfahrung die Planungen und Aufführungen. Respekt verdient, so Christoph Maier-Gehring, aber auch der Inhalt. Das „Laurenzispiel“ beschäftigte sich mit einem brandaktuellen Thema, nämlich den Umgang mit Kriegsflüchtlingen und Andersgläubigen. Es spielt zu Zeiten des römischen Kaisers Valerian, als die römische Christengemeinde Flüchtlingen half und von den Herrschenden ausgegrenzt, diffamiert und verfolgt wurde. Passend dazu spendete die Dorfgemeinschaft den Erlös aus Eintritten und Spenden in Höhe von über 21.000 Euro an die „Orienthelfer“ von Christian Springer.

Der Landkreis Rosenheim vergibt die Kulturpreise jährlich, um Bürgerinnen und Bürger oder Gruppen zu ehren, die sich besondere Verdienste um die Kultur im Landkreis erworben haben. Der Kulturpreis ist mit 5.000 Euro dotiert, der Kulturförderpreis mit 2500 Euro und der Kultursonderpreis mit 1.500 Euro.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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