Aus dem Ausschuss für Jugendhilfe im Landratsamt

"Personal nicht so da, wie wir es bräuchten"

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Rosenheim - Nicht nur bei der Tagespflege braucht das Landratsamt mehr Personal. Trotz starkem Zuwachs muss die Verwaltung die Kosten für viele Stellen selbst tragen, obwohl der Freistaat dazu verpflichtet wäre: 

"Unser Jugendamt hat derzeit 102 Mitarbeiter, auch in Zukunft werden da noch einige hinzukommen", erklärte Landrat Wolfgang Berthaler am Mittwoch in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Rosenheimer Landratsamt. Genauso wie sich die  gesamte Gesellschaft weiter entwickle, verändere sich auch das Aufgabenprofil der Behörde: "Das Landratsamt ist damit zuständig von der Wiege bis zur Bahre. Und gerade hier sind Fachkräfte wie Sozialpädagogen Mangelware".

Im Rahmen der Haushaltsdiskussion im Jugendhilfeausschuss werfe dieser Umstand seine Schatten bereits voraus. Bei der Übernahme der Kosten stehe das Landratsamt vor einem weiteren Problem: "Der Freistaat stellt somit nicht das Personal zur Verfügung, das uns eigentlich zusteht. (...) Insgesamt betrachtet: Das sind zwei bis drei Millionen Euro Personalkosten, die eigentlich der Freistaat übernehmen müsste", so Berthaler in seiner Betrachtung des Haushalts.

Der Ausschuss verabschiedete im Anschluss den Entwurf des Teilhaushaltes einstimmig. Ende des Jahres soll dann der Kreistag final über die Eckpunkte aller Teilhaushalte abstimmen.

Redundanz in der Kindertagesbetreuung

Aktuell werden im Landkreis Rosenheim rund 200 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren von knapp 80 Tagespflegepersonen betreut. Das Sozialgesetzbuch sieht vor, dass im Fall eines Ausfalls einer Betreuungsperson, umgehend für einen Ersatz seitens des Trägers der öffentlichen Jugendhilfe gesorgt werden muss. Aus diesem Grund hatte die Verwaltung ein Konzept ausgearbeitet, das insgesamt drei Vertretungsmodelle bieten soll.

Sogenannte "Springer" sollen bei Ausfall bzw. Bedarf nahtlos für die ausgefallenen Betreuer eingesetzt werden. Regelmäßige Besuche und Kontakt zu den Kindern sollen den Übergang dabei so angenehm wie möglich machen. Zusätzlich sollen, je nach Einsatzort, auch stationäre Kindertageseinrichtungen in Kooperation eine Ersatzbetreuung sicherstellen. Zuletzt sieht das Modell vor, dass sich auch zwei Pflegepersonen gegenseitig vertreten können. Fällt einer aus, springt der Andere ein. Grundsätzlich möglich mit bis zu fünf betreuten Kindern, so das Konzept der Verwaltung. Wie hoch die anfallenden Kosten für das Konzept ausfallen werden, konnte noch nicht bestätigt werden. Man rechne mit 77.000 bis 97.000 Euro, je nach Höhe der Ersatzbetreuungstage

"Dieses Konzept ist für die Förderfähigkeit der Kindertagesbetreuung im Landkreis grundlegend wichtig", so Landrat Wolfgang Berthaler abschließend. Könne man kein Ersatz-Konzept vorweisen, riskiere man schließlich die rund 80-prozentige Förderung des Gesamtkomplexes Kindertagesbetreuung, weshalb auch der gesamte Jugendhilfeausschuss am Ende zustimmte. 

Weiter Zuschüsse für Rosenheimer Vereine

Der Jugendhilfeausschuss sprach sich abschließend noch für die Weiter-Förderung von verschiedenen Jugendhilfeeinrichtungen aus. Neben den Zuschussanträgen des Bildungswerks Rosenheim e.V., dem Frauen- und Mädchen-Notruf Rosenheim e.V., der Lebensberatungsstelle München und dem Deutschen Kinderschutzbund, wurden auch Mittel für die Beratungsstelle "neon" zur Prävention und Suchthilfe in Rosenheim genehmigt.  Insgesamt wurden so am Mittwoch Fördergelder in Höhe von 50.7000 Euro vom Jugendhilfeausschuss ohne Gegenstimme freigegeben.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild dpa

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