Lernen und spielen

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Für einige Schüler eine neue Erfahrung: konzentriert eine Stunde lang an Hausaufgaben arbeiten bei der Nachmittagsbetreuung mit Katrin Simon.

Wasserburg - Der Trend zur Ganztagesschule ist jetzt auch bei der Realschule Wasserburg angekommen: 40 Kinder werden an zwei bis vier Tagen bis 16 Uhr betreut.

Schulleiter Josef Grundner war selbst überrascht. Frühere Vorstöße In Richtung Mittagessen oder Nachmittagsbetreuung an der Realschule waren regelmäßig im Sande verlaufen. "Kein Bedarf" war das Ergebnis der Umfragen.

Ganz anders in diesem Schuljahr: Eine "offene Ganztagsklasse" mit 24 Plätzen hatte man angeboten. Jetzt sind es insgesamt 40 Schüler aus den fünften und sechsten Klassen, die nach dem "normalen" Unterrichtsende um 13 Uhr nicht heimgehen, sondern sich im frühren Kindergartengebäude versammeln. Und es stehen noch einige Interessenten auf der Warteliste.

Das Essen kommt von der Stifung Attl. Es wird gemeinsam eingenommen, für manche der Schüler schon das eine neue Erfahrung: "Tischgemeinschaft kannten einige offensichtlich nicht", so Katrin Simon. Die studierte Grundschullehrerin und Montessori-Pädagogin betreut das neue Angebot gemeinsam mit zwei Erzieherinnen, Träger ist die Arbeiterwohlfahrt.

Es seien aber keineswegs nur Kinder aus Familien mit schwierigem sozialen Hintergrund, die angemeldet wurden, versichert sie. "Die Eltern haben die unterschiedlichsten Motive. Manche finden es einfach sinnvoll, wenn die Kinder auch die Hausaufgaben außer Haus machen und sozial eingebunden sind."

Auch das war für manche Kinder eine neue Erfahrung: Nach dem Essen und dem Küchendienst stehen eine Stunde lang die Hausaufgaben auf dem Plan. Dann geht es ans Spielen, was bisher vor allem viel Bewegung im Freien bedeutete.

Gebucht werden muss das Angebot für mindestens zwei Tage die Woche, manche sind aber Montag bis Donnerstag da. Einige Eltern haben Katrin Simon nach den ersten Wochen schon positive Rückmeldungen gegeben. "Andere Kinder tun sich noch schwerer", so die Pädagogin.

Sie schätzt auf alle Fälle den Bedarf deutlich größer ein und ist darin einig mit Josef Grundner. Der will für das nächste Schuljahr eine zweite Gruppe beantragen - in erster Linie eine Frage der Kosten. Denn die übernimmt - abgesehen vom Essen, das die Eltern zahlen müssen - der Staat.

Der Trend gehe zur Ganztagesbetreuung, ist für den Schulleiter klar. Eine "gebundene" Ganzttagsklasse mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht, so wie an manchen Hauptschulen, werde es an der Realschule nicht geben, ist er gleichzeitig überzeugt. Für viele Eltern sei es ja gerade ein Entscheidungskriterium, dass hier im Unterschied zum achtjährigen Gymnasium kein Nachmittagsunterricht vorgesehen ist.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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