Lösung für Biogasanlage in Sicht

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Obing - Nachdem der erste Kompromissvorschlag des Obinger Gemeinderats zur angestrebten Trockenbiogasanlage in Landertsham den Bauherren zu teuer war, lag nun in der Gemeinderatssitzung ein neuer Kompromiss vor.

Nachdem der erste Kompromissvorschlag der Fraktionssprecher des Obinger Gemeinderats zu Lage und Gestaltung der von Barbara Irl und Ralf Poschner angestrebten Trockenbiogasanlage in Landertsham den Bauherren zu teuer war, lag nun in der Gemeinderatssitzung ein neuer Kompromiss vor.

Ursprünglich hatten die Gemeinderäte die Anlage so drehen wollen, dass sich die Fermenterhallen in Richtung der dorfabgewandten Seite nach Osten in die dort vorgelagerte Anmischhalle öffnen. Nun hatten sie sich mit den Bauherrn so geeinigt, dass die Anlage nicht geändert, aber rund 30 Meter weiter nach Osten verlagert wird. Diesem Kompromissvorschlag stimmten alle Gemeinderäte bis auf zwei Gegenstimmen im Grundsatz zu, allerdings müssen die Bauwerber erst einmal die kompletten Bauunterlagen vorlegen. Des Weiteren machte der Obinger Gemeinderat zur Auflage, dass die Anlage einen Abstand von sechs Metern zur Straße einhält und die Anmischhalle gleichzeitig mit den Fermentern gebaut wird.

Ob damit Ruhe einkehrt, wird sich erst erweisen. Die als Zuhörer anwesenden Landertshamer Anwohner der künftigen Anlage vermittelten auf direkte Befragung des die Sitzung leitenden Zweiten Bürgermeisters Sepp Huber eher den Eindruck, dass sie einfach keine Möglichkeit mehr sahen, noch weitere Verbesserungen zu erreichen. Denn um dem Kompromiss zum Tragen zu verhelfen, musste der Obinger Gemeinderat auf die Aufstellung eines Bebauungsplanes "Sondergebiet Trockenbiogasanlage Irl" verzichten. Die jetzt ins Visier genommene Situierung der Anlage liegt außerhalb des bisher angenommenen Geltungsbereichs des Bebauungsplans. Damit erwies sich auch der Satzungsbeschluss für die beabsichtigte Veränderungssperre als hinfällig.

Der Obinger Gemeinderat beschäftigte sich erneut mit dem Bebauungsplan "Pfaffing - An der Schalkhamer Straße", diesmal mit den textlichen Festlegungen, mit denen den künftigen Bauherrn Vorgaben für die Gestaltung ihrer Häuser gemacht werden. Die maximale Wandhöhe wurde nun auf 6,40 Meter festgelegt.

Gemeinderat Sepp Schausbreitner wies darauf hin, dass Keller- und Zwischendecken wegen der Dämmung inzwischen wesentlich mehr Platz brauchten, der den Bewohnern zur Verfügung stehende Raum werde dadurch nicht mehr als bei den gängigen 6,30 Metern in früheren Bebauungsplänen. Aus dem Einwand von Gemeinderat Hans Mayer gegen die Zulassung von quadratischen Grundrissen und Zeltdächern entwickelte sich eine Grundsatzdiskussion über die Notwendigkeit von Gestaltungsvorgaben in Bebauungsplänen überhaupt. Während Hans Mayer und Sepp Stettwieser dafür plädierten, weiterhin den landschaftstypischen Baustil als Rahmen zu setzen, wollte Sepp Schausbreitner den Bauherrn mehr Freiheit zugestehen. Die Mehrheit der Gemeinderäte traf sich auf einer Mittellinie - man ließ quadratische Grundrisse und Zeltdächer nur auf den Grundstücken zu, die sich inmitten des Baugebietes befinden, so dass am Ortsrand weiterhin nur traditionelle rechteckige Baukörper sichtbar sein werden. "A bissal a Linie" brauche man schon, befand Gemeinderat Albert Lamprecht.

igr/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser