Zeichen für Tradition und Innovation

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Moderne neben Tradition. Der Neubau für den Empfang der Molkerei Meggle ist umgeben von einem japanischen Garten, weil in Japan Meggle 1977 seine erste Auslandsniederlassung gründete, ein bayerischer Bauerngarten umgibt den als Museum eingerichteten Weberhof.

Reitmehring - Den Weberhof erwarb Josef Anton Meggle 1902. Entwicklung und Geschichte der Molkerei und dieses Haus gehören zusammen und gestern kam ein neues Kapitel dazu:

Die Segnung des Weberhofs über der Straße an neuem Platz und die Einweihung des "Neuen Empfangs" mit Pfarrer Dr.Josef Franik mit seinem Nachfolger Hippolythe Ibalajam.

Die Hinterberger Saitenmusik begrüßte die Gäste zuvor in der Reitmehringer Kirche, die auch zur Geschichte der Molkerei Meggle gehört. Der Firmengründer und Großvater von Toni Meggle hatte das Land für den Bau der Reitmehringer Kirche gestiftet. Und so begann die Einweihungsfeier gestern mit einem stimmungsvollen Dankgottesdienst mit der Bauernmesse von Anette Thoma zum Jubiläum 125 Jahre Meggle, den auch die Rettenbacher Sängerinnen mitgestalteten.

Toni Meggle mit Pfarrer Dr. Josef Franik und Pfarrer Hippolythe Ibalajam.

Im Betriebsgelände, zwischen Buchs und bunten Bauernblumen rund um den Weberhof samt Birnenspalierbaum und einem still wirkenden japanischen Garten mit Kiefern und Steinwegen begrüßte Toni Meggle seine Gäste. Eingeladen hatte Toni Meggle dazu die Nachbarn in Reitmehring, seine Nachbarn in Dunsern in der Gemeinde Rechtmehring und Handwerker. Der Weberhof stehe für die Tradition und wegen der bayerischen Wurzeln habe er sich vor dem modernen neuen Empfangsgebäude die Hinterberger Saitenmusik gewünscht. Der Weberhof stehe auch, so Meggle, für den Respekt vor den Vorfahren und für Dankbarkeit, "die die Erinnerung des Herzens ist".

Der japanische Garten stehe für die erste Auslandsniederlassung der Molkerei Meggle, im Jahr 1977 in Japan in Tokio gegründet, der Beginn der Internationalisierung des Betriebs. Der moderne Neubau des "Neuen Empfangs" stehe für Innovation.

Auch nach dem Mittagessen betonte Meggle noch einmal den Respekt vor den Vorfahren, verwies aber auch auf die Herausforderung in all den Jahren und heute. Gemeinsam könne man zuversichtlich in die Zukunft blicken, wenn auch der Weg angesichts des weltweiten, engen Wettbewerbs nicht bequem werde.

Meggle dankte allen Handwerkern, die in den letzten Tagen bis spät nachts letzte Arbeiten erledigt hätten. Und er dankte Anita Jung-Auchter, die einen geschnitzten Antonius, ein Kind hochziehend, für das Museum im Weberhof überlässt.

Mit den Mitgliedern der Familie Meggle segnete Pfarrer Dr.Josef Franik den Weberhof, durch das am Nachmittag Führungen angeboten wurden wie auch durch das neue Empfangsgebäude.

Eine Pyramide für Multimediakunst.

Den Wettbewerb dafür gewonnen hatte Architekt Gunnar Hoffmann aus Pfarrkirchen mit seinem Konzept: Klare Formen mit viel Glas, ein zeitloses Design und die nötige Zurückhaltung zum Weberhof daneben aus Respekt vor dem alten Haus. Verbunden hat er Alt und Neu von außen kaum wahrnehmbar, innen geht der Besucher vom Weberhof über Glas, darunter ist Grün. "Es gibt keine direkte Berührung zwischen Alt und Neu und es gibt auch keine Berührung mit dem Boden", sagt Gunnar Hoffmann. Auch um der Umgebung, den landwirtschaftlich genutzten Flächen Rechnung zu tragen, schwebt der Bau auf einem Sockel.

Szenografie und Multimedia für Museen, Ausstellungen und Bühnen macht der österreichische Künstler Peter Hans Felzmann. In Reitmehring entwickelte er für das Megglenium, wie der neue Empfang auch genannt wird, ein Erlebnis für Besucher, das der in anderen Sphären zu sein glaubt. In der Pyramide im neuen Empfang geht automatisch die Tür auf und wieder zu und zu Wiener Walzer beginnen Yoghurtbecher in den schönsten Formationen zu tanzen, oben, unten, rechts, links, überall, weil Spiegelflächen den Raum von Boden, Decke und Wand befreien. Wasserburg, Meggle-Produkte und Meggle-Geschichte einmal ganz anders.

Wie und ob der zum Museum für die Firmengeschichte umfunktionierte Weberhof wie auch die Multimediakunst im Megglenium der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden könnten, daran wird noch gearbeitet.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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