Mehr Platz für die Urnen

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Wasserburg - Urnenbestattungen werden in den letzten Jahren immer häufiger. Eigene Urnengräber gibt es bisher nur auf dem Friedhof am Herder. Das wird sich jetzt ändern.

Die Altstädter vor allem waren es, die immer wieder nach Urnengräbern im Friedhof fragten. Und das nicht nur bei Bürgerversammlungen. Eine Urnenwand, wie im Friedhof am Herder, ist im Altstadtfriedhof aufgrund der Einteilung des Friedhofes und aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich.

Standesamt und Bauamt aber fanden eine Lösung, die Harald Pfrogner jetzt im Hauptausschuss vorstellte. Entlang der Ostwand des Friedhofes sind derzeit die Abteilungen für die Kindergräber. Auf der einen Seite der Kapelle aber befindet sich nur noch ein Kindergrab. Und genau dort sollen nun Urnengräber entstehen.

Denn die Nachfrage nach Urnenbestattungen steigt seit Jahren an. Laut Pfrogner waren im Jahr 2005 ein Drittel aller Bestattungen Urnenbestattungen, im vergangenen Jahr war es bereits die Hälfte und für 2010 rechnet Pfrogner mit 55 Prozent oder mehr. Gerade auswärtige Angehörige, die sich nicht regelmäßig um ein Grab kümmern könnten, fragten verstärkt nach Urnengräbern. Und nicht alle haben ein "normales" Grab auf dem Altstadtfriedhof, in dem sie die Urne beisetzen können.

26 Parzellen sieht der Entwurf des Stadtbaumeisters nun an der Friedhofswand Richtung Feuerwehrhaus vor, eine Doppelbelegung wäre möglich. Grabbeete oder Gedenksteine sind ausgeschlossen, die Stadtverwaltung wird einheitliche Beschriftungstafeln vorhalten, so Pfrogners Vorschlag. Für Blumen oder anderes sei ein Kiesstreifen entlang der Wand vorgesehen.

Er sei bisher immer skeptisch gewesen, räumte Oliver Winter (CSU) ein, aber die vorgeschlagene Lösung gefalle ihm. Auch Werner Gartner (SPD) fand es "recht a scheane Sach". Und Pfrogner selber vertrat die Auffassung, dass es dem Friedhof optisch gut täte, wenn sich in diesem Bereich etwas ändere.

Sepp Baumann (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) wollte den Bedarf wissen. Laut Pfrogner gab es im vergangenen Jahr 58 Urnenbestattungen, davon 19 in neuen Gräbern in der Urnenwand am Herder. Der Bedarf sei sicher da, mit den neuen Urnengräbern im Altstadtfriedhof und denen am Herder komme man aber wohl erstmal eine Weile aus, so der Standesbeamte.

Zumal am Herder die Urnenwand erweitert wird. Auch dies beschloss der Hauptausschuss jetzt. Bisher hat die Urnenwand, das Kolumbarium, die Form eines rechten Winkels. Dieser wird nun baugleich zu einem eckigen "U" erweitert. Möglich sei sowohl eine einseitige als auch die beidseitige Belegung, so Pfrogner. Die Entscheidung fiel im Zuge der Auftragsvergabe im nichtöffentlichen Teil der Sitzung zugunsten der beidseitigen Belegung, wie Bürgermeister Michael Kölbl auf Nachfrage erklärte. Damit stehen am Herder 144 neue Urnengräber zur Verfügung.

Der Hauptausschuss beauftragte Bauamt und Friedhofsverwaltung, die nötigen Schritte für die Urnengräber im Altstadtfriedhof einzuleiten und dabei das Landesamt für Denkmalpflege zu hören.

Zwei Formalien wurden durchgewinkt: Das Gymnasium wollte den Rathaussaal für die Abiturfeier 2012 und der AK68 die Erlaubnis, für die Kunstausstellung eine Skulptur vor dem Rathaus aufzustellen.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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