Der Meistertrainer geht

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Hansi Brei verabschiedete sich nach fast fünf Jahrzehnten als Trainer. Klein-Alessia muss den Umgang mit dem Ball von Mama Diana Pop lernen.

Wasserburg - 500 bis 600 Kinder, Frauen und Männer fanden sich in der Badriahalle ein, um die Basketballgrößen Diana Pop und Hans Brei zu verabschieden.

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Fast 50 Jahre - um genau zu sein 48,5 - war "Hansi" Brei aktiv bei den Basketballern dabei. Damals wurde er von Basketball-Gründervater Joe Prantl zum Spiel gebracht und "zum Trainer gezwungen". Im Nachhinein erklärt Brei das zu einem Glücksfall, wie es sie in seinem Leben oft gab: seine genauso basketballverrückte Frau Gabi, Sponsoren, Stadt und nicht zuletzt die Spieler selbst. Er selbst sei nur ein kleines Rädchen. Ganz so klein nun auch nicht. Seit den 70er-Jahren feiert Hansi Brei mit Jugendmannschaften deutschlandweit Erfolge.

Mehrere Spielerinnen, die er als Jugendliche trainierte, entwickelten sich in der ersten Mannschaft zu absoluten Spitzenspielerinnen. Und trugen maßgeblich zu Breis Erfolgen im Damenbasketball bei. 2001 in die 1. Bundesliga aufgestiegen, mischte Wasserburgs erste Damenmannschaft seither kräftig vorne mit und holte in elf Jahren sechs Meistertitel und vier Pokalsiege.

Sicherlich sind diese Erfolge auch ein Verdienst von Diana Pop. Die gebürtige Rumänin kam 2003 nach Wasserburg, auch dank einer Erdbeerroulade von Oma Brei, wie das Publikum erfuhr. "Da konnte ich nicht absagen", so Diana Pop. Zumal ihr und Ehemann Theo die Stadt auf Anhieb gefiel. Zweimal wurde Diana Pop vom Deutschen Basketballbund zur Spielerin des Jahres gekürt und "zwischendurch" Mutter einer kleinen Tochter. Und eingebürgert. Denn Familie Pop bleibt hier.

Zu ihrer Verabschiedung traten die beiden Legenden mit Teams gegeneinander an. Unter der Führung von Diana Pop spielten ehemalige und jetzige Bundesligaspielerinnen Wasserburgs, die zum Teil weite Wege - Ildiko Vass kam aus Ungarn, Katha Kühn aus Hamburg - auf sich genommen hatten. In Breis Team standen vor allem Spielerinnen, die er in der Jugend trainierte. Mit dabei waren unter anderem Anne Breitreiner und Verena Stürmlinger, beide über Jahre im Bundesliga-Team. Mit viel Freude am Ball und am Spiel endete das Ganze mit einem denkbar knappen Ergebnis von 33:32 für Pop.

Dann die erste Überraschung für Hansi Brei: Spielerinnen kamen, die er vor 40 Jahren trainiert hatte. Sie waren teilweise zum ersten Mal seit 35 Jahren wieder am Ball. Gegner der "Oldies", war die "Second Generation" von Hansi Breis Jugendteams. Beide Mannschaften spielten auch hier mit großer Begeisterung. Da war das Ergebnis zweitrangig.

Im Folgenden wurde die "kleine Spielerin", wie Hansi Brei die gerade 1,65 Meter große Diana Pop liebevoll bezeichnete, vom Fanclub mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt. Von den Zuschauern gab es standing ovations für die große "Kleine". Im Anschluss wurde ein Film von ihren größten Erfolgen gezeigt. "Es war eine große Ehre für mich hier zu spielen", meinte Diana Pop am Schluss.

Auch Hansi Brei wurde geehrt mit Bildpräsentation, die auch musikalische Talente aufdeckte, sowie mit einer Auszeichnung vom Bayerischen Basketballverband (BBV): 1. Ehrentrainer des BBV. "Deine Erfolgsgeschichte ist einzigartig in Deutschland", sagte Verbandspräsident Dr. Winfried Gintschel, der extra aus Würzburg angereist war.

Als zweite Überraschung für Brei sang ihm seine letzte Jugendmannschaft ein selbstgeschriebenes Dankeschönlied. Auch andere bedankten sich bei dem Erfolgstrainer: Verein, Sponsoren und der Fanclub "Wasserburger Lions". Am Ende blieben den Worten des Fanclubvorsitzenden nichts mehr hinzuzufügen. "'Danke' sagen die Fans."

mo/Chiemgau Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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