Schwedische Streiche am Stoa in Edling

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Der Stoff geht der redseligen Krösa-Maja nie aus, pausenlos fallen ihr neue Geschichten von Michel ein.

Edling - Die Schwester an der Fahnenstange hochgezogen, den Papa im Plumpsklo eingesperrt, den eigenen Kopf in die Suppenschüssel gesteckt: Michel aus Lönneberga hat nur Unsinn im Sinn.

Das Narrenschiff zeigt seine Streiche am Stoa Schlag auf Schlag, und deshalb macht das Kindertheater auch so viel Spaß. "Sing dudeldei, sing dudeldei, der Michel war bekannt", trällern die jungen Schauspieler, und wer mag, stimmt mit ein. Schließlich kennt der Großteil der großen und kleinen Besucher den berühmten Lausebengel aus der Feder von Astrid Lindgren, der alle auf dem schwedischen Katthulthof auf Trab hält.

Besonders oft trifft es dabei Vater Anton Svensson, dessen Rolle Deodat von Eickstedt perfekt verkörpert. Wenn er nichtsahnend in Stiefel steigt, die Michel voll Wasser gefüllt hat, oder mit einer Ladung Kloßteig überschüttet wird, lacht das Publikum laut. Und dabei hört man nicht nur helle Kinderstimmen im runden Amphitheater, auch die Erwachsenen haben ihre Freude.

"Der Michel begeht mehr Streiche, als das Jahr Tage hat", jammert dagegen die Magd Lina (Julia Kameter) auf der Bühne. Denn obwohl der Michel es nur gut meint, als sie Zahnweh hat, macht er doch wieder mehr kaputt als er hilft. Und meistens landet er früher oder später zur Strafe im Holzschuppen.

Das Stück zeigt Michels Schandtaten im Schnelldurchlauf. "Wir wollen das ganze Panorama bieten, also viele kurze Szenen", so Theaterleiter Jörg Herwegh. Er spielt den gutmütigen Knecht Anton und führt gleichzeitig als Kommentator durch die Aufführung. "Wir sind hier nicht am Stoa in Edling, wir befinden uns in Schweden", erklärt er, "und hier gibt es weder Waschmaschine noch Fernseher."

Kein Wunder, dass die redselige Krösa-Maja, genial gespielt von Christl Bergmeier (im Wechsel mit Brigitte Schwab), so gern Michels Unfug weitererzählt. Der Stoff geht ihr nie aus: Erst wird Schwesterchen Klein-Ida (die achtjährige Leila Trinkaus) wie eine Fahne gehisst, dann ihr Gesicht mit Tinte blau gefärbt.

"Die kenn ich aus der Schule", meint die beeindruckte India Brand. Aber bevor sie mit ihrem Papa am Stoa war, wusste sie weder von Leila noch von Benedikt und Felix Herwegh (abwechselnd in der Rolle von Michel), "dass die spielen."

Dabei spielen sie, genauso wie alle Anderen im Ensemble, schon länger. Seit Anfang März laufen die Vorbereitungen, in den letzten Wochen wurde richtig intensiv geprobt, jeden Samstag und Sonntag, und manchmal auch werktags. "Eine Herausforderung für die Konzentration der Kinder", weiß Herwegh. Aber erwachsene Schauspieler seien für ihn nicht in Frage gekommen. Nach der guten Premiere ist er umso zufriedener mit der Leistung der Theaterkinder.

Auch das Publikum, am vergangenen Samstag waren wohl über hundert Besucher am Stoa, wirkt nach rund eineinviertel Stunden sehr vergnügt. Der Nachmittag am Stoa ist ja fast schon ein Abenteuerausflug, und mit Popcorn und Sonnenschutz haben Besucher wirklich gut lachen. "Uns gefällts gut", urteilen am Ende Daniel (9), Lukas (7) und Michael (4) Huber dann einstimmig, die mit ihren Großeltern gekommen sind. Und Oma und Opa? Die lachen mit.

sus/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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