"Nicht gegen, sondern wegen Natur"

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Drei Scheren machten den Weg frei: Gust Voit, Peter Böck und Wolfgang Klautsch (von links) im Freimoos in Aktion.

Halfing/Amerang - Ein beispielhaftes Projekt, das zwei Gemeinden verbindet und die Natur näherbringt, wurde eingeweiht: Der Moorlehrpfad im Freimoos zwischen Halfing und Amerang wurde auch von der EU gefördert.

"Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete." So lautet der Slogan, mit dem die "LAG Chiemgauer Seenplatte" ihr Programm überschrieben hat. Jetzt galt es in Halfing, eine solche herausragende Investition festlich einzuweihen.

Pater Adam erteilte den kirchlichen Segen für den neuen Moorlehrpfad, wobei er den Weihwasserwedel zur Freude der Anwesenden kraftvoll in Richtung Amerang schwang. Danach wurde der Lehrpfad feierlich eröffnet. Das "rote Bandl" durchschnitten die beiden Ersten Bürgermeister Peter Böck und Augustin Voit von Halfing und Amerang sowie die Hauptinitiatoren Judith Landes und Wolfgang Klautzsch.

Mehr als 100 Gäste begaben sich sodann zur ersten geführten Wanderung durch das einzigartige Naturjuwel "Freimoos" von Halfing nach Amerang, bei der sie die Themengebiete entlang der Infotafeln des Moorlehrpfades mit eigenen Augen kennenlernen und bewundern konnten. In einer Feierstunde hatten sie zuvor an die Entstehung und Ausführung dieses gemeinsamen Projektes erinnert und die zahlreichen Aktiven und Helfer gebührend geehrt.

Dass das Projekt so reibungslos umgesetzt werden konnte, sei vor allem auch der Bereitschaft der Grundstückseigentümer zu verdanken, betonten die beiden Bürgermeister. Das von Wolfgang Klautzsch herausgegebene fundierte Begleitbuch zum Lehrpfad wurde von der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling gefördert. "Wir wollen nicht Steuergelder ersetzen", sagte Vorstandsvorsitzender Alfons Maierthaler, "sondern ergänzen und wertvolle Initiativen vor Ort fördern."

Der Seeoner Bürgermeister Konrad Glück wies als Vorsitzender der LAG "Chiemgauer Seenplatte" auf die beispielhafte Vernetzung der beiden Gemeinden Amerang und Halfing bei diesem Gemeinschaftsprojekt im Programm "Leader in ELER" hin. Gefördert werde der Moorlehrpfad zu 50 Prozent durch das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Die Gesamtkosten betragen für den Ameranger Teil 30.000 Euro, für Halfing sind sie noch nicht abgerechnet, doch wurden hier zunächst 50.000 Euro für das gesamte Wegekonzept veranschlagt.

Der LAG-Manager Prof. Dr. Ulrich Pietrusky lobte die vorzügliche fachgerechte Aufarbeitung in der Gestaltung und im Begleitbuch des Lehrpfades und sagte: "So etwas Beispielhaftes habe ich in 40 Jahren meiner Exkursionen mit Studenten noch nicht erlebt!"

Man sieht nur, was man kennt: 22 Informationstafeln führen in die Themen der Moorlandschaft ein und helfen jungen Besuchern bei der Rätsellösung.

Wolfgang Klautzsch, Biologielehrer im Ruhestand, dankte als Hauptorganisator des Projektes den zahlreichen Mitarbeitern und Helfern für ihren engagierten und oft ehrenamtlichen Dienst. Er wies darauf hin, dass der Moorlehrpfad auf 22 Infotafeln 15 Themenschwerpunkte aufgreife. Dazu gehörten unter anderem die Streuwiesen und das Problem der Verlandung der Seen wie beispielsweise beim Zillhamer See. Wichtigstes Anliegen sei: "Die Besucher werden nicht gegen die Natur, sondern wegen der Natur durch den Lehrpfad geführt."

Auch Judith Landes rechnete aus eigener Erfahrung fest damit, dass die Darstellung der Geschichte des Mooses und die Sorge um den Hochwasserschutz bei den Besuchern Verständnis und Respekt wecken wird. Ein besonderes Anliegen war den Initiatoren, Kindern und Jugendlichen das "Ökosystem Moor" näher zu bringen. Dies geschieht durch ein "Froschsuchrätsel" für die Kleineren. Für die Größeren ist ein anspruchsvolles Moorquiz zu lösen.

Flyer dafür gibt es in den beiden Gemeinden Halfing und Amerang. Dort sind dann auch die Preise abzuholen. "Um die Fragen richtig lösen zu können, muss man die Tafeln am Moorlehrpfad aufmerksam gelesen haben", sagte Wolfgang Klautzsch und hoffte auf ein reges Interesse der jungen Leute am Freimoos.

mpa/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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