Ortsentwicklung: Erhalt zentraler Funktionen

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Rott - Gute Resonanz fand ein vom Gewerbeverband Rott veranstalteter Themenabend zur Ortsentwicklung unter dem Motto "Innerörtliche Versorgung als Grundlage innerörtlicher Entwicklung".

Vorsitzender Franz Ametsbichler freute sich, als Referenten Christian M. Klotz begrüßen zu können. Er ist Geschäftsführer des Bezirksverbands Oberbayern-Ost des BDS Gewerbeverband Bayern und als Inhaber der Firma Qualikom ausgewiesener Experte in Sachen Ortsentwicklung.

Klotz erarbeitete zunächst mit den Anwesenden Kriterien, die ein gelungenes Ortszentrum erfüllen sollte. Dann gab er einen historischen Überblick über die Veränderung von Ortskernen in den vergangenen 50 Jahren. Noch in den 1960ern habe es in den Ortskernen, so Klotz, noch alle zur Nahversorgung wichtigen und erforderlichen Angebote gegeben. Im Laufe der Zeit sei jedoch eine stetige Verlagerung vom Ortskern weg in die Außenbereiche zu beobachten gewesen, was in letzter Konsequenz zu einer "Verödung" der Innenbereiche vieler Städte und Gemeinde geführt habe oder bei unveränderter Entwicklung noch führen werde.

Um dieser für Bürger und Besucher und Unternehmen nicht immer vorteilhaften Entwicklung zu begegnen, stelle Klotz anschließend sieben Standort-Erfolgs-Faktoren dar, die dazu beitragen sollen, attraktive Ortskerne zu erhalten. Oberstes Gebot sei dabei, dass Unternehmer wie Bürger ein gemeinsames Ziel für einen erfolgreichen und gelungenen Standort verfolgen müssten.

Die Umsetzung der genannten Erfolgsfaktoren machte Klotz anschließend am konkreten Beispiel der Gemeinde Rott deutlich. Dabei hob er hervor, dass von dem im Ortskern befindlichen Discounter, der als wichtiger Standortfaktor zu werten sei, auch die übrigen Geschäfte im Ort profitierten. Daher seien aus seiner Sicht alle Anstrengungen zu unternehmen, den Discounter im Kernbereich von Rott zu halten. Insbesondere im Hinblick auf die demografische Entwicklung in Deutschland mit einem laufend steigenden Anteil älterer Mitbürger steige die Bedeutung der zentralen Nahversorgung ständig, da, wie Klotz es scherzhaft ausdrückte, "keiner mit 90 Jahren mit dem Handwagen zu den Großstandorten der Discounter laufen möchte". Daher ist es aus Sicht von Klotz vordringlich, funktionierende Ortskerne wie den von Rott mit Angeboten der Nahversorgung zu erhalten, zu fördern und zu entwickeln.

In der Diskussion bestand bei den Zuhörern weitgehende Einigkeit mit dem zuvor Gehörten. Zweiter Vorstand Hans Senega bekräftigte in seinem Schlusswort das Ziel des Gewerbeverbands Rott, den Ortskern zu stärken und warnte, ohne sorgfältige Planung und Abwägung vorschnell Fakten zu schaffen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten.

re/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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