Mehr Patienten, verbessertes Angebot

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6500 Patienten wurden 2010 in der Romed-Klinik Wasserburg stationär versorgt. Das waren fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Wasserburg - Die Romed-Klinik Wasserburg hat mit 2010 ein "sehr erfolgreiches Jahr" abgeschlossen, so die Klinikleitung. Die Zahl der stationär behandelten Patienten stieg um fünf Prozent.

2010 war das erste komplette Jahr des Wasserburger Krankenhauses unter dem Dach des Romed-Verbundes. Die Fusion der Kreiskliniken mit dem Klinikum Rosenheim im Sommer 2008 hatte auf der einen Seite für Befürchtungen gesorgt, auf der anderen Seite Synergie-Erwartungen geweckt. "Beides ist eigentlich nicht wirklich eingetreten", so der Wasserburger Ärztliche Direktor Dr. Clemens Bitter.

An der Fusion lag es nämlich wohl nicht, dass 2010 mit rund 6500 Patienten erneut mehr als im Vorjahr stationär behandelt wurden. Vielmehr führen dies die ärztlichen Verantwortlichen in erster Linie auf eine "kontinuierliche Stabilisierung und Weiterentwicklung des Angebotes in Wasserburg" zurück, die sich unter dem Strich auch wirtschaftlich niederschlug: Man geht im Moment von einer "schwarzen Null" in der Bilanz aus.

Besonders zugelegt hat im letzten Jahr die Gynäkologie. 574 Babies kamen in Wasserburg zur Welt, die Patientinnenzahl stieg um zehn Prozent. Auf "gleichbleibend hohem Niveau" blieb nach einer deutlichen Steigerung 2009 die interne Abteilung. Und die Chirurgie behandelte rund 130 Patienten mehr als im Vorjahr.

Vielleicht hatte dabei der Klinikverbund indirekt einen positiven Effekt: Der "große Bruder Rosenheim" als medizinisches Versorgungszentrum im Hintergrund könnte möglicherweise manche Patienten beruhigen, glaubt der Chefarzt der Gynäkologie, Dr. Martin Heindl. "Wir haben wie alle kleinen Häuser ja immer mit einer gewissen Skepsis zu kämpfen, ob 'die das schon können'. Einen Vertrauensvorschuss wie bei den medizinischen Zentren gibt es für uns nicht."

Konkret laufe die Zusammenarbeit unter dem Romed-Dach gut, bestätigen alle drei Chefärzte. Sie sehen aber auch längere Wege in der Verwaltung und sogar eine Verschlechterung im Bereich der EDV. Andererseits seien die Fortbildungsmöglichkeiten für Ärzte und Pflegepersonal im Verbund deutlich erweitert.

Dies ist wichtig für das Angebot des Wasserburger Krankenhauses. So wurde beispielsweise das Angebot der mikroinvasiven Eingriffe Stichwirt "Schlüssellochchirurgie" - in der Gynäkologie und Chirurgie erweitert, was immer auch mit entsprechenden Fortbildungen verbunden ist. In der Chirurgie kam die Proktologie (Enddarm) dazu, und auch Hernien (Bauchdeckenbrüche) werden nun endoskopisch versorgt. Die interne Abteilung mit Chefärztin Dr. Petja Piehler hat wie schon berichtet eine akutgeriatrische Einheit aufgebaut.

Entscheidend sei immer die Patientenzufriedenheit, so die Chefärzte. Und da seien die Rückmeldungen im letzten Jahr gut gewesen. In der Wasserburger Küche wird seit letztem Sommer wieder selbst gekocht. Und die weitgehend abgeschlossene Sanierung der Fassade signalisiert auch nach außen, dass der Bestand des Krankenhauses wohl nicht mehr in Frage steht, wie es lange Jahre schien: "Auch die neue Optik könnte uns ein paar Patienten beschert haben", vermutet Dr. Bitter.

Grundsätzlich sehen die Verantwortlichen das Krankenhaus also auf dem richtigen Weg - und gleichzeitig weitere Verbesserungsmöglichkeiten. So hat sich der Wunsch der Geburtshilfe nach der Einrichtung einer kleinen Pädiatrie nicht erfüllt. Als "Stärkung des geburtshilflichen Standortes Wasserburg" war dies seinerzeit im Fusionskonzept festgeschrieben worden. "Aber das hängt am fehlenden politischen Willen, nicht am Landkreis oder an Romed", so Dr. Heindl.

Von den deutschlandweiten Personal-Engpässen bei den ärztlichen und Pflege-Mitarbeitern ist Wasserburg noch verschont. Einen Mangel gebe es derzeit nur im Funktionsbereich, besonders im OP, "so wie in allen Krankenhäusern", so Pflegedienstleiter Mathias Weichselgärtner. Mittelfristig haben die Verantwortlichen aber durchaus Sorge, dass die Vorteile des schönen oberbayerischen Standortes und der eigenen Pflegeschule nicht mehr ausreichen und Engpässe entstehen könnten.

Fast noch näher liegt für die Chefärzte ein anderes Problem: Das Krankenhaus selbst ist jetzt 50 Jahre alt, "das Gebäude hat seine Lebenszeit erreicht", stellt Dr. Bitter fest. Letztes Jahr wurde eine Analyse durchgeführt, die ergab, dass ein Neubau wohl günster wäre als eine Grundsanierung. Inzwischen gebe es auch Vorgespräche um Fördermittel. "Weitere zehn Jahre kann man das sicher nicht hinausschieben", so der Ärztliche Direktor.

von Karl Königbauer/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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