Westtangente: Baurecht besteht jetzt

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So wurde in der Visualisierung die Brücke im Verlauf der B15-Westtangente über (von links) Mangfall, Mangfallkanal und Aicherpark dargestellt

Rosenheim - Noch einige Jahre wird es zwar noch dauern, bis die ersten Autos über die Westtangente fahren. Nun sei aber nicht mehr mit größeren Klagen zu rechnen.

Noch einige Jahre wird es zwar noch dauern, bis die ersten Autos über die B15-Westtangente fahren werden, aber die wichtigste Etappe, so Baudirektor Claus-Peter Olk vom Staatlichen Hochbauamt Rosenheim, sei abgeschlossen, denn nunmehr bestehe Baurecht. Mit größeren Klagen sei nicht mehr zu rechnen, so dass nunmehr mit der technischen Umsetzung des Bauvorhabens begonnen werden könne, selbst wenn erfahrungsgemäß oft "der Teufel im Detail" stecke.

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Aicherpark-Manager Hans Schussmann hatte kürzlich auf Anregung des Wirtschaftsdezernats der Stadt die Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Aicherpark eingeladen, damit diese über den aktuellen Stand des sie hauptsächlich tangierten Teil des Bauvorhabens, nämlich die Überquerung des Aicherparkgeländes, aus erster Hand informiert werden.

Detailfragen wie beispielsweise der möglicherweise noch notwendige Erwerb kleinerer Grundflächen in Verbindung mit der Trassenführung sowie einzelne, strittige Probleme in Zusammenhang mit der Bauausführung, wurden im öffentlichen Teil der Informationsveranstaltung nicht angesprochen.

In einem knappen Rückblick ließ Baudirektor Olk nochmals die nicht immer konfliktfreie Geschichte des Bauvorhabens, dessen Anfänge bis ins Jahr 1997 zurückreichen, Revue passieren. Erst mit dem Urteilsspruch des Bundesverwaltungsgerichts im Jahre 2010 seien im Großen und Ganzen die juristischen Auseinandersetzungen abgeschlossen und die Bereitstellung von Sondermitteln für den ersten Bauabschnitt möglich gewesen.

Die Länge der Westtangente mit fünf vorgesehenen Anschlussstellen beträgt 11,3 Kilometer, die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 74 Millionen Euro; davon entfallen etwa 55 Millionen Euro auf die Baukosten und rund 19 Millionen Euro auf den notwendigen Grunderwerb.

Theoretisch sind es fünf Bauabschnitte

Die Trassenführung unterteilt sich in fünf "theoretische" Bauabschnitte. Mit dem offiziellen Spatenstich für den ersten, südlichen Abschnitt wurde das "Jahrhundertbauwerk" am 27. August gestartet (wir berichteten). Kernstück des Gesamtbauvorhabens ist die technisch anspruchsvolle Überquerung von Mangfall, Mangfallkanal und Aicherpark.

Christian Reichl, Abteilungsleiter im Staatlichen Hochbauamt und zuständig für Straßenbau, stellte dazu die Konzeption des Brückenbauwerkes über das Aichergelände samt der Verkehrsanbindung des Aicherparks an die B15-Westtangente vor, ohne auf Details einzugehen.

Erst jetzt, nachdem "Planungssicherheit" gegeben sei, könne mit der technischen Detailkonzeption des Brückenbauwerkes begonnen werden, denn diverse andere Komponenten und Dienststellen seien erst jetzt wegen zeitlicher Abstimmung mit anderen Institutionen zu berücksichtigen wie beispielsweise die Querung der dort verlaufende transalpinen Pipeline zur Raffinerie nach Ingolstadt oder eine vorhandene Hochdruckgasleitung. Ebenfalls können nun Abstimmungen mit der Deutschen Bahn getroffen werden; die Bahn verlange für sich einen dreijährigen Planungsvorlauf.

Angesprochen in der Informationsveranstaltung wurden auch Fragen des Baulärms vor, während und nach der Bauphase, ebenso mögliche Empfindlichkeiten direkt betroffener Anlieger. Der Baulärm, so Reichl, solle weitgehend tagsüber 65 Dezibel und nachts nicht 50 Dezibel übersteigen; Ausnahmen sollen nur im Sonderfalle zugelassen werden. Und Erschütterungen seien nicht zu befürchten.

Entstehung der Brückenpfeiler gezeigt

In einer Visualisierung im Rahmen einer Power-Point-Präsentation wurde die "geständerte" Brücke sichtbar gemacht und gezeigt, wie die Brückenpfeiler entstehen werden. Durch Verwendung von möglichst vielen vorgefertigten Bauteilen sollen die Belästigungen auf das Notwendigste reduziert werden. Leider sei es nicht möglich, so abschließend Baudirektor Olk, die jeweils fertiggestellten Bauabschnitte sukzessive für den Verkehr freizugeben. Daher werde die tatsächliche Entlastung für den innerstädtischen Verkehr in Rosenheim erst dann spürbar sein, wenn alle Bauabschnitte fertig seien. Das sei voraussichtlich erst in fünf Jahren der Fall.

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Die anwesenden Mitglieder der IG Aicherpark waren trotzdem vorerst mit den erhaltenen Informationen zufrieden, haben sie doch jetzt einen "messbaren" Planungshorizont vor Augen. Aicherpark-Manager Schussmann versprach zudem, die Mitglieder stets hinsichtlich der aktuellen Planungen auf dem Laufenden zu halten und dort, wo noch Klärungsbedarf bestehe, in Einzelgesprächen nach Lösungen und Kompromissen zu suchen.

je/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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