Sozialpreis 2012 für evangelischen Pfarrer

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Das Foto zeigt (von links) Laudator Hubert Wildgruber, Sozialpreisträger Günter Nun und Landrat Josef Neiderhell.

Rosenheim - Der Landkreis ehrt den Begründer der offenen Jugendarbeit in Kiefersfelden und Oberaudorf, Günter Nun, mit dem Sozialpreis 2012.

Der evangelische Pfarrer von Oberaudorf und Kiefersfelden Günter Nun hat die konfessionsübergreifende Jugendarbeit in den beiden Gemeinden gegründet, aufgebaut und bis heute stetig weiterentwickelt. Für sein überaus erfolgreiches Wirken ist er am Dienstag von Landrat Josef Neiderhell mit dem Sozialpreis 2012 des Landkreises Rosenheim ausgezeichnet worden.

Es sei ihm eine große Freude und Ehre diesen Preis zu verleihen, sagte Neiderhell in seiner Begrüßung. Der Landrat zitierte den Laudator des Abends, Oberaudorfs Bürgermeister Hubert Wildgruber, der das Inntal aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit gerne als das gelobte Land bezeichnet. Ein Blick in dieses gelobte Land zeige, dass es auch dort notwendig gewesen sei, etwas für die Jugend zu tun. Neiderhell bedankte sich bei der SPD-Kreistagsfraktion, die Günter Nun für den Sozialpreis vorgeschlagen hatte.

Laudator Hubert Wildgruber beschrieb Pfarrer Nun als emsigen Wegbegleiter und sehr guten Freund, der geprägt sei von tiefer Menschlichkeit, großer Kompetenz und extremer Nachhaltigkeit. Er erreiche dies durch sein verbindliches und zuverlässiges Handeln, seine Beharrlichkeit selbst bei großen Widerständen, seine Ausdauer sowie die Fähigkeit alle Beteiligten auf Augenhöhe einzubinden und dabei nie den Humor zu verlieren.

Wildgruber erinnerte an die Vorkommnisse, die Pfarrer Nun 1995 dazu brachten die konfessionsübergreifende Jugendarbeit aufzubauen. Problemen wie Vandalismus, Suchtmittelmissbauch, Kleinkriminalität sowie Zigaretten- und Alkoholmissbrauch wollte der Geehrte präventive Maßnahmen zur positiven Entwicklung der Jugendlichen entgegensetzen.

Schon bald musste er feststellen, dass Gruppenabende und Wochenendfreizeiten nicht ausreichten. Die Nachfrage nach Räumlichkeiten war groß und schwierig. Auch bei Pfarrer Nun gab es Beschwerden, wenn er den Kellerraumunter der Oberaudorfer Kirche für Partys, Geburtstagsfeiern oder Bandproben zur Verfügung stellte.

Im Jahr 2000 wurde ein Kellerraum mit Teeküche unter der Kirche in Kiefersfelden für die offene Jugendarbeit geöffnet. Der Ansturm der Jugendlichen führte schließlich im Herbst 2002 zur Gründung des Jugendhilfevereins. Günter Nun übernahm ehrenamtlich die Geschäftsführung. Um jungen Menschen einfach in allen schwierigen Lebenslagen zu helfen wurden ehrenamtliche Ansprechpartner gewonnen, unter anderem für die Jobsuche, Ausbildungsfragen, Sektenberatung, Suchtprobleme oder Mädchen- und Jungenberatung. Zudem wurde ein Jugendhilfehandy eingerichtet. Rund um die Uhr war ein kompetenter Ansprechpartner erreichbar, meistens Günter Nun.

Um den Ansturm der Jugendlichen in den offenen Angeboten zu bewältigen wurden 2004 und 2005 zwei Sozialpädagoginnen in Teilzeit angestellt. Im Sommer 2006 wurde in Oberaudorf im ehemaligen Feuerwehrmannschaftsraum ein Jugendcafe eingerichtet. Und die Räumlichkeiten in Kiefersfelden wurden um eine Jugendwerkstatt erweitert. So wurde der Jugendhilfeverein zur anerkannten Facheinrichtung für offene Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit.

Im Übrigen war auch das Jugendbildungshaus am Luegsteinsee in Oberaudorf eine Idee des Sozialpreisträgers des Landkreises. Oberaudorf baute zudem ein Jugendhaus am Sportplatz, das im Oktober 2010 an den Jugendhilfeverein übergeben wurde. Da die Jugendlichen schon beim Bau mithelfen konnten, brachte ihr eigenes Haus der offenen Arbeit einen mächtigen Aufschwung. Zuletzt wurde vor zwei Monaten die Renovierung des Jugendcafes in Kiefersfelden abgeschlossen. Für Laudator Wildgruber ist die Geschichte des Jugendhilfevereins ein Beleg für die unglaubliche Schaffenskraft von Günter Nun. In Kiefersfelden und Oberaudorf sei man stolz auf den Geehrten und seine Auszeichnung. Abschließend wünsche Wildgruber dem evangelischen Pfarrer für die nächsten Jahrzehnte viel Kraft, Ideenreichtum und die Freude, anderen Menschen und damit der gesamten Gesellschaft hilfreich Dienst zu erweisen.

Pfarrer Nun beschäftigte sich in seinem Dankeswort mit der Frage, was Menschen sozial macht. Hier nannte er zunächst seine Eltern, er habe nie erleben müssen, dass etwas nicht gehe. Er sei in einer Familie groß geworden in der er gelernt habe großzügig zu sein. Weiter bedankte er sich bei seinen Freunden, wenn es auf meinem Weg nur Mitarbeiter gewesen wären, wäre es nicht möglich gewesen. Auch seine Frau vergaß er nicht, sie habe seine Großzügigkeit mitbezahlt und mitgetragen. Und im Landratsamt habe er Freunde gefunden für seine Ideen. Abschließend warb der Sozialpreisträger für einen respektvollen Umgang mit Jugendlichen. Nach seiner Erfahrung machen soziale Erfahrungen sozial. Landrat Neiderhell ergänzte hier, dass Vorbilder wie Günter Nun sozial machen.

Der mit 3.000 Euro dotierte Sozialpreis des Landkreises Rosenheim wird seit 1999 vergeben. Er ist für den Landkreis ein sichtbares äußeres Zeichen des Dankes und der Anerkennung. Beispielhaftes Handeln im sozialen Bereich, das oft unbemerkt von der Öffentlichkeit im Dienste des Menschen erbracht wird, soll ausgezeichnet werden.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser