Weltbauerntag: „Wünschen darf man sich´s“

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Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes in Rosenheim, Josef Bodmaier, spricht zum Weltbauerntag und Weltmilchtag.
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Rosenheim – Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes blickt hoffnungsvoll und kritisch auf die derzeitige Lage in der Landwirtschaft. Dabei hat er einen großen Wunsch zum Weltbauerntag.

Große Wasserpfützen säen derzeit die Felder in der Region. Keine einfach Lage für unsere Bauern in Stadt und Landkreis Rosenheim, wie der Kreisobmann vom Bayerischen Bauernverband, Josef Bodmaier, gegenüber rosenheim24 bestätigt. Allerdings: Leiden muss niemand.

Viele Äcker sind derzeit mit großen Regenpfützen übersät.

Den Aussagen des 50-Jährigen nach dürften die Bauern in der Region kaum Ernteausfälle erwarten. Als Grund hierfür nennt er den Mais als Hauptfrucht auf vielen Äckern. Der Mais sei zwar "wärmeliebend", aber „er wird’s überleben“. Der Pflanze würden lediglich ein paar Sonnenstunden abgehen. Hoffnungsvoll blicke Bodmaier deshalb auf die nächste Woche, in der es wettertechnisch wieder bergauf gehen soll.

Neben dem Mais werde auf den Feldern der rund 2400 Bauernhöfe in Stadt und Landkreis Rosenheim vor allem viel Getreide zur eigenen Verfütterung und Grüngut angebaut. Hier hätten es die Bauern wegen des anhaltenden Regens schon schwieriger, so Bodmaier, da einige von ihnen auf ihren Feldern noch nicht „den ersten Schnitt“ gemacht hätten. In der Regel erfolge dieser Anfang Mai. Wegen des schlechten Wetters sei derzeit aber nicht daran zu denken, mit den Erntemaschinen auf die mit Regenpfützen übersäten Felder zu fahren, erklärt der Kreisobmann, der einen Milchviehhof im Raum Tuntenhausen besitzt.

Von diesen Milchviehhöfen gibt es etwa 1950 an der Zahl in Stadt und Landkreis Rosenheim. Diese würden weniger mit dem schlechten Wetter derzeit kämpfen, als mit anhaltend niedrigen Milchauszahlungspreisen, so Bodmaier. Während diese niedrig blieben, würden die Unkosten für Kraftfutter und Energie seit eineinhalb Jahren konstant steigen. Derzeit lägen die Milchauszahlungspreise zwischen 34,5 und 35,5 Cent pro Kilogramm – je nach Fettgehalt und ohne die Mehrwertsteuer von 10,7 Prozent.

Zum Weltbauerntag und Weltmilchtag am Samstag, 1. Juni, wünscht sich der 50-jährige Kreisobmann deshalb, dass auf der ganzen Welt die Produktionsstandards in der Landwirtschaft angeglichen würden, um gegenüber Ländern wie Südamerika oder Südafrika weiter wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei spiele aber nicht nur Geld eine Rolle, so Bodmaier. Grundsätzlich wäre es wichtig eine nachhaltige Landwirtschaft in den genannten Ländern, wie sie in Deutschland betrieben werde, einzuführen: „Dazu müssten Monokulturen und auch genetisch verändertes Saatgut verboten werden.“ Der 50-Jährige habe hier aber keine allzu große Hoffnung. „Wünschen darf man es sich aber“, erklärt er mit einem Lächeln am Ende des Interviews.

Quelle: rosenheim24.de

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