MOBILITÄTSKONZEPT SOLL NAHVERKEHRSPLAN ERGÄNZEN

Öffentlicher Nahverkehr soll attraktiver werden

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Rosenheim - Einstimmig sprach sich der Kreistag für die Ergänzung der anstehenden Fortschreibung des Nahverkehrsplans um ein Mobilitätskonzept aus. Dieses soll regionale Aspekte des Öffentlichen Personennahverkehrs berücksichtigen.

UPDATE, 11.40 Uhr: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Der nächste Nahverkehrsplan für den Landkreis und die Stadt Rosenheim wird über die staatlich vorgeschriebenen Inhalte hinausgehen. Der Kreistag beschloss in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig ein zusätzliches Pflichtenheft, um besondere regionale Belange zu berücksichtigen.

Neues Mobilitätskonzept für jedermann

Wie so ein Mobilitätskonzept aussehen kann, referierte Dr. Thomas Huber von DG Regio Bus. Um eine Basis für Entscheidungen zu schaffen, gilt es zunächst die Bürgerinnen und Bürger zu befragen und deren Mobilitätsbedürfnisse zu erheben, das heißt, ermitteln wo und wann sich die Menschen bewegen. 

Wichtig dabei ist, die Personengruppen zu erschließen, die normalerweise nicht mit dem ÖPNV-Angebot erreicht werden. Dr. Huber nannte als Beispiel kleine Ortschaften mit weniger als 200 Einwohnern.

In einigen wenigen bayerischen Landkreisen wurden solche Haushaltsbefragungen bereits durchgeführt. Dabei kam unter anderem heraus, dass vormittags und nachmittags, wenn keine Schülerbusse verkehren, beim Einkaufen und in der Freizeit viel Mobilität passiert. Wenn man ÖPNV zu diesen Zeiten ökologisch und wirtschaftlich darstellen will, muss man anders denken, sagte Dr. Huber. 

Bürgerbeteiligung für Akzeptanz wichtig

Beispielsweise könnten Haltestellen geschaffen werden, die nur angefahren werden, wenn sich ein Bürger vorher anmeldet. Um eine möglichst hohe Akzeptanz zu erreichen, sollen sich die Bürgerinnen und Bürger in Bürgerforen beteiligen können. 

Als positives Beispiel nannte der Fachmann von DB Regio Bus den Landkreis Kronach. Bei 70.000 Einwohnern werden dort 50.000 Fahrten pro Jahr zusätzlich zum vorhandenen ÖPNV angeboten. Dr. Huber wies hier ausdrücklich darauf hin, dass innovative Mobilitätslösungen ein vorhandenes ÖPNV-Angebot nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Auf Antrag der Kreistagsfraktion der SPD hatte der Kreistag im Juni eine Arbeitsgruppe eingesetzt, bestehend aus Kreistagsmitgliedern verschiedener politischer Gruppierungen und Parteien, mit dem Auftrag, entsprechende Vorgaben zu erarbeiten. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe, die sich am 22. Juli trafen, einigten sich darauf, dem Kreistag zu empfehlen, der Fortschreibung des Nahverkehrsplans zusätzlich Elemente eines modernen, innovativen Mobilitätskonzeptes hinzuzufügen.

Interessen der Bevölkerung berücksichtigen

Neben der Befragung von Bürgerinnen und Bürgern sollen auch Verbände und Interessenvertretungen wie der Allgemeinde Deutsche Fahrradclub und ProBahn beteiligt werden. Geprüft werden sollen die Notwendigkeit alternativer, flexibler Bedienformen wie Rufbusse, die Möglichkeiten der Tarifgestaltung und deren Auswirkungen sowie dieSchnittstellen zu anderen Verkehrsträgern wie den Individualverkehr im ländlichen Raum.

Einzelne Nutzergruppen wie Berufspendler, Schüler, Senioren, Touristen oder Menschen mit Behinderung und deren Bedürfnisse sollen konkreter betrachtet werden. Wichtig war den Ausschussmitgliedern zudem, die Angebote im Öffentlichen Personennahverkehr mit benachbarten Landkreisen abzustimmen und "grenzüberschreitende" Verkehre auszubauen.

Vorhandene Planungen miteinbeziehen

Grundsätzlich ist der Nahverkehrsplan ein unerlässliches Instrument für die Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs in Landkreisen und kreisfreien Städten. Zu den Inhalten gehören unter anderem Bestandsaufnahmen des aktuellen ÖPNV-Angebots und der derzeitigen ÖPNV-Nutzung sowie eine Schwachstellenanalyse. 

Bei der Beurteilung der voraussichtlichen Entwicklung hat der Gutachter die vorhandenen Planungen zur siedlungs- und verkehrsinfrastrukturellen Entwicklung, die Planungen im Schienenpersonenverkehr sowie Verkehrsprognosen zum motorisierten Individualverkehr und zum ÖPNV zu berücksichtigen.

Ein weiterer wesentlicher Inhalt der Nahverkehrsplanung ist die Abschätzung der finanziellen Auswirkungen von Planungsmaßnahmen. Der Nahverkehrsplan muss mit den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit übereinstimmen. Der Rosenheimer Kreistag, der den Nahverkehrsplan aber auch das Mobilitätskonzept für den Landkreis beschließt, entscheidet nicht nur über Verbesserungen im ÖPNV, sondern auch über deren Finanzierung.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Erstmeldung:

Wie das Oberbayerische Volksblatt berichtet, sprach sich der Kreistag einstimmig für die Ergänzung der anstehenden Fortschreibung des Nahverkehrsplans um ein Mobilitätskonzept aus. Neben aus staatlichen Vorgaben resultierenden Pflichtinhalten soll dieses regionale Aspekte des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) berücksichtigen, wie die Zeitung schreibt.

Das Konzept geht auf eine Initiative der SPD-Kreistagsfraktion im Mai zurück. Im Juni war es dann vom Kreistag in Zusammenarbeit mit der Stadt Rosenheim auf seine Notwendigkeit geprüft worden. Der zu Grunde liegende Kritierienkatalog war dann von einer Arbeitsgruppe erstellt worden. 

Den ausführlichen Artikel lesen Sie auf OVB Online oder in der gedruckten Heimatzeitung!

Quelle: rosenheim24.de

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