Rundherum kein Obst

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Die Zeit für die Ernte von Apfel, Birnen oder Zwetschgen ist reif, die Ausbeute fällt heuer allerdings spärlich oder ganz aus. Foto heck

Wasserburg - Freunde des Wasserburger Obstmarktes in der Stadt müssen enttäuscht werden - der Markt muss heuer ausfallen, rundum haben die Obstbäume heuer fast keine Früchte.

Weit über den Landkreis Rosenheim hinaus müssen Obstbauern eine schlechte Ernte beklagen, die Obstpressen sind bei weitem nicht ausgelastet. "Es gibt rundherum nichts!" So drastisch formuliert Anton Kölbl, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Wasserburg, seine diesjährige Erntebilanz. Nachdem vor kurzem noch die Getreidebauern um ihre Ernte bangten, ist es jetzt das Obst, dessen Erntevolumen dieses Jahr erheblich einbricht.

"Der Ernteeinbruch beträgt nach aktuellen Schätzungen mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, und da war die Ernte schon schlecht", beschreibt Josef Stein, Gartenfachberater am Landratsamt Rosenheim, die Situation. Betroffen sei nicht nur der Landkreis Rosenheim. Von weit über die Landkreisgrenzen hinaus kommen laut Stein die Anfragen nach Obst.

Die Gründe für die schlechte Ausbeute, vor allem bei Äpfeln, Birnen und Zwetschgen, sind vielfältig, gehen aber allesamt auf das Wetter zurück.

Ihren Anfang nahmen die Probleme bereits vor der Blüte. "Die Anzahl der Blüten war nicht so schlecht, aber die Einzelblüten waren schon durch den starken Frost im März beschädigt. Temperaturen von Minus 15 Grad, Minusgrade auch tagsüber, dazu die hohe Sonneneinstrahlung und deren Reflexion über den Schnee haben die geschlossenen Knospen beschädigt, mit der Folge, dass die weiblichen Organe der Blüten nicht gut ausgebildet wurden", erklärt Stein.Mit der schlechten Witterung während der Blüte nahm das Unheil dann seinen Lauf. "Bei der Blüte war es kalt und es hat viel geregnet. Dann fliegen die Bienen nicht, und die Blüten werden nicht bestäubt", so Kölbl.

Was trotz der widrigen Umstände bestäubt wurde und jetzt an den Bäumen hängt, dem habe laut Kölbl das schlechte Wetter im August den Rest gegeben. Pilz- und Wurmbefall mache die Restbestände unverwertbar, vieles falle ab.

Dies bekommen die örtlichen Obstpressen, zum Beispiel die des Gartenbauvereins St.Wolfgang oder der Stiftung Attl, zu spüren. Beiderorts sind die Pressen bei weitem nicht ausgelastet. In Attl wird in der Regel Mitte August mit dem Pressen begonnen. "Letztes Jahr, ein überdurchschnittlich gutes Jahr, hatten wir im August um die zehn Presstage. Dieses Jahr hatten wir bis jetzt nur einen einzigen, und viel wird wohl auch nicht mehr kommen", resümiert Hermann Kühn, Pädagogischer Leiter am Attler Hof.

Doch nicht überall fällt die Ernte derart ins Wasser. Renate Grill, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Mittergars, ist zumindest mit dem Ertrag in ihrem Garten zufrieden. "Von den Äpfeln fallen zwar viele herunter, aber der Ertrag ist nicht schlecht", schildert sie. Zwetschgen habe sie sogar sehr viele. Begründen kann sie aber auch nicht, warum bei ihr die Ernte besser ausfällt als in weiten Teilen der Region. "Es kann sein, dass Spalierbäume, die an der Hauswand stehen, besser vor der Kälte und vor dem Regen geschützt waren", gibt Stein eine mögliche Erklärung für regionale Ausnahmefälle.

Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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