Firma Zosseder - Schrittweise zum Erfolg

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Ein Familien-Unternehmen will Zoßeder auch in Zukunft bleiben (von links): Simon senior, Katharina, Karin und Simon Zoßeder junior.

Eiselfing/Wasserburg - Die Firma Zosseder ist an den unterschiedlichsten Orten präsent. Kaum einer jedoch weiß, dass dahinter ein Familien-Unternehmen mit 175 Mitarbeitern steckt.

Wertstoffcontainer, Lastwagen, Müllauto, Kiesgrube, Sortieranlage: An vielen Stellen finden sich die Schilder der Firma, die ihre Zentrale in Spielberg hat. Katharina Zoßeder, die Seniorchefin, erinnert sich noch ganz genau an die Anfänge im Jahr 1967: Zwei Lkw, eine Garage - so startete das Ehepaar Zoßeder. Simon Zoßeder senior saß selbst hinter dem Lenkrad, seine Frau organisierte die Familie und den Betrieb, der überwiegend Kiestransporte erledigte. Für den Funkkontakt mit den Fahrzeugen musste sie auf den Hügel hinter dem Haus laufen, "des war'n Zeiten..."

1974 sollte ein Bagger gekauft werden, dabei stieß man eher zufällig auf einen gebrauchten "Absetzer" mit vier Mulden-Containern, damals ein wenig bekanntes Verfahren. Weil der aber genau für die Bedürfnisse eines Kunden passte, kaufte ihn das Ehepaar Zoßeder und eröffnete damit praktisch ungeplant einen neuen Betriebszweig, der sich in der Folge enorm ausweitete: "Wir waren Vorreiter in der privaten Entsorgungswirtschaft", so Simon Zoßeder junior, seit 1991 in der Firma und seit 2005 Geschäftsführer der inzwischen fünf GmbHs, die zu Zoßeder gehören.

1976 eröffnete man eine eigene Erdbau-Sparte und baggerte als Subunternehmer. Fairchild war 1981 die erste ganz große Baustelle, "da waren wir Mädchen für alles", erinnert sich die Seniorchefin.

Ende der 80er-Jahre wandelte sich dann das Bild der Firma schrittweise: Für den boomenden Entsorgungssektor brauchte man eine Fachkraft. Mit dem Chemiker Clemens Knoch kam 1987 ein erster externen Fachmann nach Spielberg.

Inzwischen arbeiten unter anderem ein Umwelttechniker, ein Bauingenieur, ein Vermessungsingenieur und mehrere Meister bei Zoßeder, laufend werden etwa zehn Lehrlinge ausgebildet. Vom Subunternehmer wurde man zum Marken-Anbieter. Die Firmen-Philosphie dabei: "Wir haben nie nein gesagt, wenn sich eine neue Möglichkeit geboten hat, haben immer über den Tellerrand geschaut", so Clemens Knoch.

Zum Beispiel im Entsorgungsbereich: Mit dem Landratsamt wurde die kommunale Wertstoff-Entsorgung aufgebaut. Dazu kamen eigene Recycling-Anlagen in der Schilchau (Eiselfing) und in Wasserwiesen (Rosenheim). Als die Vorschriften für das Autorecycling verschärft wurden, zertifizierte man sich für das Trockenlegen und die Demontage von Autos. Und als mit der Abwrackprämie letztes Jahr plötzlich 2000 Altautos auf Zoßeder-Flächen standen, beschloss man, die Autoteile eben auch zu verwerten und baute ein Gebrauchtteile-Lager auf.

Oder im Bausektor: Aus dem reinen Baggerbetrieb wurde ein Tiefbau- und Abbruchunternehmen, das mit dem Hintergrund der Entsorgungs-Erfahrung auch belastete Böden und Bauten in Angriff nahm - bis hin zu Deponie-Sanierungen. 2005 kam der komplette Straßenbau mit dazu.

Der Containerdienst parkte vorübergehend schon ganze Krankenhaus-Abteilungen in Wohncontainern. Und Zoßeder hat auch "den vermutlich weltweit einzigen Umzugs-Container im Angebot", so der Geschäftsführer.

Ein typisches Beispiel für die Firmen-Entwicklung ist auch das jüngste Kind "Brummi-Center": Nachdem inzwischen rund 70 Lkws und 50 Baumaschinen bei Zoßeder im Einsatz sind, wurde die Werkstatt zu klein. Also eröffnete man eine größere und machte gleich eine freie Lkw-Werkstatt samt Waschanlage und Bistro daraus.

Unter anderem dafür wurde in zwei Schritten ein großer Teil des ehemaligen Fairchild/Wacker-Geländes am Burgfrieden in Wasserburg gekauft. 60.000 Quadratmeter Fläche und die großen Gebäude sind eine entscheidende Zukunftsoption für Zoßeder.

Denn dass man zwar regional bleiben, sich aber trotzdem entwickeln will, das ist für Simon Zoßeder junior keine Frage. "Bedarfsorientiert und kontinuierlich" soll es weiter gehen, unabhängig von Konzernen und trotz der Größe immer noch als mittelständisches Familien-Unternehmen, das auf seinen konstanten Mitarbeiterstamm stolz ist, "unser Rückgrat". Im Notfall sitzt der Chef immer noch selbst an der Dispo, so wie beim Hochwasser 2005. "Wir waren schon immer 24 Stunden für die Kunden da, egal ob die großen oder die kleinen", sagt seine Mutter.

Geredet hat man darüber nie viel. Zurückhaltung gehört eben auch zur Firmen-Philosophie. So will man beispielsweise auch jetzt nichts sagen zu Umsatzzahlen: "Was sagt das schon wirklich?"

Karl Königbauer (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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