Schulsanierung und Hallenneubau

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Wasserburg - Am Ende war der Grundsatzbeschluss des Stadtrats einstimmig: Die Mittelschule wird generalsaniert, die alte Turnhalle abgerissen und eine neue gebaut.

Für einen Vorentwurf unüblich genau hatten die Architekten Kosten von 14,5 Millionen Euro errechnet. Bislang ging man von zehn bis zwölf Millionen aus und so warf die CSU die Frage auf, ob nicht ein Neubau gescheiter wäre, vorstellbar dort, wo jetzt der Bauhof ist.

Wieviele Diskussionen es in verschiedenen Gremien und mit allen Fachbüros über viele Fragen in den vergangenen drei Jahren gegeben hat schilderte Bürgermeister Michael Kölbl einleitend. "Das ist ein teures und wichtiges Projekt, das Zwischenergebnis heute ist entstanden durch harte Arbeit aller Beteiligten", so Kölbl. Die Bedeutung der Entscheidung des Stadtrats unterstrich auch Martin Gessert vom Architekturbüro h4a aus Stuttgart. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, wir sind heute wesentlich weiter als ein Vorentwurf sonst darstellt und haben ein solides Fundament für eine gute Entscheidung."

Die vier Punkte energetische Sanierung mit einem neuen Heizsystem, dem Brandschutz, die behindertengerechte Gestaltung und die Schadstoffsanierung in Teilbereichen stellte Bernhard Wagner von h4a vor. Zeitlich sind als Erstes Abriss der alten und Baubeginn der neuen Turnhalle im Frühjahr nächstes Jahr vorgesehen, in den Sommerferien dann der Teilabbruch der Schule und als dritter Bauabschnitt 2014 der Neubau im Eingangsbereich der Schule. Der Unterricht während des zweiten und dritten Bauabschnitts findet in Containern statt. Die Regelklassen 5 und 6 könnten in Reitmehring untergebracht werden.

Nach vielen Ausführungen zu Details nannte Wagner die Kosten, für die Halle vier Millionen, für die Schule 9,2 Millionen, insgesamt 14,5 Millionen, Preissteigerungen 2012 sind enthalten. "So genau wie die Zahlen für alle Ebenen sind, dürfte sich relativ wenig ändern", fügte der Bürgermeister hinzu.

Genau das aber glaubte Oliver Winter (CSU) nicht, "Brief und Sigl" wolle er schwören, dass am Ende 18 Millionen stehen. Man hätte ein Grundstück, das nichts koste, der Bauhof käme aus der Altstadt, eine weitere Schule dorthin, wo schon Grund- und Realschule seien. Durchaus diskussionswürdig fanden auch die Fraktionskollegen Hans Köck und Andreas Ass, sich Gedanken über diese Alternative zu machen aus Gründen der Wirtschafltichkeit und Nachhaltigkeit. Diskutieren könne man ja erst jetzt darüber, da erst jetzt Kostenzahlen vorlägen, "bisher war das ein Stochern im Nebel".

Die Frage nach den Kosten für eine neue Schule konnten Architekt und Bürgermeister beantworten. "Ein kompletter Neubau wäre deutlich teuerer, die Fördermittel wären geringer und nach neuen Vorschriften die Klassenzimmer kleiner", so Martin Gessert, der für diese Alternative Kosten von rund 15 Millionen ohne Turnhalle und mit einer um die 700 Quadratmeter kleineren Schule nannte. Michael Kölbl hatte sich in Kolbermoor erkundigt, wo eine der Wasserburger ähnlich große Schule vor drei Jahren neu gebaut wurde, "für 22 Millionen".

"Ein Neubau ist nicht gleich eine bessere Schule", argumentierte der Architekt weiter. Das Gebäude sei schön, wie auch die Fassade, die Qualität gut, "einen Natursteinboden wie dort gibt es gar nicht mehr, zumindest nicht bezahlbar", außerdem sei der Platz gut.

Michael Kölbl führte noch weitere Argumente an. Konkret habe die Stadt keinen unbebauten Grund für eine neue Schule, nur weit draußen, "Schüler gehören aber in die Stadt". Allerdings nicht in die Altstadt, da habe man bereits Probleme mit den großen Schülerströmen. Und den Bauhof habe man erst ordentlich saniert, ein Abriss würde kosten und außerdem lägen die meisten Bauhofleistungen im Bereich der Altstadt, "ich sehe keinen wirtschaftlichen Vorteil geschweige denn eine Verbesserung".

Komplimente gab es für die Arbeit der Architekten, Fachbüros und des Arbeitskreises auch. Werner Gartner (SPD) freute sich, dass es endlich eine neue Turnhalle gebe und ein positives Zeichen für die Mittelschule. "Mir wird schlecht bei der Vorstellung von noch einem Schulzentrum beim Blick auf die Altstadt."

Burkhard Martl (SPD) wollte Planungskontinuität, alles andere sähe aus, als ob man drei Jahre blind gewesen wäre.

Und auch Sepp Baumann (Ausschussgemeinschaft) lobte die gute Arbeit und das, was dabei herausgekommen sei.

Fragen zum Projekt gab es viele. So traute Elisabeth Fischer (CSU) der vielen modernen Technik nicht. Der Architekt aber verwies auf Passivschulbauten in Frankfurt und München, die sein Büro vor drei Jahren gebaut hätten und die komplikationslos funktionierten, "Passivhäuser sind kein Hexenwerk".

Elisabeth Fischer fragte auch nach den Stellplätzen. Wie jetzt, sind 18 nachgewiesen, vielleicht kommen noch drei hinzu.

Edith Stürmlinger (Bürgerforum) hatte Bedenken, weil Pellets teuerer würden. Diese, so Kölbl, seien immer noch viel billiger als Gas, wie auch der CO2-Ausstoß wesentlich geringer sei.

Marlene Hof-Hippke (SPD) wollte wissen, wieviel Räume für die Volkshochschule abends zugänglich sei. Es sind drei Räume.

Peter Stenger fragte nach dem Hochwasserschutz und erhielt zur Antwort, dass der Fußboden sich an der Höhe der erhöhten Dammkrone orientiere.

"Wir haben noch viele Aufgaben vor uns", sagte der Bürgermeister schon eingangs der Debatte. Die geht jetzt weiter und in der Entwurfsphase sollen dann weitere Fragen, die in der Sitzung auftauchten, zu Materialien, Farben, Fenster aus Metall oder nicht, nochmals hinterfragt werden.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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