Kiesinsel im Simssee                                                      

Ein Vogel-Paradies direkt vor der Haustüre

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Paradies für zahlreiche Vogelarten

Simssee - Durch die Ablagerung von Schwemmmaterial ist am Ostufer des Simssees ein kleines und sehr feines Vogelparadies entstanden. Eine gut 1.000 Quadratmeter große Insel ist zu einem überregional bedeutsamen Brutlebensraum geworden.

Die Flussregenpfeifer brüten in diesem Jahr bereits. Um sie und alle anderen Brutvogelarten, aber auch die Durchzügler nicht zu stören, bittet die Untere Naturschutzbehörde im Rosenheimer Landratsamt dringend darum, mit Booten einen großen Abstand einzuhalten, die Kiesinsel nicht zu betreten und auch Hunde nicht dorthin zu lassen.

Vor vier Jahren entdeckte die seltene und in Bayern vom Aussterben bedrohte Flussseeschwalbe die natürlich entstandene Insel als Brutplatz. Weil der Bruterfolg ausblieb, bemühten sich viele intensiv darum, die wertvolle Brutfläche zu erhalten und gute Bedingungen für die Vögel zu schaffen. Dies gelang in enger Zusammenarbeit und mit großer Unterstützung durch den Angelsportverein Simssee, mit Hilfe der Flussmeisterstelle des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim und des Bauhofs der Gemeinde Bad Endorf sowie durch den unermüdlichen Einsatz von Mitgliedern des Landesbundes für Vogelschutz und der Naturschutzwacht des Landkreises Rosenheim.Auch dem großen Verständnis der Bevölkerung, der Seebesitzer und der Campingplatzinhaber ist es zu verdanken, dass 2015 ein Flussseeschwalbenpaar erfolgreich brütete und die Jungvögel flügge wurden.

2012 und 2015 war die kleine Insel im Simssee bayernweit der einzige Brutplatz der Flussseeschwalbe auf einer natürlich entstandenen Kiesinsel. Solche typischen Brutstandorte sind inzwischen selten geworden. Die Vögel nutzen die Kiesfläche wegen ihrer geschützten Lage, dem guten Überblick und dem Nahrungsangebot am und im Simssee. Die Flussseeschwalben sind elegante Stoßtaucher, die sich von kleinen Fischen ernähren. Die Jungen lernen das Tauchen nach Fischen von ihren Eltern. Bis sie selbständig sind, werden sie regelmäßig gefüttert.

Der jetzt schon brütende Flussregenpfeifer ist inzwischen Stammgast auf der Kiesinsel. Der kleine, flinke Watvogel mit intensiv gelbem Augenring steht in Bayern ebenfalls auf der Roten Liste und wird als gefährdet eingestuft. Die Küken der Flussregenpfeifer sind Nestflüchter Selbständig suchen sie auf den feinen Schlickflächen am Ufer nach Insekten, Kleinkrebsen, Würmern und ähnlichem. Die Eier und die geschlüpften Küken sind gut getarnt. Bei einem Betreten der Insel bestünde die Gefahr, auf sie zu treten.

Die Insel ist nicht nur ein überregional bedeutsamer Brutlebensraum.Sie wird auch von vielen, zum Teil gefährdeten durchziehenden Watvogelarten als Rast- und Nahrungsfläche genutzt. Ein Beispiel ist der imposante Kampfläufer, der im Frühjahr eine gut 5.000 Kilometer lange Reise 

Um das Vogelparadies als solches zu erhalten, müssen jedes Jahr aufkommende Gehölze entfernt werden. Dabei halfen im vergangenen Herbst und Winter die Mitglieder des antritt, um aus Gebieten südlich der Sahara nach Nordeuropa zu fliegen. Angelsportvereins Simssee, der Kreisgruppe Rosenheim des Landesbundes für Vogelschutz und der Naturschutzwacht Rosenheim wieder tatkräftig mit.

Schon seit einigen Jahren werden der Erhalt und die Pflege der wertvollen Uferbereiche im Nordosten des Simssees und des Simsseemooses im Rahmen des BayernNetzNatur-Projekts "Simsseeostufer und Thalkirchner Moos" gefördert. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein des "Biodiversitätsprogramms 2030 NaturVielfaltBayern" der Bayerischen Staatsregierung. In enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde im Rosenheimer Landratsamt wird es vom Landschaftsarchitekturbüro Niederlöhner aus Wasserburg betreut. Weitere Informationen gibt es bei Margit Böhm von der Unteren Naturschutzbehörde telefonisch unter 08031 392 3301 oder bei Barbara Reinelt vom Landschaftsarchitekturbüro Niederlöhner in Wasserburg unter 08071 7266 860.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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