"Singer" nach 35 Jahren runderneuert

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Die Singer-Geschäftsführer und die "Gründermütter", wie sie Max Singer bezeichnete (von links): Manfred und Elisabeth, Anna und Max Singer.

Wasserburg - Nach 35 Jahren wurde der Singer-Markt einer gründlichen Kur unterzogen. Entstanden ist ein Fachmarktzentrum, das nun offiziell eingeweiht wurde.

Nach zweijähriger Umbauphase feierten im Singer viele Ehrengäste und die am Bau beteiligten Firmen. Auf einer Fläche von 7630 Quadratmetern erwartet den Kunden jetzt ein Fachmarktangebot mit Fitnessstudio und Tankstelle. Zudem gab es in der Feierstunde, in der Pfarrer Dr. Schinagl die neuen Räume segnete, reichlich Spenden für einen guten Zweck

Die Kunden, aber auch die Betreiber des Fachmarktzentrums können langsam aufatmen, denn die umfangreichen Umbaumaßnahmen sind nun weitgehend abgeschlossen. Eine grundlegende Sanierung war notwendig geworden, da das Gebäude in die Jahre gekommen war und Ausstattung und Erscheinungsbild den modernen Standards nicht mehr entsprachen. Zudem verfolgte der Edeka-Konzern ab 2007 mit der Konzentration auf Lebensmittel ein neues Konzept und benötigte dafür weniger Verkaufsfläche.

Den Segen für Menschen und Gebäude erbat Pfarrer Dr. Schinagl bei der Einweihung.

Um die freiwerdenden Flächen zu nutzen, entstand die Idee eines Fachmarktzentrums. Dabei wurde das bestehende Gebäude des Einkaufszentrums in seiner Grundsubstanz und Dimension erhalten. Als Neubaumaßnahme wurde der Baumarkt vom Obergeschoss auf ebenerdige Flächen zwischen dem Marktgebäude und der Tankstelle angesiedelt. Da die genehmigten Verkaufsflächen damit ausgereizt sind, wurde in die freigewordene Fläche ein Fitnessstudio integriert, und ab dem kommenden Frühjahr stehen hier noch rund 850 Quadratmeter Büroflächen zur Verfügung.

Mit der Umbaumaßnahme wurden die bisherigen Verkaufsflächen verlagert. Außerdem wurde eine bereits länger gewünschte weitere Zufahrt von der Salzburger Straße angelegt und die Neugestaltung der Außenanlagen in Angriff genommen. Die Kosten für die neue Zufahrt, einschließlich des Radwegs und der Querungshilfe in diesem Bereich, übernahm die Singer GmbH.

Für die Stadt Wasserburg seien der Bau des Fachmarktzentrums und auch der neue Radweg ein Gewinn, lobte Bürgermeister Michael Kölbl. Laut einem Wirtschaftsgutachten stelle die Stadt Wasserburg für rund 50 000 Menschen ein Mittelzentrum dar, das auch aufgrund der geringen Arbeitslosigkeit über eine große Kaufkraft verfüge. Da bisher ein Elektromarkt fehlte, sei die Abwanderung der Kaufkraft nach Haag und Rosenheim zu befürchten gewesen, sagte Kölbl. Mit dem Elektromarkt im Fachmarktzentrum habe nun diese Lücke altstadtverträglich gelöst werden können. Die wenigen kritischen Stimmen seien mittlerweile verstummt und auch der Wirtschaftsförderverband habe das neue Sortiment befürwortet. Für die beiden Elektrogeschäfte in der Altstadt sah Kölbl auch aufgrund deren Angebotspalette und starken Kundenbindung keine große Konkurrenzsituation. Vorher hätten viele Kunden auch im Internet bestellt.

In seinen Grußworten lobte Kölbl die Singer GmbH als zuverlässigen Partner, der sich an alle Vereinbarungen gehalten habe. Geschäftsführer Max Singer, der mit seinem Cousin Manfred das Unternehmen führt, betonte, dass die Verwirklichung des Objekts kein Spaziergang, sondern eher eine anstrengende Bergtour gewesen sei. 2010 habe man die erste rechtliche Hürde für die Erweiterung und den Umbau genommen und immer eng mit den zuständigen Behörden zusammengearbeitet.

Dennoch sei man manch herber Kritik ausgesetzt gewesen, ähnlich wie zu Gründerzeiten, als sein Vater und sein Onkel als "Totengräber Wasserburgs" bezeichnet worden seien. Dies hätte Franz und Otto Singer, die beide stark mit Wasserburg verbunden gewesen seien, damals tief getroffen. Heute wisse man, dass Wasserburg lebe und sich der Großmarkt Singer nur an den Erfordernissen der Zeit und den Ansprüchen der Kunden orientiert habe.

Dabei sei immer Wert auf ein gutes Miteinander gelegt worden und es sei immer wichtig gewesen, die Wertschöpfung in der Region zu erhalten. "Beim Umbau wurden deshalb auch weitgehend heimische Firmen beauftragt, um ein Zeichen zu setzen", betonte Max Singer.

"Ja, is denn heut scho Weihnachten", mögen sich anschließend Wolfgang Slatosch von der Stiftung Attl und Bürgermeister Michael Kölbl gedacht haben, denn sie gingen nicht mit leeren Händen nach Hause. Ohne Vorankündigung überreichte Dr. Stefan Mayer von der Edeka Südbayern dem Vorstandsvorsitzenden von Attel eine Spende über 1000 Euro für den beabsichtigten Bau des Kinder- und Jugendwohnheims. Marcus Pfeiffer vom Elektropark übergab den Erlös der Eröffnungsverlosung über 1900 Euro an Bürgermeister Michael Kölbl für einen sozialen Zweck und Peter Eder vom Profimarkt Eder überreichte zehn Gutscheine zu je 50 Euro für bedürftige Familien.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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