Das Handwerk befindet sich im Aufwind

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Wasserburg - "Handwerk im Aufwind" so titelt der Konjunkturbericht der Handwerkskammer für München und Oberbayern für das erste Quartal. Gleiches sagt die Kreishandwerkerschaft Rosenheim.

Besonders das Baugewerbe, so der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Andreas Holzner in seinem Bericht zur Situation bei der Jahresversammlung auf der Wasserburger Burg, profitiere von Nachholeffekten. Das Kraftfahrzeuggewerbe sei wieder im Vorwärtsgang. Zwei Schwergewichte, die mit all ihren begleitenden Gewerken Optimismus verbreiteten und das gute gesamtwirtschaftliche Umfeld bestätigten, so Holzner. Zudem sei die Binnenkonjunktur, die gerade für das regionale und ortsgebundene Handwerk ein entscheidender Faktor sei, im Aufschwung.

Ferner zeigten die Bürger - zum Beispiel bei der Wohnraummodernisierung -eine hohe Investitionsbereitschaft, die nicht zuletzt auf steuerliche Anreize zurückzuführen sei. Damit sei ein wirksames Instrumentarium geschaffen, das dem Bürger Geld spare und ein Mittel zur Eindämmung der Schwarzarbeit sei.

Anders als diese Entwicklung sei der Organisationsgrad der Innungen negativ. Auch gegenüber 2009 verringerte sich die Mitgliederzahl um 22 auf nunmehr 960 Handwerksbetriebe. Als Grund nannte Holzner strukturbedingte Veränderungen, wie einen starken Anstieg von Filialisten, oder die ständig erhöhten Auflagen und Vorschriften. Insbesondere aber auch die freien Zugangs- und Informationsmöglichkeiten über diverse Internetangebote "erfordern noch mehr Aufklärungsarbeit und eine noch bessere Einbindung in unser Dienstleistungsangebot", so Holzner.

Bei der Betriebsentwicklung liege das Handwerk dagegen voll im Trend. Im Stadtgebiet gibt es ein Plus von 1,8 Prozent auf nunmehr 999 Betriebe und im Landkreis einen Anstieg von 2,9 Prozent auf 5385 Handwerksbetriebe. Ebenso seien auch die Umsatzzahlen um 2,1 beziehungsweise um 2,7 Prozent bei einem Gesamtvolumen von 2,4 Milliarden Euro gestiegen.

Dagegen hat sich die Beschäftigtensituation mit rund 5000 Beschäftigten im Stadtgebiet und 16.300 im Landkreis kaum verändert. Bei den Auszubildenden ist im Stadtgebiet sogar ein Rückgang um 5,5 Prozent gegenüber einem Plus von 1,7 Prozent im Landkreis festzustellen. Insgesamt absolvieren derzeit 2312 Jugendliche eine Ausbildung im Handwerk.

Da angesichts der guten Konjunktur die Beschäftigungslage stabil sei, könne man auch der seit 1. Mai geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit in der Region ohne Angst begegnen. Die hohe Qualität der Dienstleistungen und Produkte im Handwerk, die auf einer sehr guten Aus- und Weiterbildung fundiere, brauche den Wettbewerb mit den osteuropäischen Nachbarn nicht zu scheuen, sagte Holzner. Allerdings dürften die für heimische Unternehmen verpflichtenden Arbeits- und Sozialstandards nicht von den ausländischen Anbietern unterlaufen werden.

Einer der wenigen negativen Punkte bei der Versammlung: Die Ausbildungsreife der Schulabgänger und die Berufsorientierung an den Schulen müsse dringend verbessert werden.

jre/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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