Antrag soll Flächenverpachtung unter die Lupe nehmen

Wasserburger Grüne bringen Zirkus in Hauptausschuss

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Wasserburg - Immer wieder Zirkus in der Stadt. Auf stadteigenen Flächen oder auf Feldern von Landwirten suchen sich Zirkusfamilien samt Tiere oft ein Platzerl zum Gastieren. Die Grüne Stadtratsfraktion möchte hier mehr Regeln.

Ein Zirkus mit Wildtieren - immer wieder kommt es hier zu Diskussionen. Tierschutzorganisationen demonstrieren oftmals sogar vor Zirkuszelten und prangern die Tierhaltung von Zirkusleuten an. Initiativen wollen ein bundesweites Verbot von Wildtieren beim Zirkus durchsetzen.

Auch im Stadtgebiet von Wasserburg gastieren mehrmals im Jahr Zirkusse, oft sogar auf stadteigenen Flächen. Diese werden an Zirkusfamilien verpachtet, dort finden Vorstellungen und Tiershows statt.

Im Hauptausschuss Anfang Oktober  soll nun ein Antrag der Grünen-Stadtratsfraktion behandelt werden. Fraktionssprecher Christian Stadler betont, dass es solch einen Antrag bislang noch nicht gab im Wasserburger Stadtrat, die Wasserburger Grünen dieses Ansinnen jedoch schon länger mit sich herumtragen. Es sei ein wichtiges Thema, sehen sich die Grünen bestärkt.

Initiativen wollen ein bundesweites Verbot von Wildtieren beim Zirkus durchsetzen. "Nachdem das aber wohl noch ein weiter Weg ist - wie jede Gesetzesinitiative - haben wir uns gedacht, es wäre gut, wenn die Stadt in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich schon mal "in Vorleistung" geht", erläutert Christian Stadler.

Details zum Antrag

Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragen, dass städtische Flächen zukünftig an Zirkusbetriebe, die Tiere wildlebender Arten mitführen, weder als Zwischenquartier noch als Auftrittsort zur Verfügung gestellt werden.

Hier geht's zum Antrag der Grünen-Stadtratsfraktion

Es fehle den Zirkusbetreibern oft an notwendiger Sachkunde zum richtigen Umgang mit diesen Tieren, heißt es weiter. Im Schnitt wechseln die Tiere gut 50 Mal im Jahr den Auftrittsort und seien Stress ausgesetzt. Immer noch gebe es viele Zirkusbetreiber, die wildlebende Tiere wie etwa Affen, Bären, Löwen, Nashörner und dergleichen mitführen.

Was sind Wildtiere?

Die Kategorie Wildtiere, um die es in dem Antrag geht, ist bei kleineren Zirkusbetrieben oftmals nicht vorhanden. Pferde allerdings gibt es in den meisten Zirkussen.

Marcel Fischer von der Aktionsgruppe "AnimalsUnited Chiemgau" erklärt auf Nachfrage von wasserburg24.de, dass sowohl Pferde, aber auch Kamele nicht als Wildtiere bezeichnet werden. Somit müsse ständig geprüft werden, welche Tiere in dem Zirkus dabei sind.

"Außer die Stadt führt diese Tiere (Pferde und Kamele) gesondert mit auf, das könnte sie tun", rät Fischer.

Besser wäre ein generelles  Verbot von Zirkussen mit Tieren, findet der Tierschützer. "Wir wollen selber ein Verbot in Mühldorf, Waldkraiburg und Wasserburg erreichen", verrät Marcel Fischer weiter.

Der Hauptausschuss der Stadt Wasserburg wird sich voraussichtlich am 6. Oktober mit dem Antrag der Grünen-Stadtratsfraktion beschäftigen. Sollte dieser Beschlussvorschlag Anklang finden, könnte es sein, dass Zirkusbetreibern zukünftig eine Nutzung/Pacht städtischer Flächen nicht gestattet wird, wenn sie Wildtiere mit sich führen.

Rubriklistenbild: © dpa

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