Den Tieren in die Augen schauen

Ein Tag auf dem Bio-Bauernhof der Familie Kühn

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Ferienprogramm auf dem Bio-Bauernhof: Die Kids hatten viel Spaß

Wasserburg - Im Ferienprogramm stand diesmal der Besuch im letzten landwirtschaftlichen Betrieb im Wasserburger Stadtgebiet auf dem Programm. Die Familie Kühn bewirtschaftet in der fünften Generation den Burgstallhof im Nebenerwerb.

Eine bunte Truppe von Kindern aus Wasserburg, Babensham, Soyen und Paffing wollte gemeinsam mit Wasserburgs 2. Bürgermeister Werner Gartner nicht nur diesen Hof erkunden, sondern auch so richtig mitarbeiten. Am Eingang zum Hof empfing uns gleich mit neugierigem Gebell Leika, die 4-jährige Hündin der Familie. Nachdem sie alle gründlich beschnuppert hatte, konnte Hermann Kühn, der Nebenerwerbsbauer, zusammen mit Frau Angela und den Kindern Hanna und Johannes die jugendlichen Besucher begrüßen. Zuerst stand eine Hofbesichtigung auf dem Programm.

Die Kühns betreiben ihren kleinen Betrieb zur Erzeugung von hochwertigen biologischen Lebensmitteln mit großem Engagement. Nicht der größtmögliche Profit steht im Vordergrund, sondern der Respekt vor der Natur, das war auch auf dem ganzen  Hof sichtbar. Zuerst ging es zum Schweinestall. Sunny, ein Duroc Schwein kam grunzend mit ihren acht Ferkeln angetrabt, doch vorsichtig! Ein Finger ist gleich angeknabbert. Schweine haben sehr kräftige Mahlzähne. Kühe und Schafe dürfen hier noch auf die Weide und die Hühner scharren in ihrem Freigehege nach allem, was sich picken lässt. Es sind vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen, die hier gehalten werden, wie Duroc Schweine, Pinzgauer Rinder, Bronze Puten, Lohmann- und Les Bleues-Hennen, weiße und schwarze Bergschafe und schließlich Esel Merlo. Hündin Leika und zwei Katzen ergänzen die Menagerie. Nach einem interessanten Hofrundgang, bei der auch noch die Kosaklinde besichtigt wurde ging es so richtig an die Arbeit. Eine Koch-, Stall- und Werkgruppe konnte je nach Lust und Laune gewählt werden. Die Stallgruppe um Johannes fing gleich mit Feuereifer an, den Stall auszumisten, doch halt, da musste erst noch eine brütende Henne umquartiert werden. Dem Werktrupp zeigte Hermann im Stall die kaputte Sauschütte die dringend erneuert werden musste, während Hanna und Angela mit der Kochgruppe Gemüse und Fleisch schnipselten und Teig für frische Semmeln herstellten. Nicht nur Tiere gibt es auf dem Hof, sondern neben dem Gemüsegarten ca. sechzig Obstbäume. Im hofeigenen Laden werden alle diese Bioprodukte angeboten.

Es macht richtig viel Spaß: Hinter die Kulissen des Bio-Bauernhofs schauen hat den Kindern gut gefallen.

Überall macht sich der grüne Daumen der Familie bemerkbar. Da wachsen doch tatsächlich am Haus süße Weintrauben und essbare Pfirsiche.

Während die Gulaschsuppe auf dem Herd blubberte und die Semmeln im Backrohr aufgingen, wurde schon der Teig für den Kuchen zubereitet. Im Stall nahm die neue Sauschütte Form an.

Georg, Simon, Christian und Co. hatten mit dem Akkuschrauber die vorbereiteten Bretter montiert. Die Stallgruppe schaufelte mit Feuereifer den Mist mit Schaufeln und Mistgabeln auf die Frontschaufel des Laders. Und dann kam der Höhepunkt: jeder in der Gruppe durfte unter Kontrolle von Johannes Kühn ein kurzes Stück mit dem Lader fahren, das war Klasse! Bis zum Mittagessen war der Stall blitzblank, die Futterstelle wie neu, das Essen im Hof auf dem Tisch. Zufrieden löffelte die ganze Truppe die selbst zubereitete Suppe mit eigens gebackenen Semmeln und eine Nachspeise mit Schafsmilch, ganz frisch gemolken von Hanna Kühn. Es ist ein kleines Paradies, am Rande der Stadt, geschaffen durch fleißige Hände in dem die Jungen und Mädchen nach dem Essen wieder mit Feuereifer an die Arbeit gingen.

Jetzt kam das Burgstallhof-Rätsel, das in Gruppen gelöst werden durfte: „Welche Tiere gibt es am Hof? Warum kommt der Mist auf die Wiese? …“ Leichte und schwere Fragen lösten sich ab und Hermann half geduldig bei der Lösung. Alle waren mit Begeisterung dabei und jeder bekam nach der Auswertung als Preis ein kleines Gläschen Honig von den eigenen Bienen. Auf dem Hügel, neben der Kosak Linde musste dann noch von einem umgestürzten Baum Laub und Reisig in eine Ecke der Weide zusammengetragen werden, als Quartier für Dachs und Igel und andere Tiere für den Winter, der selbst nach so einem Jahrhundertsommer kommen wird. Auch das wurde noch gemeinsam geschafft. Nach einer kurzen Spielphase gab es dann endlich den frisch gebackenen Kuchen, von dem nicht ein einziger Krümel übrig blieb. „Was hat euch denn nun am besten gefallen“, wollte Familie Kühn wissen. Die Buben waren sich einig, dass Laderfahren die schönste Aktion des Tages war. Aber auch backen, Tiere füttern und mit Hund Leika spielen war ganz toll. So ging ein ereignisreicher Tag zu Ende. Zufrieden, müde und mit roten Backen ging es zusammen mit Betreuer Werner Gartner wieder den Magdalenenweg hinab, zum Treffpunkt mit den Eltern. Aufgeregt wurde schon bei der Heimfahrt von den vielen Eindrücken erzählt. Schön war‘s und das Wetter hat auch super gepasst!

Quelle: rosenheim24.de

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