Bestandsaufnahme auf der ersten Bürgerversammlung 

ISEK - Die wichtigsten Fakten zur Stadtentwicklung 

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Wasserburg aus der Vogelperspektive mit seiner markanten Innschleife.

Wasserburg - Im Rathaussaal fand die erste von insgesamt drei Informationsveranstaltungen zum Thema ISEK statt. Wir haben die wichtigsten Infos für Sie zusammengefasst.

ISEK (Städtebauliches Integriertes EntwicklungsKonzept) ist zur Zeit in aller Munde in Wasserburg. Am Montag lud die Stadt Wasserburg alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in das Rathaus ein. Bei der ersten von insgesamt drei Informationsveranstaltungen stand die Bestandsaufnahme und Analyse auf der Tagesordnung. 

Nach der Begrüßung durch Wasserburgs Ersten Bürgermeister Michael Kölbl zogen drei Experten  vor dem gespannten Publikum Bilanz: Stadtplaner Michel Leidl, Dr. Robert Leiner, Experte für Regionalforschung- und Entwicklung sowie Geograph Robert Ulzhöfer

Die Fachmänner referierten fast zwei Stunden lang über die Erkenntnisse, die sie in den letzten Monaten über die Stadt Wasserburg gesammelt hatten. Die drei versuchten, die gewaltige Menge an Daten und Fakten auf das wesentliche herunterzubrechen. Nach eigener Aussage, hätte jeder eine Vorlesungsreihe an einer Universität mit den gesammelten Erkenntnissen füllen können. 

Bevor wir die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammenzufassen, noch eine kurze Information wie es nun mit ISEK weitergeht. Am Montag fand die erste Bürgerversammlung mit dem Schwerpunkten Bestandsaufnahme und Analyse statt. Der nächste Planungsschritt ist die Ausarbeitung von Strategie und Konzept zu ISEK

Ist dieser Schritt abgeschlossen, wird die zweite Bürgerversammlung einberufen. Wann diese stattfindet, steht noch nicht fest. Als dritten und letzten Schritt werden dann konkrete Maßnahmen und Konzepte entworfen, die dann wieder in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden.

Kernaussagen der Bestandsaufnahme und Analyse zum Thema Verkehr

  • Die genaue Planung und Analyse ist wichtig um staatliche Fördergelder für die geplanten Projekte zu aktivieren.
  • Die Verkehrsschwerpunkte in Wasserburg sind die Altstadt, das Inn-Salzach-Klinikum und Attl.
  • Durch die Altstadt fließt fast durchgehend Verkehr, besonders stark sind Marienplatz und die Schmidzeile durch das Nadelöhr Brucktor belastet.
  • Das Verkehrsaufkommen in und durch Wasserburg ist  fast drei Mal so hoch wie im bayerischen Durchschnitt.
  • Wasserburg ist dank seiner guten Infrastruktur sehr autark, die Einwohner verlassen nur selten das Stadtgebiet.
  • Die Altstadt ist durch viele Kurzstreckenfahrten belastet.
  • Viele Wasserburger nannten auch den Verkehr als Problem in der im Sommer durchgeführten Haushaltsbefragung, vor allem das Brucktor, der Bahnübergang Reitmehring und das Straßendreieck am Gimplberg wurden genannt.
  • Das Thema Altstadtbahn spaltet die Wasserburger, fast genau so viele sind dagegen wie dafür.
  • Eigentlich sind genug Parkplätze in der Stadt vorhanden, in den Parkhäusern ist eigentlich immer Platz. Nur am Gries und in der Ledererzeile sind oft zu wenig Parkplätze vorhanden. Langzeitparker besetzen oft die Parkplätze dort.

Kernaussagen der Bestandsaufnahme zum Thema Standort und Demographie

  • Wasserburg ist Teil der florierenden Metropolregion München und hat auch selbst ein starkes Arbeitsplatzangebot.
  • Konkurrenzstandorte, also Städte mit ähnlicher Infrastruktur und Einwohnerzahl, sind relativ weit entfernt (Ebersberg, Rosenheim, Traunstein).
  • Wasserburg ist ein starkes Versorgungszentrum in der Region, mit einem sehr starken Einzelhandelsangebot, gemessen an seiner Größe.
  • Die Kommunen im Umland (z.B. Edling, Pfaffing, Eiselfing) sind versorgungstechnisch stark auf Wasserburg fixiert.
  • Bis 2034 wird Wasserburgs Einwohnerzahl um etwas 8,5% wachsen.
  • Am stärksten wird die Altersgruppe 65+ wachsen, die arbeitende Bevölkerung wird leicht zurückgehen.
  • Der Einzelhandel hat wenig Konkurrenz im Umland, besonders beim Lebensmittelangebot.
  • Die Lage der Lebensmittelmärkte am Stadtrand fördert den Besuch der mittig gelegenen Altstadt.
  • Die vielen Geschäfte und Cafes in der Altstadt machen diese sehr attraktiv zum "flanieren".

Kernaussagen der Bestandsaufnahme zum Thema Tourismus

  • Wasserburg ist ein beliebtes Tagesausflugsziel, was aber noch ausbaufähig ist.
  • Die Stadt benötigt mehr Biergärten und Außengastronomie.

Kernaussagen der Bestandsaufnahme zum Thema Stadtentwicklung

  • Die Stadt besteht aus sehr unterschiedlichen Teilbereichen.
  • Vor allem die Altstadt sticht mit ihrer fast komplett erhaltenen mittelalterlichen Bausubstanz hervor.
  • Es gibt nur noch sehr wenige Flächen, die bebaut werden können, vor allem in der Altstadt.
  • Das Stadtbild hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert, vor allem aus der Luft durch die Innschleife.
  • Viele öffentliche Einrichtungen sind in der Altstadt konzentriert.
  • Das starke Verkehrsaufkommen ist ein großes Problem.
  • Wasserburg hat sehr attraktiv gestaltete öffentliche Plätze und eine sehr lebendige "Erdgeschosszone".
  • Nur wenige Gebäude in der Stadt sind sanierungsbedürftig, dank der guten wirtschaftlichen Situation der Stadt.
  • Die Beschilderung bzw. das Hinweissystem in der Stadt ist noch ausbaufähig.
  • Funktionale und moderne Brunnen würden das Stadtbild gut ergänzen.
  • Die schöne Altstadt könnte durch raffiniertere Beleuchtung noch besser in Szene gesetzt werden.
  • Die Altstadt besitzt zwar viel hochwertige historische Architektur, gute moderne Architektur findet sich aber kaum.

Die Lenkgruppe von ISEK wird nun aus der Bestandsaufnahme die Kernpunkte "herausdistillieren", um als nächstes Ziel einen Katalog mit baulichen Maßnahmen für die nächsten Jahre zu erstellen.

Möchten Sie mehr über ISEK erfahren? Stimmen Sie ab!

bcs

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