Schulalltag in einem fremden Land

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Wasserburg - Klassische Schüleraustausch-Länder sind England und Frankreich. Doch ab sofort gehört in Wasserburg auch Rumänien zu dieser Liste. Realschüler haben sich in das Land Draculas gewagt.

Gleich zu Beginn des Schuljahres durften die Schüler der neunten Jahrgangsstufen der Anton-Heilingbrunner-Realschule eine ganze Woche nach Cugir, um dort den Alltag kennenzulernen. Die Auswahl der rumänischen Stadt war kein Zufall. Schulleiter Markus Hösl-Liebig hat durch einen persönlichen Besuch mit Bürgermeister Michael Kölbl in Wasserburgs Partnerstadt Cugir fantastische Eindrücke dieser Region erlebt. Die Idee für einen Schüleraustausch war schnell geschmiedet. Cugir ist ein idealer Partner für einen berufsorientierten Schüleraustausch. Deshalb ist dieses Projekt speziell für die Neuntklässler geeignet.

Herzlicher Empfang

„Aufregend war es schon“, erzählt die betreuende Lehrerin, Claudia Hofmann. „Viele der Jugendlichen sind zum ersten Mal geflogen, außerdem wussten wir nicht genau, was uns erwartet. Doch die Gastfreundschaft der Rumänen war von Anfang an toll.“ Claudia Hofmann unterstützte die Schüler während der Austausch-Woche und schwärmt von den vielen Eindrücken, die alle sammeln konnten. „ Ein ganz wichtiger Aspekt ist, wie in jedem Auslandsaufenthalt, die Sprache. In Rumänien haben wir uns alle auf Englisch unterhalten. Die rumänische Jugend spricht hervorragend Englisch, und unsere Schüler haben sich sofort sehr gut angepasst“.

Hofmann erzählt lächelnd, wie sich zwei Wasserburger Schülerinnen am dritten Tag morgens auf Englisch begrüßt haben, als wäre es das normalste der Welt: „Wir kamen sehr schnell in die normale Kommunikation hinein, das ist auch besonders wichtig. Dabei kam uns die herzliche Gastfreundschaft der rumänischen Familien sehr entgegen“. Auch für Schulleiter Markus Hösl-Liebig ist es ein toller Effekt, im Englischen sicherer zu werden: „Es ist wichtig, dass Schüler in Projektarbeiten möglichst viel Sprechen lernen. Wenn man sich mit Nicht-Muttersprachlern unterhält, verliert man mehr und mehr die Hemmungen zu dieser Sprache. Die lebendige Kommunikation steht im Vordergrund, nicht das perfekte Englisch“.

Dracula zieht

Nicht nur das Sprechen lernen stand auf der Liste der Jugendlichen. Jeder Tag brachte neue Eindrücke von diesem einst noch so fremden Land. Die Schüler aus Wasserburg lernten die Stadt, ähnlich groß wie Wasserburg, näher kennen. Wer denkt, langweiliges Sight-Seeing stand an, der täuscht. Auch das „wahre“ Dracula-Schloss wurde besucht. Zudem noch viele andere interessante Plätze. Gemeinsam mit ihren Paten entdeckten alle die Stadt und brachten das Erlebte zu Papier: In Form eines grafisch erarbeiteten Auslandstagebuch. Die dortige Schule zeigte sich hocherfreut, ab sofort mit Wasserburg im Schüleraustausch zu stehen.

Berufsorientierung wichtig

Damit auch der berufsorientierende Punkt nicht zu kurz kam, durften die Besucher eine Dependance einer deutschen Firme, die in Cugir ansässig ist, besichtigen und erhielten sogar ein kleines Zertifikat. Markus Hösl-Liebig möchte auch weiterhin Kontakte knüpfen, um seinen Schülern stetig nicht nur den kulturellen Aspekt sondern auch den Berufsorientierten aufzeigen zu können. „Unsere Schüler haben die Chance, so sehr offen an Bewerbungen bei Firmen heran zu gehen. Und sie können sogar vorweisen, dass sie schon interessante Einblicke erhalten haben. Das schadet in der heutigen Berufswelt gar nicht. Viele Unternehmen halten Kontakte oder Zweigstellen im europäischen Ausland“. Bei der Werksbesichtigung der Firma Star Transmission gab es Einblicke in die Forschung, Entwicklung, Fertigung und in den Vertrieb. „Star Transmission“ fertigt Getriebeteile unter anderem für Daimler. In Zukunft hoffen wir auf Zusammenarbeit auch mit weiteren Firmen“.

Kontakte kosten Überwindung

Schulbesuch, Unterricht, Ausflüge, Werksbesichtigung, Kennenlernen der Stadt und der Menschen. Es war viel geboten während dieser acht Tage in Cugir. Das Familienleben in den Gastfamilien ein ganz spezielles Erlebnis. Jeder Schüler wurde einer Familie zugeordnet. Die Jugendlichen hätten sich sehr wohl gefühlt, berichtet Claudia Hofmann. „Solche Eindrücke bleiben ewig im Gedächtnis“ ist sich Schulleiter Hösl-Liebig sicher, an so positive Erlebnisse denke jeder gern zurück. Das Projekt Schüleraustausch mit Cugir in Rumänien wird kein einmaliges bleiben, zeigt sich der Rektor bestärkt. Weiterhin sollen auch regionale Sponsoren gefunden werden, die dieses Projekt der Realschule Wasserburg in Zukunft unterstützen.

Gegenbesuch im Mai

Weil ein Schüleraustausch nie nur einseitig funktioniert, ist bereits der Gegenbesuch geplant: Die Schülerinnen und Schüler aus Cugir kommen im Mai für eine Woche nach Wasserburg. Jeder Schüler darf dann in die Familie des Schülerpaten, den er selbst zu Hause aufgenommen hatte. So funktioniert Austausch. Jeder zeigt dem anderen seine Welt und kann vorurteilsfrei in den weiteren Alltag gehen und gut vorbereitet der Zukunft begegnen.

Quelle: rosenheim24.de

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