Sitzung des Umweltausschusses in Wasserburg

Von Biotopen, Biotonnen und einer "essbaren Stadt"

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Wasserburg - Schwerpunkt der Sitzung des Umweltausschusses waren die Müllentsorgung, das Projekt "Essbare Stadt Wasserburg" und die Sicherheit am Wertstoffhof in der Altstadt.

Am Montag traf sich der Umweltausschuss der Stadt Wasserburg in der Ratsstube im Rathaus.

Am Beginn der Sitzung wurde ein Biotopbaumkonzept für den Stadtwald Wasserburg vorgestellt. Konkret geht es dabei um zwei Waldstücke in der Nähe von Babensham, den Distrikt Dobl und den Distrikt Weitholz. Im Rahmen einer Bacherlorarbeit hat eine Studentin der Forstwissenschaften beide Distrikte auf ihren Totholzbestand untersucht. Die sogenannten Biotopbäume wurden dabei gekennzeichnet und über GPS erfasst. 

Auch wenn die Bäume selbst abgestorben oder von Pilzen befallen sind, so bieten sie immer noch vielen Tieren einen Lebensraum und sind ein wichtiger Bestandteil der Ökosphäre im Wald. Die Kartierung der Bäume ermöglicht es, den Wald in zwei Bereiche einzuteilen, einen wirtschaftlichen und einen ökologischen. 

Naturschutzfachliche Möglichkeiten voll ausschöpfen

Im Wirtschaftswald bestehen nur eingeschränkte Möglichkeiten zum Naturschutz, in den ökologischen Gebieten, dort wo viele Biotopbäume stehen, können "naturschutzfachliche Möglichkeiten" voll ausgeschöpft werden. 

Einziges Problem ist dort, wo Mensch und Natur aufeinander treffen. An Wanderwegen muss z.B. dafür gesorgt werden, dass abgestorbene Bäume entfernt werden, die Stadt muss hier ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen.

Das Konzept, die Anzahl der Biotopbäume in den Waldgebieten Dobl und Weitholz zu erhöhen, um den Naturschutz zu fördern, wurde im Umweltausschuss einstimmig angenommen und soll wie geplant umgesetzt werden.

Gesunde Lebensmittel direkt vor der Haustür und für jeden frei verfügbar

Als nächstes zog Stadträtin Christine Mayerhofer, Referentin der Stadtwerke, Bilanz zum Projekt "Essbare Stadt Wasserburg". Ziel des Projektes ist es, öffentliche Flächen mit essbaren Pflanzen und Kräutern zu kultivieren. Kinder sollen sehen, wie Lebensmittel wachsen. Das soziale Miteinander in der Stadt wird gefördert, ganz unterschiedliche Menschen aus allen sozialen Schichten kommen bei dem Projekt zusammen.

Nachdem Mayerhofer anhand einer Chronologie zeigte, wie es zu dem Projekt kam und wo man sich Inspirationen holte, präsentierte sie noch einige Bilder vom Caritas Altenheim und dem Areal beim städtischen Bauhof, wo momentan die Schwerpunkte des Projektes liegen. Sie bedankte sich bei den vielen freiwilligen Helfern und Spendern, die das Projekt ermöglicht haben. 

Für nächstes Jahr wünscht sich Mayerhofer eine Ausweitung des Konzeptes auf den Altstadtbereich, es sollen vermehrt Obst- und Nussbäume gepflanzt werden.

Zwischenbericht zur Einführung der Papiertonne

Bernhard Schachner, verantwortlich für die Abfallwirtschaft in Wasserburg, zog im Anschluss Bilanz zur Papiertonne. "Nach anfänglicher Skepsis und Unmut über die Einführung der Papiertonne haben sich die Vorbehalte ins Gegenteil verkehrt", stellte Schachner zufrieden fest. Die Beschaffungskosten der Papiertonnen lagen bei 140.000 Euro

Die Entleerung der Tonnen habe von Anfang an gut funktioniert. Grund hierfür sei offensichtlich die Beauftragung eines lokalen Entsorgungsunternehmens, das die örtlichen Verhältnisse gut kenne.

Insgesamt rechnet die Stadt dieses Jahr mit insgesamt 950 Tonnen Papiermüll. Das sind gut 50 Tonnen weniger als im Vorjahr, was wahrscheinlich daran liegt, dass viele Betriebe ihr Papier nicht mehr an den Wertstoffinseln in der Altstadt entsorgen.

Einführung der Biotonne zum 1. Januar 2018

Der Stadtrat hat die Einführung der Biotonne bereits beschlossen. Mit der Einführung der Biotonne soll die Restabfallsammlung nur noch alle vier Wochen, und nicht wie bisher alle zwei Wochen, erfolgen. Allerdings kann die Restmülltonne gegen eine Gebühr auch weiterhin alle zwei Wochen entleert werden. 

Alle Haushalte sind zur Anschaffung und Nutzung einer Biotonne verpflichtet, Ausnahmen soll es nur in Härtefällen geben, wenn also wirklich absolut kein Platz für die Bereitstellung der Tonne vorhanden ist.

Unklar ist noch, ob die Entsorgung der Bioabfälle zukünftig in einer Papiertüte oder einer kompostierbaren Plastiktüte erfolgen soll. Die kompostierbare Plastiktüte ist problematisch, weil viele Bioabfallverwertungsanlagen die Plastikbeutel nicht akzeptieren

Die Papiertüten hingegen sind bekannt dafür, dass diese oft beim Transport kaputt gehen oder auslaufen, was an der Natur der entsorgten Abfälle liegt. Die Stadt Wasserburg ist aber bestrebt, Papiertüten zu verwenden

Sicherheitsrelevante Mängel am Wertstoffhof

Ein Vertreter der "Kommunalen Unfallversicherung Bayern" besichtigte im August den Wertstoffhof in der Altstadt. Bemängelt wurde vor allem die Zu- und Abfahrt am Wertstoffhof. Auf der zweispurigen Zu- und Abfahrt ist kein gekennzeichneter Fußgängerbereich

Deshalb wird in Zukunft eine Fußgängerfläche ausgezeichnet, der Wertstoffhof ist dann mit dem Pkw nur noch einspurig befahrbar. Die Stadt ist sich bewusst, dass dadurch die Nutzung des Wertstoffhofes erschwert wird. 

Eine Vergrößerung des Wertstoffhofes ist wegen Platzmangels in der Altstadt nicht möglich, die Stadt sieht die Notwendigkeit, den Wertstoffhof auf ein größeres Areal außerhalb der Altstadt zu verlegen.

bcs

Rubriklistenbild: © dpa

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