Statements der Wasserburger Parteien

Sieben Monate Sperrzeit - Was sagt die Politik?

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Wasserburg - Sieben Monate Sperrzeitverordnung in Wasserburg, Zeit Bilanz zu ziehen. Diesmal kommen die Wasserburger Parteien zu Wort.

Die Altstadtbewohner und die Nachtschwärmer hatten in unseren Umfragen bereits Gelegenheit, Bilanz zu ziehen nach sieben Monaten Sperrzeitverordnung. Wasserburg24.de hat aber auch die im Stadtrat vertretenen Parteien darum gebeten ein Statement zur Sperrzeitverordnung abzugeben. 

Bis jetzt haben sich die Wasserburger SPD, die Grünen und die Freien Wähler dazu geäußert. Was die Wasserburger Wirte und die Polizei Wasserburg für eine Bilanz ziehen, erfahren Sie demnächst auf wasserburg24.de. 

Die Wasserburger Grünen sind nach wie vor gegen die Sperrzeitverordnung. Ihnen ist am Erhalt einer "lebendigen Stadt" gelegen und verweisen auf die vielen jungen Menschen und Schichtarbeiter in Wasserburg.

Nach Ansicht der Grünen könnte noch mehr beim Anwohnerschutz getan werden, auch wenn sich die Situation, gerade am Marienplatz, gebessert hat. Dies sei aber zum Teil auf einen Pächterwechsel bei zwei der am Marienplatz gelegenen Lokalitäten zurückzuführen.

Die Wasserburger SPD ist der Ansicht, dass sich die Sperrzeitverordnung bewährt hat. "Die Beeinträchtigungen der vorher arg gebeutelten Altstadtbewohner im Umfeld der von der Verordnung betroffenen Lokale sind zurückgegangen", so die SPD Wasserburg. Dennoch wäre es wohl auch der SPD lieber gewesen, ohne Sperrzeitverordnung auszukommen. Die "Entscheidung war leider notwendig, aber auch folgerichtig", so die SPD Wasserburg.

Die Freien Wähler Wasserburg sind weiterhin von der Sperrzeitverordnung überzeugt und finden: "Die Stadt ist für die Bürger lebenswerter geworden". Die Ruhestörungen haben deutlich abgenommen und die Altstadtbewohner seien gerade im Sommer bereits genug belastet. Auch sei nicht bekannt, dass ein Lokal wegen der Sperrzeitverordnung schliessen musste.

Hier die Statements der Parteien zum nachlesen:

Statement der Wasserburger Grünen:

Die grüne Stadtratsfraktion hatte ja damals geschlossen gegen die Sperrzeitverordnung gestimmt. Uns ist wichtig, dass Wasserburg eine lebendige Stadt mit einem vielfältigen gastronomischen Angebot bleibt. Schließlich wollen nicht nur Jugendliche am Wochenende gerne mal etwas länger ausgehen, auch die vielen Schichtarbeiter im Raum Wasserburg freuen sich, wenn ihr Stammlokal nicht schon nach dem ersten Bier schliessen muss. Leider sieht man in letzter Zeit häufiger, dass Kneipen unter der Woche fast leer sind.

Aber auch beim Anwohnerschutz hat sich nicht viel getan. Die Lage hat sich in den letzten Monaten zwar nicht verschlechtert, aber auch nicht unbedingt eklatant verbessert. Eine Verbesserung hat sich lediglich am Marienplatz eingestellt. Diese rührt aber vorwiegend von zwei Pächterwechseln her und war auch schon vor Inkrafttreten der Sperrzeitverordnung spürbar. Nach wie vor kommt es im Bereich der Altstadt zu Lärmbelästigungen und Vandalismus. Wir sind der Meinung, dass hier zusätzliche begleitende Massnahmen für ein besseres Miteinander von Altstadtbewohnern und Kneipengängern sinnvoll wären.

Steffi König

Statement der Wasserburger SPD:

Der im Stadtrat Ende 2015 mit großer Mehrheit getroffene Grundsatzbeschluss zur Sperrzeitverlängerung hat sich aus Sicht der SPD-Fraktion bislang bewährt. Rückmeldungen der betroffenen Anwohner und der PI Wasserburg bestätigen dies. Die Beeinträchtigungen der vorher arg gebeutelten Altstadtbewohner im Umfeld der von der Verordnung betroffenen Lokale sind zurückgegangen. Nicht nur Ruhestörung, sondern auch Verschmutzung und Vandalismus haben deutlich abgenommen. Befürchtungen, mit einer längeren Sperrzeit werde eher das Gegenteil erreicht, weil die Gäste um drei Uhr vor die Tür gesetzt werden und dann auf der Straße stehen, haben sind nicht bewahrheitet. Tatsache ist vielmehr, die Sperrzeitverordnung hat den gewünschten Schutzeffekt erreicht. Die Entscheidung war leider notwendig, aber auch folgerichtig.

Wolfgang Janeczka

Statement der Freien Wähler Wasserburg

Ich halte unbeirrt an der Sperrzeitverordung, auch an der abgespeckten Version, wie diese vom Stadtrat beschlossen wurde, fest. Die Stadt ist für die Bürger lebenswerter geworden. Es gibt bei weitem nicht mehr so viele "Lärmexzesse" wie in der Zeit davor. Der Wasserburger Innenstadtbürger ist mit Veranstaltungen im Sommer genug belastet und hat ein Recht auf Nachtruhe.

Auch die Gastronomen sind mit der Regelung einverstanden. Teilweise ist sogar unterschwelliges Lob zu vernehmen. Einige Gastronomen sind froh, sich nicht wegen ein oder zwei Gästen, welche zwischen 03.00 Uhr und 05.00 Uhr nur noch an einem Bier “festhalten” die Nacht um die Ohren schlagen zu müssen.

Ich bin zwar kein Spätnachtschwärmer, aber ich konnte keinen Wirt feststellen, der wegen der Sperrezeitverordung seinen Laden zusperren musste.

Armin Sinzinger

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