Fazit der Polizei nach sieben Monaten Sperrzeitverordnung

Weniger Gewalt und mehr Ruhe in Wasserburg

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Wasserburg - Auf Nachfrage von wasserburg24.de äußerte sich der Dienststellenleiter der Polizei, Markus Steinmaßl, höchstpersönlich zur Sperrzeitverordnung. 

Die Polizei Wasserburg zieht eine sehr positive Bilanz zur Sperrzeitverordnung. Die Beschwerden über Ruhestörungen sind nach Angaben der Polizei "massiv zurückgegegangen", nur vereinzelt mussten lautstarke Nachtschwärmer ermahnt werden. Keine einzige Ordnungswidrigkeitsanzeige wegen Nicht-Einhaltung der Sperrzeit musste die Polizei Wasserburg aufnehmen. 

Zwar wurden gerade in der Anfangszeit der ein oder andere kleine Verstoß festgestellt, doch die Polizei Wasserburg handelte mit Augenmaß und beließ es bei einer Ermahnung. 

Die Polizei lobt die Altstadt-Wirte

Drei Wirte erhielten Ordnungswidrigkeitenanzeigen nach dem Gaststättengesetz, da sie ihren Terrassen- bzw. Biergartenbetrieb im Freien länger als die gestattete Zeit ausdehnten, dies waren aber keine Verstöße gegen die Sperrzeitverordnung. Die Polizei Wasserburg spricht den Altstadt-Wirten hier ein Lob aus.

Ein Brennpunkt bleibt lediglich der Bereich um die Bäckerzeile. Die Fronten zwischen dem ansässigen Gaststättenbetreiber und den Anwohnern sind besonders verhärtet, so dass die Polizei hier immer wieder eingreifen und schlichten muss. Dies liegt aber nicht an der Sperrzeitverordnung, sondern an der Lärmsituation vor der Gaststätte.

Auch die Gewaltkriminalität in der Wasserburger Altstadt ist zurückgegangen, eine größere Schlägerei hat es seit der Sperrzeitverordnung nicht mehr gegeben, so Markus Steinmaßl. Die Zahl der Körperverletzungen ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen.

Auch seine persönliche Meinung äußerte Markus Steinmaßl:

"Ich persönlich vertrete die Auffassung, dass die zwei Stunden zwischen 3 Uhr und 5 Uhr am Wochenende bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Putzstunde, bei der jeder Gastwirt verpflichtend für eine Stunde schließen muss, keinen zwingenden Mehrgewinn für das Wasserburger Nacht- und Kulturleben darstellen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass selbst Gastwirte in diesen vorgerückten Stunden bei so manchen Gast mehr Frust als Lust empfinden" - Markus Steinmaßl, Dienststellenleiter der Polizei Wasserburg

Der Wasserburger Polizeichef weist außerdem darauf hin, dass bei den großen Altstadtfesten eine Ausnahmeregelung gilt und so an diesen Tagen "dem ausgedehnten Feiern nichts entgegen steht", außer vielleicht das Wetter.

Wasserburg24.de bedankt sich ausdrücklich bei Markus Steinmaßl, dass er sich die Zeit genommen hat, Bilanz nach sieben Monaten Sperrzeitverordnung zu ziehen.

Die Stimme der Polizei hat schließlich großes Gewicht bei der Sperrzeitdebatte. Man kann halten, was man will von der Sperrzeitverordnung, ein Plus an Sicherheit und Ruhe lässt sich nach dem Fazit der Polizei nicht abstreiten, und unter diesem Gesichtspunkt ist die Sperrzeitverordnung ein Gewinn für die Wasserburger Bürger. 

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Rubriklistenbild: © dpa

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