Wasserburg leuchtet schon seit 14 Jahren

Städtchen kunterbunt als Tourismus-Magnet

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So schön und bunt kann die Innfront bei Nacht sein: Ein Mal im Jahr erstrahlt die Stadt besonders - dann nämlich findet Wasserburg leuchtet statt

Wasserburg - Deutlich mehr Besucher als bei Regenwetter 2015 kamen heuer in die Stadt. Das jährliche Event hat sich entwickelt, schafft mit immer wieder neuen Motiven und Programmpunkten verschiedene Perspektiven auf die Altstadt. Die Halbinsel hat sich einen Namen gemacht und ist wegen der Veranstaltung über die Stadtgrenze hinaus in aller Munde ist.

Gegenwart und Zukunft gaben sich die Hand, jede Farbe hatte ihre Wirkung, jedes Element drückte etwas aus. Eine Gesamterscheinung, die sich mit den vielen Farbtupfen und Streicheleinheiten der Künstler, Techniker und Lichtexperten zum Magneten für Fans der Veranstaltung entwickelte.

Wasserburg leuchtete wieder und zwar schon zum 14. Mal. Nicht nur die Farben und Formen veränderten den Anblick der Fassaden und Stadtelemente, die Kunstwerke - mal modern - mal klassisch - verliehen der Altstadt ein frisches Gewandt. Immer wieder neue Ideen treffen auf beliebte Wiederkehrer. Alle Sinne konnten sich begeistern lassen von der Technik, der gezielt eingesetzten musikalischen Untermalung und den "Bildern im Kopf", die durch das Videomapping, die Tupfen und Tropfen, die in Nebel getünchten Stufen und Bäume sowie die Interaktionen der Programmpunkte in der Hofstatt und den Gassen im gesamten Altstadtbereich.

Petrus hatte Einsehen

Mit einer schlechten Wetterprognose im Gepäck und voller Motivation, das Beste aus dem kommenden Wetter zu machen, wurde den gesamten Freitag aufgebaut und generalgeprobt, um den Besuchern ein spektakuläres Programm zu bieten. In den vergangenen drei Jahren schon stand "Wasserburg leuchtet" in der Missgunst des Wettergotts, der es immer wieder regnen ließ. Heuer jedoch hatte Petrus Einsehen und zögerte das kühle Nass lange hinaus. Je mehr Besucher Eintrittsgelder in die Kasse spülen, desto aufwendiger kann im Folgejahr nach Aussage der Organisatoren das Programm gestaltet werden.

Wasserburg leuchtete und sorgte für strahlende Augen

"Weil bereits letztes Jahr der sanfte Riese DUNDU so gut bei den Besuchern ankam, haben wir ihn uns auch dieses Jahr wieder nach Wasserburg geholt", erklärt Moritz Hasselt vom Projektverein Wasserburg leuchtet e.V. DUNDU schaffe eine besondere Art der Interaktion mit den Besuchern, die dem Konzept treu bleibt.

Genau diese Lichtgestalt war es, die den Familien große Freude bescherte. Die Kinder standen um DUNDU herum und fühlten sich in seiner Nähe "einfach toll". Weil die Wasserburger Altstadt viel zu bieten hat, wurden viele Gassen und Plätze mit Farben und Licht derart in Szene gesetzt, dass die Besucher sich wohlfühlten. "Jede Straße bietet eine andere Möglichkeit und wir haben diese versucht, bestmöglich zu nutzen", erinnert sich Moritz Hasselt. Das Zusammenspiel der einzelnen Fleckerl sei wichtig, denn so gelinge das "große Ganze", das Wasserburg leuchtet eben ausmache, findet der Mitgestalter und Vorsitzende des Projektvereins.

Nur durch Unterstützer kann es klappen

Viele Helfer sind am Werk, damit Wasserburg leuchtet jedes Jahr stattfinden kann. Die Techniker haben gegen Mitternacht mit den Aufräumarbeiten begonnen - eine Stunde vorher fing es an zu regnen und die noch ausharrenden Gäste wurden komplett zu "nassen Pudeln" verwandelt. Mit Musik - etwa vom "Projekt Walkabout" in der Herrengasse  - und den vielen Programmpunkten, die auch durch Ideen und Werke regionaler Künstler und DJ's aufgewertet werden, gelingen aufwändige Reize für die Sinne, die dem beliebten Spektakel Größe verleihen.

Nur gemeinsam kann's gelingen Weil das leuchtende Geschöpf jedoch einen großen Schnitt ins Budget hämmert, waren die Organisatoren auf finanzielle Unterstützung durch Sponsoren angewiesen. "Wir danken der Privatmolkerei Bauer herzlich dafür, dass sie uns geholfen haben und den Besuch von DUNDU sichern konnten", heißt es von Hasselt weiter.

Auch durch das Dabeisein der beiden weiteren Unternehmen, der Brauerei Gut Forsting sowie dem Autohaus Weinberger seien manche Programmpunkte erst gesichert gewesen. "Ohne Sponsoren wäre vieles nicht möglich, darum besten Dank an die uns unterstützenden Unternehmen", betonen die Organisatoren.

Mit einem Film, den das Kino Utopia in Kooperation mit dem Projektverein den Besuchern zeigte, und dem Tapetenwechsel, der den Fassaden und Bauwerken am Freitag geschah, gab es bei den Gästen viele Wow-Effekte und zufriedene Gesichter entdeckten Gassen, Straßen und Plätze völlig neu. "Wir kommen gerne hierher, weil es etwas ganz besonderes ist, was man hier in Wasserburg sehen kann", meint Bernhard Eschbaumer aus Gräfelfing. Er nehme jeden Kilometer an Fahrtzeit gerne auf sich, so der Tagestourist, der extra wegen "Wasserburg leuchtet" die Stadt besucht hatte am Freitag.

Ausdauernde Techniker, Altstadt-Anwohner, die jedes Jahr die Veranstaltung dulden und die Besucher, die das Angebot annehmen, machen einen Großteil der gelungenen Kooperation aus, die der Projektverein quasi jedes Jahr das Event überhaupt gelingen lässt.

"Dass es Wasserburg leuchtet schon seit 14 Jahren gibt und Besucher teilweise von weit her kommen, um das mitzuerleben, ist ein großes Kompliment" findet Mitorganisator Moritz Hasselt. Die Polizei Wasserburg ist mit dem Verlauf der Veranstaltung ebenfalls zufrieden gewesen und meldet keine besonderen Einsätze diesbezüglich. Die Atmosphäre war stimmig und das Programm ausgewogen. Aus dem Schwärmen kamen einige Gäste gar nicht mehr heraus. "Ich bin total geflasht, weil dieses kleine Städtchen so tolle Ideen hat", meint Rosalie Weck. Sie kam aus Stuttgart und nahm Wasserburg leuchtet als Einstimmung - bevor es am Wochenende aufs Oktoberfest nach München ging. "Wahnsinn, wenn hier ehrenamtlich ein Verein dieses Spektrum organisiert, sowas finde ich ganz toll", so die Stuttgarterin weiter. Auch aus anderen Großstädten kamen Besucher, sogar aus Dresden reisten Tagestouristen wegen "Wasserburg leuchtet" an.

Zu bunt wurde es niemandem. "Es passt alles zusammen", ist sich eine Familie aus dem Altlandkreis einig. Den Kritikern des Events, die den hohen Stromverbrauch anprangern, kontert Moritz Hasselt gezielt mit der beweisbaren Veränderung der Energiequellen. "Der Stromverbrauch ist gesunken, es werden besonders viele LED-Leuchten verwendet und die Technik ist viel moderner und energieschonender geworden", so der Vorsitzende des Projektvereins abschließend. Wasserburg versank heuer nicht im Regen, doch die Fassaden schwammen in einem "Meer aus schönsten Ideen".

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