Frischer Wind in alten Gemäuern

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Wasserburg - Das Heimatmuseum Wasserburg wächst immer weiter. Das freut die Museumsleiterin, auch wenn es viel Arbeit bedeutet.

Im Heimatmuseum Wasserburg steht die Zeit zwar in Eindrücken und Exponaten still, doch immer wieder wechseln Informationen und Ausstellungsstücke. Sonderausstellungen beleben den Museums-Alltag, und auch in den bestehenden Räumen kommen die Besucher aus dem Staunen nicht mehr heraus. So facettenreich ist die lange Geschichte Wasserburgs und ihrer Bürger.

Wir besuchen Museumsleiterin Sonja Fehler, die seit fast drei Jahren hier die Einrichtung unter ihren Fittichen hat. Die junge Frau erzählt voller Enthusiasmus über ihren Alltag in der Stadt. Sie weiß genau bescheid über alle noch so kleinen Details, von den frühen Tagen der Stadt und ihrer Entwicklung, bis hin zu den Ausstellungsstücken an sich.

„Angefangen hat es mit einer städtischen Sammlung durch den damaligen Bürgermeister im Jahr 1888. Die Stücke wurden in der Michaelskapelle aufbewahrt und präsentiert. Schnell merkten die Verantwortlichen, dass diese Räumlichkeit zu klein wurde, vieles musste ins Rathaus übergesiedelt werden, bis auch hier Platzmangel drohte. Bilder, Gemälde, Zinnteller, alles brauchte ein neues Zuhause. So wurde im Jahr 1938 dieses alte Bürgerhaus eingerichtet – ein klassisches Innsalzach-Haus mit gotischen Elementen. Noch heute finden sich Erinnerungsstücke der einstiegen Bewohner wieder“, erzählt die Museumsleiterin.

Tausende Ausstellungsstücke

Sonja Fehler mag ihre Arbeit im Museum und legt Wert auf die stabile Dauerausstellung. Dennoch entwickelt sie jedes Stockwerk des Geschichtsgangs immer wieder weiter. Sie hat Visionen und ein besonderes Ziel: Sie möchte immer im Austausch mit den Wasserburgern stehen. „Denn es ist ihre Geschichte“, sagt die Museumschefin. So werden kontinuierlich neue Dinge an sie und ihr Team herangetragen. Das Haus voll Wissen entwickelt sich weiter und soll nach Aussage von Sonja Fehler auch Fortbestand haben. „Wir haben 18 bis 20 Tausend Objekte, die dieses Haus anfüllen, zukünftig wäre ein Depot für die Lagerung nicht präsentierter Dinge sinnvoll“, erzählt sie.

Man spürt die Leidenschaft für dieses Haus und die verschiedenen Elemente der vergangenen Jahrhunderte. Vielleicht auch gerade deshalb werden die Themen sowohl von Touristen als auch von Einheimischen gleichermaßen gut angenommen. 530 Besucher zählte man im Sonnenmonat August. Hinzu kommt noch breites Interesse von Schulen, teilweise auch von Kindergärten. Jede Altersgruppe hat andere Fragen und sucht in der Geschichte der Stadt in unterschiedlichen Bereichen. Sonja Fehler erzählt, dass die Kleinen die Entwicklung von Flachs in Textilien sehr spannend finden, wie auch die früheren Krämerläden. Ältere Schülerinnen und Schüler können nicht nur mit Postkutsche, Kanonen und alten Möbeln etwas anfangen, sondern auch mit der aktuellen Sonderausstellung zum Dreißigjährigen Krieg. Diese findet noch bis 27. Oktober statt und beschreibt den Verlauf dieser langen und sehr harten Zeit.

Besuch im Heimatmuseum Wasserburg

Auch Wallenstein ist ein großes Thema

Ein Überblick über das komplexe Kriegsgeschehen im Allgemeinen und die verschiedenen Situationen in und um Wasserburg werden bildlich dargestellt. Das Leben der Bewohner war damals geprägt durch die Einquartierung fremder Soldaten und den Arbeiten an den Verteidigungsanlagen. Auf diese Weise drang der Krieg in die Stadt. Über Einzelheiten zu den Waffen, Grafiken, Gegenständen und Gemälden des damaligen Alltags hinaus bietet das Museum auch über Wallenstein viele Informationen. „Am 23. September bieten wir zu unserer aktuellen Sonderausstellung einen Workshop für interessierte Lehrer an“, berichtet Sonja Fehler. Anmeldungen sollten unter 08071 / 925290 erfolgen.

Auch für die weiteren Monate sind bereits Ausstellungen in Planung: Die Weihnachtstraditionen der ausländischen Bürgerinnen und Bürger Wasserburgs beispielsweise. Es werden die unterschiedlichen Kulturen gezeigt und Einblick in die Feierlichkeiten der hier ansässigen Menschen gegeben. So tut sich also auch zukünftig etwas in den bestehenden Gemäuern in der Herrengasse 15. Das Heimatmuseum lebt und entwickelt sich. Bislang ist es allerdings nicht barrierefrei. Ein Wunschgedanke der Verantwortlichen wäre ein Fahrstuhl, um jedem den Zugang zu erleichtern. Herausforderungen, die die Stadt Wasserburg noch vor sich hat, damit die Geschichte am Inn nie ausstirbt.

Quelle: rosenheim24.de

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