Defizit für Badria wächst

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Das Badria in Wasserburg.

Wasserburg - Die Zahlen sprechen für sich: Bei rund 1,109 Millionen lag das Defizit beim Badria im Jahr 2008, ein Jahr später waren es rund 1,179 Millionen, ein weiteres Jahr später 1,403.

Gestiegen sind von 2008 bis 2010 unter anderem die Personalkosten (von rund 822500 Euro auf rund 896900 Euro). Wenigstens als Ausgleich zur Inflation stimmte der Werkausschuss dem Vorschlag einer zehnprozentigen Erhöhung der Eintrittgebühren zu.

Die letzte Erhöhung der Eintrittpreise liegt vier Jahr zurück. Es habe in diesen Jahre, so Bürgermeister Michael Kölbl, etliche Veränderungen bei Strom, Wärme und Wasser gegeben, Anpassungen, Tarifveränderungen. "Vor der Entwicklung des Defizits können wir die Augen nicht verschließen". Zehn Prozent würden gerade die Inflation ausgleichen. Er wies einleitend auch auf das Ergebnis einer Prüfgung hin, die knapp zusammengefasst ergeben habe: Das Angebot ist gut, aber man verlangt zu wenig.

Vergleiche mit anderen Bädern wie dem Trimini in Kochel, dem Prienavera in Prien, den Chiemgau Thermen in Endorf, der Therme Bad Aibling, dem Michaelibad in München, Vita Alpina in Ruhpolding und Innsola in Kiefersfelden ergab: Der Eintritt zum Bad kostet nur im Michaelibad und beim Preis für einen ganzen Tag im Innsola in Kiefersfelden weniger als im Badria. Für den Bereich Sauna und Bad verlangt das Badria am wenigsten. Der Vergleich zeigte, dass auch nach einer zehnprozentigen Erhöhung das Badria relativ günstig ist.

Ganz gegen eine Erhöhung der Eintrittspreise war im Werkausschuss niemand, aber Helmut Schedel meinte, er fühle sich nicht wohl dabei, einfach zu erhöhen bei Besucherzahlen, die in allen Bädern zurückgehen. Ob man nicht vielleicht die Struktur verändern könnte. Auch Dr.Christine Mayerhofer zögerte, sah die Familienfreundlichkeit gefährdet und fand die Vergleiche mit anderen Bädern hinkend, weil die Angebote unterschiedlich seien. Ob man nicht vielleicht nur im Saunabereich mehr verlangen könnten. Davor warnte allerdings der Bürgermeister mit Hinweis auf private Saunen, die im Preis gleich lägen wie das Badria.

Dass außer einer Erhöhung "gar nix anderes geht", da waren sich Markus Pöhmerer, Oliver Winter und Otto Zwiefelhofer einig. "Es muss uns klar sein, dass wir nach Ende der Sanierung nochmal darüber nachdenken müssen", so Oliver Winter, der eher mehr als nur zehn Prozent erhöhen wollte. Die Mehrkosten für Personal oder Energie seien mit zehn Prozent mehr nicht kompensiert. Eine Erhöhung auch um 15 Prozent hielt auch Otto Zwiefelhofer für vertretbar. Sauberkeit, Qualität und Angebot sei manchen mehr Wert als das Geld, Stammkunden würde eine kleine Erhöhung nicht abhalten, bei Familien sei der Wechsel groß, da sie nur kämen solange die Kinder betreut werden müssten und andere Besucher wüssten beim nächsten Mal bestimmt nicht mehr, was sie letztes Mal bezahlt hätten.

Dass man einfach vorsichtig sein müsse bei einer Preiserhöhung, darum bat Helmut Schädel. "Mit zehn Prozent Erhöhung sind wir vorsichtig", antwortete Kölbl, "das macht zwar keinen Spaß, aber das Defizit scheint uns zu entgleiten".

Die Empfehlung des Werkausschusses geht nun an den Stadtrat, allerdings erst in der Novembersitzung, damit Zeit zum Sammeln mehrerer Informationen und Vergleiche mit anderen Bädern ist.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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