Extra-Tour für Stadträte

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Aus einem anderen Blickwinkel erleben wollten die Stadträte ihre Stadt, und die Stadtführer ermöglichten ihnen das mit viel Wissen und jeder Menge Humor.

Wasserburg - Die Wasserburger Stadtführer zeigten dem Stadtrat ihre Stadt und hatten dabei auch für die waschechten Wasserburger noch allerhand Interessantes in ihrem Repertoire.

Bienvenue, Bienvenidos, Benvenuti, Bine ai venit, welcome Ladies and Gentlemen oder einfach nur ein herzliches Grüß Gott beinand - jährlich führen die Wasserburger Stadtführer eine Vielzahl von Reisegruppen und Touristen durch die Innstadt und vermitteln dabei viel Wissenswertes und Historisches auch in englischer-, französischer-, spanischer und italienischer Sprache. Oder auf "fränggisch", wie Ingrid Unger augenzwinkernd betont. Die gebürtige Fränkin zeigt den Besuchern, ebenso wie ihre Kolleginnen und Kollegen Irene Kristen-Deliano, Traudl Port-Inninger, Inge Löfflad, Thomas Rothmaier und Hans Postler seit vielen Jahren die Stadt und findet, dass jede Führung anders sei. Man müsse in die Gruppe eintauchen, damit spätestens nach fünf Minuten der Funke übergesprungen sei, betont Unger. Bei der Führung des Wasserburger Stadtrats klappte das bestens.

Bürgermeister Michael Kölbl hatte, auf Anregung, zu einer Führung eingeladen, um die Stadt aus einem anderen Blickwinkel zu erleben. Dabei bekam das fast vollzählig erschienene Stadtratsgremium eine zweistündige Premierenführung, denn Rothmaier und Co führten gemeinsam durchs Programm und ließen abwechselnd immer wieder auch ihr Spezialwissen miteinfließen. Dabei lauschten die "Profis" mit großem Interesse den Ausführungen und Formulierungen der jeweiligen Kollegin oder des Kollegen und manch anerkennendes Nicken war zu erkennen. Auch von Seiten der Volksvertreter, die unter anderem auch allerhand über "Stankgemächer" und sehr öffentliche Badeanstalten erfuhren, oder über Rennsäue, die sich als mittelalterliches Recyclingsystem ihren Weg durch die Gassen bahnten. Dazu Interna, beispielsweise dass die Jakobskirche dem Lotteriegewinn einer ehemaligen Bürgerin, die am Ende alles verspielt habe, ihren Tabernakel verdanke und Anschauliches, wie dass der ehemalige Wachturm einstmals eigelb und zeisiggrün gewesen sei.

Abgerundet wurde die Führung mit literarischen Verknüpfungen und etlichen Sprichwörtern, die bewiesen, dass die Stadtführer allesamt "was auf dem Kasten haben".

Zu Beginn gab es, wie üblich, am Modell im Rathaus, eine kurze historische Einführung, um die Gruppe zu sensibilisieren. Mit Spaß an der Freud ging es anschließend durch die historische Altstadt. Die Tour führte vom Marienplatz, dem Haupthandelsplatz des Mittelalters, vorbei an der Frauenkirche mit dem ehemaligen Wachturm und dem Denkmal aus Granitkugeln bis zum archetektonischen Highlight, der Herrengasse mit der typischen Inn-Salzachbauweise und ihren Graben- oder Schmetterlingsdächern. Anschließend führte der Weg in die "vergessene Zeil", die Färbergasse, danach weiter in die Jakobskirche und weil die Gruppe sportlich schien- über die Freithofer- Stiege auf die Burg, wo "Ludwig der Strenge" erneut ins Gedächtnis gerufen und geschichtliche Zusammenhänge intensiv erläutert wurden. Vorbei am ehemaligen Mauthaus und der Lebzelterei begab sich die Gruppe an den Inn, der "nossn Stross" und wichtigen Verkehrsverbindung des Mittelalters, die sowohl für den Warentransport als auch als Kriegshafen genutzt worden war. Mit einem Stopp im Kasenbacher-Innenhof endete die Führung und machte Lust auf mehr. Denn neben der üblichen Stadtführung werden viele verschiedene Themenführungen angeboten. Informationen dazu gibt es unter www.wasserburg.de/de/touristik/gaeste-information/ oder in der Gästeinformation bei Traudl Scharlach, die ihre Geschäftstüchtigkeit gleich unter Beweis stellte. Sechs Damen, die sich dem Stadtrat anschließen wollten, überzeugte sie während der Führung, eine eigene Führung zu buchen und während des Fußmarschs wurde schon die Bezahlung geregelt und ein Führer organisiert. Für die Stadtführer bot der Rundgang mit den Volksvertretern eine gute Gelegenheit, um Verbesserungen anzuregen. So wünschten sie sich große Stadtpläne, bevorzugt an geschützten Plätzen, um an verschiedenen Standorten die örtlichen Gegebenheiten verdeutlichen zu können, echte Eisenketten für den Pranger am Rathaus, noch mehr Barrierefreiheit und mehr Abfalleimer, denn darauf und auf die schmutzigen Kirchen würden sie von den Besuchern immer wieder angesprochen.

Doch es gäbe auch viel positives Feedback, erzählen die Damen und Herren Stadtführer, die mit ihrem breitgefächerten Wissen, jeder Menge Humor und einem Sprichwort für alle Lebenslagen überzeugten und damit ihren eigenen, qualitativen Anspruch rechtfertigten.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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