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Margarete Limpert und Resi Bauer gebührte ein herzlicher und öffentlicher Dank des Bürgermeisters für ihr ehrenamtliches Engagement, Hans Dirmeier bekam den schon vor einigen Jahren, nun erhält er das Bundesverdienstkreuz.

Wasserburg - Beim ersten Vereinstreffen 2003 war noch eine gewisse Berührungsangst unter den Anwesenden zu bemerken. 2013 ist davon keine Spur mehr zu finden.

"Servus, lang nimma gseng" ist genauso oft zu hören wie "Du, mia brauchatn..., kanntat's ihr...?"

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat sich das Vereinstreffen - immer Anfang Februar im Saal der Feuerwehr - als gute Gelegenheit für die Vereine, Verbände, Organisationen und Institutionen in der Stadt etabliert, sich kennenzulernen und Kontakt aufzunehmen, schnell nebenbei Zusammenarbeiten zu organisieren. "Und für die Stadt ist es eine gute Gelegenheit, Danke zu sagen", so Bürgermeister Michael Kölbl, der sich über das bunte Durcheinander sichtlich freute.

Drei Frauen ehrte Kölbl dieses Mal, wobei eine den Braten wohl gerochen hatte und fern blieb. "Die Amalie Freiberger geht halt lieber auf den Berg, als in solche Veranstaltungen", kommentierte Kölbl. Amalie Freiberger ist seit langem im Alpenverein aktiv und erfand 2001 die "Werktagstour". Zwischen 1500 und 2000 Teilnehmer pro Jahr schnüren da ihre Stiefel.

Margarete Limpert war bis vor wenigen Tagen Jugendleiterin der Wasserwacht und als solche für die Ausbildung von 80 bis 100 Kindern und Jugendlichen verantwortlich - zweimal die Woche Training, Gruppenstunde und dazu Veranstaltungen am Wochenende. Sie organisierte den Kreiswettbewerb der Wasserwachtjugenden, der vor kurzem im Badria stattfand, arbeitete daran "bis zur Erschöpfung", wie ihr Vorsitzender verriet. Jetzt ist sie Teil des technischen Leitungsteams, Taucherin, Schwimmausbilderin und selbst in der Ausbildung zur Luftretterin, "mehr Engagement geht fast nicht", befand Kölbl.

Aber nur fast, wie die Dritte im Bunde zeigt. Kölbl, der die Vorgeschlagenen in der Regel kennt, bekommt dennoch jeweils Zusatzinformationen von den Vereinen oder Verbänden. Und im Falle von Resi Bauer freute er sich über einen netten Verschreiber: Sie sei "seit 325 Jahren Mitglied beim BRK" verriet der Bürgermeister und fügte lachend an, dass das gefühlt durchaus hinkomme. Resi Bauer war viele, viele Jahre in verantwortlicher Position in der BRK-Bereitschaft tätig, leitete diese auch. Dann war sie Chefin der Verpflegungsgruppe und als solche Teil der Planungsgruppe für Hochwassereinsätze und ist jetzt, "weil sie ja keine Ruhe geben kann", Leiterin des sozialen Arbeitskreises des BRK, der Besuchsdienste und Seniorennachmittage ebenso organisiert wie den Kleiderladen. Warum sie keine Ruhe geben mag, erklärte Resi Bauer kurz und präzise: In Wasserburg ehrenamtlich zu arbeiten mache Spaß, weil es zum einen Unterstützung von der Stadt gebe und zum anderen die Zusammenarbeit der Vereine und Verbände super funktioniere.

Von der Stadt geehrt wurde Hans Dirmeier schon vor Jahren. Glückwünsche und einen tosenden Applaus gab es für die Nachricht, dass er für seine bundesweite Arbeit für dauerhaft auf Sauerstofftherapie angewiesene Patienten das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommt.

Beim Vereinstreffen stellen sich alljährlich Gruppen vor. Heuer waren dies die Caritas, die evangelische Freikirche Wasserburger Land und der Ruderverein. Roland Legat gab einen Überblick darüber, was die Caritas in und um Wasserburg alles bietet - von der ambulanten Pflege über die Beratung in Erziehungs- und Familienfragen, Schuldnerberatung, Anlaufstelle für pflegende Angehörige, Gemeindecaritas bis zum sozialpädagogisch betreuten Wohnen. Die Anlaufstelle im Caritas-Zentrum am Heisererplatz könne jeder, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Religion, in Anspruch nehmen, so Legat.

Seit 1988 gibt es die evangelische Freikirche Wasserburger Land, eine mennonitische Glaubensgemeinschaft. Die basisdemokratisch organisierte und nur der Bibel als Glaubensgrundlage verhaftete evangelische Freikirche, die ihre Gottesdienste seit 2004 im Betreuten Wohnen in der Burgau abhält, hat Gruppen für Kinder und Jugendliche, beteiligt sich am Stadtteilfest in der Burgau und betreut derzeit sechs jungen Kenianerinnen, die eine einjährige Ausbildung an der Pflegeschule des ISK absolvieren.

"Wir paddeln nicht", stellte der Vorsitzende des Rudervereins energisch fest und ließ zur Anschauung den Deutschlandachter per Beamer noch einmal Gold gewinnen. Die etwa 80 "großen, kleinen, dicken, dünnen, jungen und nicht ganz so jungen" Mitglieder des Rudervereins sind aber eher beim Wanderrudern oder zur Erholung in gemischten Gruppen unterwegs, treffen sich zum "Team Rowing" zu Musik, trainieren mit viel Spaß Muskulatur und Ausdauer.

Ausdauer bewies über zwei Jahrzehnte der Burgerfeld-Festausschuss, nun stellt er die Arbeit ein. Die Feuerwehr-Oldtimerfreunde und die Johanniter übernehmen das Fest, dessen Erlöse - fast 60000 Euro - an Vereine oder soziale Einrichtungen gingen.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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