Wasserburg im Streetview-Visier

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Wasserburg - In den letzten zwei Jahren hat der Internet-Riese Google und die Stadt Wasserburg und die Region für seien "Streetview"-Dienst abgelichtet. Die Stadt bietet den Bürgern Informationen zum Widerspruch.

Sie schauen über Zäune, Hecken und Mauern und fotografieren Gärten, Balkone und Terrassen. Wer Glück hatte, bekam eines der Google-Autos mit der auffälligen, über einen Meter hohen 360-Grad-Kamera auf dem Dach zu Gesicht.

Bereits im Jahr 2008 begann Google mit seinen Streetview-Aufnahmen in Deutschland. In allen deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten sind die Aufnahmen laut Lena Wagner, Pressesprecherin von Google Deutschland, abgeschlossen, also auch in Wasserburg und Region. "2010 wurden im Wesentlichen nur noch Lücken gefüllt und Fahrten dort wiederholt, wo es technisch Probleme mit dem Bildmaterial gab", erklärt Wagner.

Sorgen um eine baldige Veröffentlichung seines hauses muss sich in der Region Wasserburg allerdings noch niemand machen. Da die Bearbeitung des Bildmaterials sehr aufwendig ist, steht noch kein Veröffentlichungstermin fest. Bis Ende 2010 sollen aber die 20 größten deutschen Städte "virtuell begehbar"werden.

Immer wieder habelt es Kritik an der Datensammelwut von Google. Denn wo Straßen abgelichtet werden, geraten vorbeifahrende Autos, Passanten und Privathäuser ins Visier der Kameras. Aber Gesichter und Nummernschilder werden automatisch unkenntlich gemacht. Wer darüber hinaus sein Haus verbergen lassen will, kann Widerspruch gegen die Veröffentlichung einlegen.

Hierbei ist die Stadt Wasserburg behilflich, die auf ihrer Internetseite unter "Bürger und Verwaltung" Informationen zum Thema Widerspruch bereithält. Bürger ohne Internet wurden zeitig über das Amtsblatt, die Wasserburger Heimatnachrichten, informiert. Leiter der Öffentlichkeitsabteilung der Stadt Wasserburg, ist aber bis jetzt "nicht eine einzige Anfrage" zum Thema Streetview eingegangen. Die Stadt Wasserburg selbst nutzte die Möglichkeit zum Widerspruch bereits für die jeweils drei städtischen Kindergärten und Schulen. Die Gemeinde Pfaffing hingegen verzichtete kürzlich auf die Unkenntlichmachung von Schule und Kindergarten, mit dem Argument, dass jemand, der Kindern auflauern will, nicht erst im Internet Fotos der Einrichtungen anschaue, sondern gleich dorthin fahre.

Die Unkenntlichmachung des eigenen Hauses kann direkt auf der Google Streetview Website beantragt werden. Dazu müssen zunächst genaue Angaben zu Lage und Aussehen des Hauses gemacht werden. Im Anschluss verschickt Google einen Verifizierungs-Code per E-Mail oder Post, um einem Missbrauch der Option vorzubeugen.

Um die Zahl der Widersprüche in Grenzen zu halten, hebt Google die zahlreichen Vorzüge des Dienstes hervor: Man könne in einer 360-Grad-Panoramaansicht seinen Freunden und Verwandten auf der ganzen Welt zeigen, wo man lebt, günstig die Welt erkunden oder sich vor einer Urlaubsreise die Umgebung eines Ferienhotels begutachten, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens.

Aber nicht nur die Nutzer, Google selbst wird von Streetview profitieren. Es entstehen neue Werbeflächen, die teuer an die Werbewirtschaft verkauft werden können.

Die Bilder aus Deutschland seien erst im Internet zu sehen, wenn alle Widersprüche bearbeitet sind. Dies können per E-Mail an streetview-deutschland@google.com oder per Post an Google Germany GmbH, Betr. Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg richten.

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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