Die Raucher gehen jetzt eben raus

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Jetzt vor der Tür: Das Rauchverbot im Zelt wird prinzipiell gut akzeptiert - "und man raucht schon ein bisschen weniger", so ein Betroffener.

Wasserburg - Das erste "rauchfreie" Frühlingsfest überrascht alle Verantwortlichen: "Es läuft viel besser als erwartet", stellen sie zur Halbzeit fest. **Frühlingsfest-Special**

Frühlingsfest-Special:

rosenheim24.de/fruehlingsfest

"Rauchfreies Festzelt: Das funktioniert nie." Vor allem die Raucher waren sich nach dem Volksentscheid pro Nichtraucherschutz einig in dieser Einschätzung. Jetzt allerdings muss auch Hans Obermaier, selbst Raucher, als Wirt bekennender Kämpfer gegen das Rauchverbot und wegen dieser Frage sogar aus der CSU ausgetreten, feststellen, dass es eigentlich keine Probleme gebe: "I hätt nia glabt, dass des so guat funktioniert."

Klar sei das Zelt nicht zu hundert Prozent rauchfrei. Aber die Zahl der Kippen, Beweise für die immer noch unter den Bierbänken gerauchten Zigaretten, sei überraschend niedrig, so Obermaier. Manchmal sitze beim Eingang ein demonstrativer Raucher, den ein oder anderen habe man auch schon ansprechen müssen, "aber es hat noch nie wirklich Ärger gegeben."

Gefragtes Mitbringsel vom Frühlingsfest: das Raucherpfiff-Krügerl, hier als Zettelständer missbraucht.

Dafür liegt schon fast kein Kies mehr vor dem Zelt-Eingang. Der muss regelmäßig mit den Kippen entfernt werden, die sich hier ballen. Denn vor den Zelt-Toren ist der inoffizielle Raucher-Treff, der offensichtlich noch beliebter ist als das eigens eingerichtete Raucher-Kammerl am Zeltende, neben der Fischbraterei. Zwar gibt es dort sogar einen eigenen Toilettenwagen und 0,25 Liter Bier als "Raucher-Pfiff". Doch irgendwie scheint dieses Angebot bei den Rauchern noch nicht ganz angekommen zu sein. "Arg einladend ist das Eck mit dem Klo halt nicht", findet eine Raucherin vor dem Eingang.

"Aber man erfährt dort viel", verrät eine regelmäßige Nutzerin der neuen Einrichtung: "Raucher ratschen gerne." Und die kleinen Pfiff-Krügerl mit 0,25 Litern, die es dort gibt, finden reißenden Absatz - ohne Inhalt. Die zwei Euro Einsatz sei das den Gästen scheinbar wert, wundert sich Hans Obermaier: "Mia ham schon boid koa mehr do."

Eine weitere Folge des Rauchverbots: Die Bedienungen haben weniger Kleidersorgen. Angebrannte Dirndlkleider oder Hemden gibt es heuer praktisch nicht mehr. "Letzt's Johr hob i koa Hemd ohne Brandfleck mehr ghabt", so Obermaier. Ob im Festzelt jetzt auch eine bessere Luft herrscht, das empfinden Raucher und Nichtraucher unterschiedlich. Für Letztere ist es ein klarer Fall, für Erstere nicht unbedingt. Jetzt hänge sich der Küchengeruch in die Kleidung, und der sei viel unangenehmer: "Zigarettenrauch kann man auslüften, Essensgeruch nicht", ist eine Raucherin überzeugt.

Das Küchenproblem gibt es gleich ums Eck, bei der "Wiesn-Party"-Disco, nicht. Robert Berer ist denn auch "total zufrieden". Auch hier rauche hin und wieder jemand, insgesamt aber werde das Rauchverbot akzeptiert. "Gott sei Dank gilt es so konsequent für alle Lokale, da gibt es wenigstens die Diskussionen nicht." Und: "Bei uns hat noch kein Nichtraucher Stress gemacht", sieht es Berer von der anderen Seite. Disco-Publikum ist da offensichtlich relativ tolerant.

Im Sternenzelt schließlich gibt es "eigentlich gar kein Problem", so Andreas Münzlochner. Kein Wunder, ist ja der größere Teil der Fläche eine offene Terrasse, auf der geraucht werden darf. Allenfalls die Feinheiten - unter dem Zeltdach rauchen nicht erlaubt, einen Meter weiter schon - sorgen gelegentlich für Unverständnis. Aber damit könne man gut leben.

Auch bei einem anderen Problem sehen die Verantwortlichen heuer tendenziell eine positive Entwicklung: Ins Festzelt mitgebrachter Alkohol sei "deutlich weniger geworden", so Hans Obermaier. Letztes Jahr wurden im Festzelt fast jeden Morgen kartonweise Schnapsflaschen zusammen gesammelt. Heuer kontrolliert schon die Security am Eingang konsequenter. Allerdings lässt sich beispielsweise unter den Dirndkleidern trotzdem viel verstecken.

Ob von den jungen Besuchern insgesamt weniger harter Alkohol konsumiert wird? Obermaier ist da sketisch. Regelmäßig stünden Gruppen mit Cola und Schnaps vor dem Zelt beim "Vorglühen". Und erst gestern habe er zwei Mädchen erwischt, die aus einer Flasche Whisky "nachtankten", die sie im Gebüsch versteckt hatten - ausgerechnet neben seinem Auto. "Wos soi ma do macha?" fragt der Festwirt resigniert. Außerhalb des Geländes seien ihm die Hände gebunden.

Außerdem: Am Grundproblem änderten Kontrollen ohnehin nichts: "Wer si zuasaufn wui, der sauft sie zua."

Karl Königbauer (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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