Frühlingsfest geht für Familien aufs Geld

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Der Klassiker: Autoscooter. Auch hier können Familien ihr Budget problemlos anlegen, zur Begeisterung des Nachwuchses. Foto Stuffer

Wasserburg - Wenn abends im rappelvollen Zelt das Festbier in Strömen fließt, könnte das Frühlingsfestmotto der überwiegend jungen Gästeschar auch lauten: "Was kost` die Welt?"

Doch die Wasserburger Wiesn ist auch ein Volksfest für die ganze Familie. Und die muss bekanntlich den Geldbeutel enger schnallen. Gegruselt in der Geisterbahn, im Musikexpress kreischend durch die Kurven geflogen und im Autoscooter eine kräftige Karambolage verursacht: Für die Kinder der Familie Scalise hat der Besuch auf dem Wasserburger Frühlingsfest alle Erwartungen erfüllt. Zufrieden sitzen der Acht- und Zwölfjährige im Festzelt und genießen in der Fahrpause Pommes mit Limo. Alljährlich besucht die Familie in den Pfingstferien das Frühlingsfest - immer am Kindertag. Dann dürfen die Buben nach Herzenslust Karussell fahren, "einmal jedes Fahrgeschäft, das sie wollen", berichtet die Großmutter. Ihre Tochter stellt klar: "Einmal auf die Wiesn, das reicht - bei den Ausgaben". Etwa 50 Euro kostet die Familie der ermäßigte Spaß - samt Essen auf dem Festzelt und etwas Süßem zum Abschluss.

Einmal in zehn Festtagen steht der Besuch auch bei Familie Gärtner aus Pfaffing auf dem Ferienprogramm. Auch sie nutzt den Kindertag mit den vielen Ermäßigungen, um den Kindern im Alter von fünf und neun Jahren einen ausgelassenen Fahrspaß zu ermöglichen. Der zwölfjährige Neffe, der ebenfalls dabei ist, hat noch zehn Euro von seinem Taschengeld extra mitgenommen. Gesamtkosten des Nachmittages nach Schätzung der Gärtners dank ermäßigter Preise: 40 Euro.

Einmal Wiesn: 60 Euro

Damit kommt die Durchschnittsfamilie mit zwei Kindern, die begeistert Karussell fahren, an einem normalen Wiesntag ohne Ermäßigungen und mitgebrachten, weil geschenkten Bier- oder Essensmarken nicht hin. Trinkt Papa auf dem Zelt eine süffige Mass Festbier, zahlt er 6,70 Euro. Genehmigt sich die Mutter ein Wasser, berappt sie 2,90 Euro. Dazu gibt es vielleicht einmal das beliebte Grillhendl (6,90 Euro), ein Fischfilet (8,20 Euro) und für die beiden Kinder zweimal Pommes für je drei Euro. Hinzu kommen in der Regel je Kind drei bis vier Fahrten für etwa zehn Euro, zweimal Süßes für je 2,50 Euro. Das macht: über 60 Euro - nicht mitgerechnet den obligatorischen Loskauf und natürlich das Trinkgeld für die netten Bedienungen, die einen Krug Leitungswasser am Kindernachmittag auch umsonst auf den Biertisch stellen.

Kein Wunder, dass der Kindertag mit deutlich ermäßigten Preisen, der sich am Montag, 20. Juni, von 14 bis 18 Uhr noch einmal wiederholt, die Familien in Scharen anlockt. Denn die Geisterbahn garantiert schon für zwei statt 2,50 Euro eine Gänsehaut, die "wilde Maus" jagt Kinder für zwei statt drei Euro über die Achterbahn. Im "Breakdance" darf für zwei statt 2,50 Euro gekreischt werden. Das Riesenrad schwebt schon für 1,50 Euro in die Lüfte. Die Zuckerwatte garantiert für nur einen Euro klebrigen Genuss, und beim Loseziehen gibt es bereits für 200 statt 500 Punkte den heuer so beliebten grünen Stofffrosch. Ermäßigungen von 25 bis zu 50 Prozent, die sich im Festzelt fortsetzen: Hier gibt es dann den Teller Pommes für 1,99 statt drei Euro.

Der Familientag macht dem Bemühen des Frühlingsfestes, trotz abends dominierender Partystimmung ein echtes Familienfest zu sein, alle Ehre - auch weil auf dem großzügigen Festplatz trotz Andrangs selten die von anderen Wiesn bekannten langen Schlangen zu sehen sind. Hier können Mama und Papa dem Jüngsten noch gemütlich zuschauen, wenn er im Kinderkarussell seine Runden dreht - ohne ständig angerempelt zu werden. Hier geht es, das bestätigen die Gärtners, noch so familiär zu, dass die Sprösslinge nicht so schnell im Getümmel verloren gehen können. Auf dem nahen Parkplatz ist nachmittags immer noch ein Stellplatz zu finden, sodass mit Buggy und Kinderwagen keine langen Strecken zurückzulegen sind.

Strategische Annäherung

Wer nicht an den beiden Tagen mit nachmittäglichen Ermäßigungen die Wasserburger Wiesn besuchen kann, geht den Aufenthalt in der Regel strategisch an. Zwei Taktiken geben den Ton an: Jedes Kind erhält einen festen Betrag zur freien Verfügung. Wer damit nicht hinkommt, muss sein Taschengeld angreifen. Oder jedes Karussell der Wahl darf ein- bis zweimal gefahren werden.

Eine Wasserburger Familie geht sogar in jeder Wiesn-Saison einmal an einem lauen Sommerabend ganz ohne offenes Portemonnaie auf das Frühlingsfest - "bloß um das Spiel der vielen Lichter zu genießen". Auffallend viele ältere Besucher bevölkern außerdem nachmittags das Festgelände, Enkelkinder an der Hand. Und Oma und Opa haben bekanntlich meistens die Spendierhosen an.

Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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Öffnungszeiten

Auf dem Festplatz vom 13. bis zum 23.05.2016:

- Festplatz: 14 - 23 Uhr

- Kindertag (18. Mai): 14 - 18 Uhr ermäßigt

- Festzelt: 11 - 23 Uhr

- Schubertmesse (16. Mai):10 - 23 Uhr

- Oldtimer-Treffen (21. Mai): 9 - 23 Uhr

- Wiesn Alm: Werktag 14 - 2 Uhr, Feiertag 12 - 2.30 Uhr

- Fit & Fun Wies'n Party: 21 - 2 Uhr, Fr., Sa. und Pfingstsonntag 21 - 3 Uhr

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