Weniger Kleine, aber mehr ganz Kleine

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Wie die Orgelpfeifen stehen sie da, die Kinder in der Kita Nördliche Burgau. Kooperationsgruppen mit Kindern ab zwei Jahren könnten für die nächste Zeit vielleicht die Probleme mit Krippenplätzen lindern.

Wasserburg - Die Kinder werden immer jünger. Nein, nicht allgemein, sondern die Zwergerl in den Kindertagesstätten. Plätze für Drei- bis Sechsjährige gibt es mehr als genug.

Aber bei den ganz Kleinen ist der Bedarf größer als das Angebot. Die Stadt sucht für ihre Kindergärten Lösungen.

51 Plätze für Kinder unter drei Jahren gibt es derzeit in den Kindergärten und -krippen im Stadtgebiet: 24 in den zwei städtischen Krippen in Reitmehring und der Burgau Nord, 27 weitere in Kleinkindgruppen im privaten Kindergarten "Gänseblümchen" und im kirchlichen Kindergarten St.Konrad/St.Jakob im Burgerfeld, so Bürgermeister Michael Kölbl bei den Bürgerversammlungen.

Der Bedarf an klassischen Kindergartenplätzen geht aufgrund sinkender Kinderzahlen seit Jahren zurück. Deshalb war es zum Beispiel in Reitmehring kein Problem, aus drei Kindergartengruppen zwei zu machen und dafür eine Krippe einzurichten. Nun aber sind es so wenig Drei- bis Sechsjährige, für die künftig Plätze gebraucht werden, dass selbst zwei Gruppen zu viel sind. Eine aber ist zu wenig.

Andererseits steigt der Bedarf an Plätzen für Kinder unter drei Jahren. "Mehr und mehr Eltern nehmen diese Plätze sowohl aus beruflichen wie aus pädagogischen Gründen in Anspruch", so Peter Reinthaler, in der Stadtverwaltung unter anderem für die Kindergärten zuständig. Den Rechtsanspruch darauf haben sie nach dem Willen der Bundesregierung ab dem kommenden Kindergartenjahr ohnehin.

Wie man nun Angebot und Nachfrage am besten unter einen Hut bringt, daran tüftelt die Stadt für ihre Einrichtungen gerade. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Bürgermeister, Reinthaler, Kindergartenreferentin Elisabeth Fischer, den Leiterinnen der städtischen Kindertagesstätten und einer Fachberaterin, ist in intensiven Beratungen. Bürgermeister und Kindergartenreferentin verbringen ganze Vor- oder Nachmittage im Kindergarten, schauen, was wo möglich ist, wie eventuell Abläufe zu optimieren sind. "Wir können und wollen nicht in allen Kindertagesstätten dasselbe Modell anbieten", so Reinthaler.

Zunächst ziemlich unangetastet bleibt voraussichtlich der Altstadtkindergarten. Denn dort sind die 75 Kindergartenplätze bis auf eine Handvoll auch von Drei- bis Sechsjährigen belegt. "Nachfrage nach Krippenplätzen haben wir dort so gut wie keine", hat Reinthaler festgestellt. Ab und an wird für ein Zwergerl, das noch nicht ganz drei Jahre ist, ein Platz gebraucht.

In Reitmehring und der Burgau Nord sieht es anders aus. Noch sind zwar die Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2013/14 nicht über die Bühne, konkrete Zahlen fehlen also, aber es sind Hochrechnungen anhand der Geburtenzahlen möglich.

Um beim Beispiel Reitmehring zu bleiben: Es werden zu viele Drei- bis Sechsjährige für eine Kindergartengruppe, zu wenig für zwei. Die zwölf Krippenplätze sind ausgebucht, etliche Eltern warten auf einen Platz. Für eine zweite Krippengruppe aber fehlt Personal, im Vergleich zum Kindergarten ist die doppelte Zahl an Betreuerinnen vorgeschrieben. Einfach einstellen? Geht nicht, der Markt ist nahezu leergefegt.

Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass es künftig "Kleinkindgruppen" geben wird, in denen die größten Krippenkinder und die kleinsten Kindergartenkinder - also die Zwei- und Dreijährigen - gemeinsam betreut werden, was den Personalaufwand im Vergleich zu reinen Krippengruppen senkt. Wie das Modell funktioniert, das können sich die städtischen Mitarbeiterinnen im Kinderhaus St.Konrad/St.Jakob anschauen. Dort klappt das schon seit vielen Jahren problemlos.

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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