Wenn der Vater mit dem Kinde...

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Wasserburg - Erziehung ist Frauensache? Überwiegend sicher noch, aber immer mehr Väter kümmern sich intensiv um ihre Kinder. Auch im Raum Wasserburg.

Und diese haben dank Ursula von der Leyen und deren Gesetz zur Elternzeit seit fünf Jahren dazu auch bessere Möglichkeiten. Nutzen sie diese?

"Oh ja, das kommt immer häufiger vor", so Stefan Moos aus der Personalabteilung des Inn-Salzach-Klinikums. Alle zwei, drei Monate melde sich ein junger Vater, Tendenz steigend. Bei der Sparkasse Wasserburg sieht es ähnlich aus, vier bis fünf Väter nehmen pro Jahr eine Babyauszeit. Beim ersten Vater, der seine Elternzeit nahm, sei das Erstaunen noch groß gewesen, "aber dann nahmen die anderen den Ball gerne auf", heißt es aus der Personalabteilung. Bei den Kollegen der VR-Bank in Wasserburg sieht es anders aus, da ist noch kein Mann in Elternzeit gegangen. Allerdings gab es da laut Christoph Rosenzweig auch nur einen frischgebackenen Papa - und der wollte nicht.

Im Rathaus gab es auch noch keinen entsprechenden Antrag, aber im Bauhof: "Dieses und letztes Jahr war jeweils einer meiner Maurer in Elternzeit", so Bauhofchef Guido Zwingler. Und wie sieht es in einem "Männerbetrieb" wie Metallbau Hutterer aus, wo 90 Prozent der Angestellten männlich sind? "Noch gar keiner, nicht mal der Chef bei seinen beiden", lacht Katrin Hutterer. Was allerdings auch daran liege, dass die meisten Mitarbeiter noch nicht oder nicht mehr im entsprechenden Alter seien.

Bei der Molkerei Bauer sind es laut Sabine Wieland rund zwei Drittel der frischgebackenen Väter, die die Elternzeit in Anspruch nehmen, ganz begeistert sind, dass sie bei ihrem Zwerg daheim bleiben dürfen, "und wir unterstützen das gerne, die Geschäftsleitung steht voll dahinter."

Ein Betrieb mit mehreren hundert Mitarbeitern wie Bauer tut sich relativ leicht, den Vätern verschiedene Modelle anzubieten. "Manche nehmen zwei Monate, andere sechs Monate am Stück, andere wiederum arbeiten Teilzeit", so Sabine Wieland. Probleme habe es - außer mit dem behördlichen Papierkram - noch keine gegeben, die Absprachen funktionierten. Ebenso im Inn-Salzach-Klinikum. Wenn die Auszeit rechtzeitig bekannt wäre, so Stefan Moos, werde der Dienstplan entsprechend gestaltet. Dass zwei Väter auf einer Station gleichzeitig gehen wollten, das sei seines Wissens noch nicht vorgekommen - und wenn, dann müssten beide eben zeitlich ein wenig flexibel sein, nach vorne oder hinten verschieben. So hielte es auch die Sparkasse, sollten da einmal zwei junge Väter in der gleichen Geschäftsstelle Elternzeit nehmen wollen.

Kleinere Betriebe können sich da schwerer tun. Katrin Hutterer kann bisher nur vermuten, wie es in dem 40-Personen-Betrieb funktionierte: Mitten in einem Großprojekt wäre schwierig, "da müsste der Mitarbeiter zeitlich flexibel sein, seine Elternzeit schieben können." Grundsätzlich sehe sie aber keine großen Probleme.

Guido Zwingler sieht bei seinen 20 Männern im Bauhof schon Probleme. Ihm seien sechs Monate am Stück lieber, als zweimal einen Monat Elternzeit überbrücken zu müssen, für eine längere Zeit könne man eher eine Ersatzkraft einstellen. Zwei Männer mit einer Ausbildung parallel zu ersetzen, "das ginge nicht" - oder es müssten Arbeiten an Firmen vergeben werden. Und an Elternzeit während des Winterdienstes mag er gar nicht denken.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser