Laut Gewerkschaft Zerschlagung und Tarifausstieg bei Wünsche geplant

EDEKA zu NGG-Vorwürfen: Keinerlei Auswirkungen auf Löhne

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Landkreis - Unsichere Zeiten brechen an für die Bäcker und Verkäuferinnen der Backstube Wünsche mit Sitz im oberbayerischen Gaimersheim - mit knapp 300 Filialen und mehr als 1800 Beschäftigten der zehntgrößte Backwarenfilialist in Deutschland und Schwergewicht im bayerischen Bäckerhandwerk.

Update, 13.40 Uhr: Edeka bezieht Stellung zu angeblicher Wünsche-Zerschlagung

Auf Nachfrage von rosenheim24.de bezog EDEKA Stellung zu den Vorwürfen der Gewerkschaft. "Backstube Wünsche ist ein erfolgreiches Unternehmen der EDEKA Südbayern, in dem eine gesellschaftsrechtliche Neuordnung geplant ist", erklärte Pressesprecher Christian Strauß. "Dazu stehen wir selbstverständlich bereits mit den Arbeitnehmervertretern in Kontakt." Es würde keinerlei Auswirkungen auf die Arbeitsplätze sowie Löhne und Gehälter aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. "Wir bitten um Verständnis, dass wir dazu aktuell keine weiteren Auskünfte geben können." 

Update, 11 Uhr: Diese Filialen sind betroffen:

Auf unserer interaktiven Karte finden Sie eine Übersicht der Filialen der Bäckerei Wünsche in der Region.

Die Pressemitteilung der NGG Region Rosenheim- Oberbayern

Die Unternehmensleitung der 100-prozentigen Edeka-Tochter hat dem Betriebsrat mitgeteilt, sie werde zum 1. Dezember diesen Jahres die jetzige Struktur zerschlagen, die Verwaltung in eine eigene GmbH und zum Jahresbeginn 2017 die Filialbeschäftigten in zwei Vertriebsgesellschaften überführen.

Zwar hat die Geschäftsleitung erklärt, dass alle tariflichen Vereinbarungen fortgeführt würden, aber Taten hat sie noch nicht folgen lassen. Wilfried Maxim von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG):„Damit rechtlich Tarifbindung entsteht, müssen die drei neuen Gesellschaften entweder Mitglied im Landes- Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk werden - oder mit der NGG einen Tarifvertrag abschließen. Beides ist bislang nicht geschehen. Wir sind sehr besorgt.“

NGG: Verkäuferinnen sollen "Billigheimer" werden

Die Gewerkschaft NGG befürchtet nun für die mehr als 1.500 Beschäftigten aus den Verkaufsfilialen, dass ihr Tariflohn, das Weihnachts- und Urlaubsgeld, die Altersvorsorge und die Zulagen in Gefahr sind. In der Vergangenheit hat Edeka schon mehrmals mit Firmenentscheidungen dafür gesorgt, dass tausenden Verkäuferinnen keine Tariflöhne mehr gezahlt und die tarifliche Absicherung der Arbeitsbedingungen bewusst unterlaufen wurde: Im Südwesten wurde für die Großbäckerei K&U (ebenfalls eine Edeka-Tochter) 2013 die Tarifbindung gelöst. Die Gewerkschaft NGG hat Jahre gekämpft und steht dort erst heute wieder kurz vor dem Abschluss eines Tarifvertrages. Und in Norddeutschland hat Edeka ihre Backtochter Schäfers mit fast 900 Filialen zuerst in eine eigene Gesellschaft überführt, um anschließend die Filialen an selbstständige Kaufleute oder ins Franchising abzugeben. Auch hier mit dem Ziel die Löhne und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu drücken.

„Edeka hat Erfahrung darin, das meist weibliche Verkaufspersonal zu Billigheimern zu machen. Auf reine Versprechungen der Geschäftsleitung sollte sich deshalb niemand verlassen. Wir werden jetzt die Beschäftigten informieren und zur Absicherung in der NGG auffordern“, so Maxim.

Pressemitteilung Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten Region Rosenheim- Oberbayern

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Montage)

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