Ist der Salzburger Flughafen in Gefahr?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
  • schließen

Freilassing/Salzburg - Drei bayerische Bürgermeister wollen den Fluglärm nicht länger dulden und haben sich an Verkehrsminister Dobrindt gewandt. Salzburg fürchtet jetzt um den Flughafen.

Er ist seit langem ein Streitpunkt zwischen Deutschland und Österreich: der Salzburger Flughafen. Die Bayerischen Nachbargemeinden beschweren sich über dem Fluglärm. Jetzt haben sich die Bürgermeister von Freilassing, Saaldorf-Surheim und Ainring in einem Brief an Verkehrsminister Alexander Dobrindt gewandt, in dem sie massiv auf die Umsetzung der Durchführungsverordnung pochen. Diese hatte Dobrindts Vorgänger Peter Ramsauer auf den Weg gebracht, um den Fluglärm über dem Berchtesgadener Land zu verringern. Durch die Verordnung sollten beispielsweise An- und Abflüge über den Norden zeitlich geregelt und begrenzt werden. Die Verordnung scheiterte im Dezember 2013 an der Zustimmung des Auswärtigen Amtes.

Die Bürgermeister Hans Eschlberger (Ainring), Josef Flatscher (Freilassing) und Bernhard Kern (Saaldorf-Surheim) fordern in dem Brief "endlich konkrete Maßnahmen". Besonders die Situation der Flugbewegungen an den Winter-Wochenenden sei unerträglich. Insbesondere müssten die Maßnahmen die Nachbargemeinden "von der starken einseitigen Belastung auf deutschem Gebiet befreien." Die drei Bürgermeister fordern darum eine gerechtere Verteilung der An- und Abflugrichtung. Da die Österreicher sich sehr stark gegen eine Mehrbelastung des Salzburger Südens einsetzen würden, sei ein gleichstarker Einsatz von Deutscher Seite erforderlich. Durch den über Jahre verfolgten "freiwilligen" Verhandlungsweg sei bislang "so gut wie nichts erreicht worden". Darum sei der einzige effektive Weg zur Verbesserung der Fluglärmbelastung eine Durchführungsverordnung.

Das passt Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden überhaupt nicht: "Wenn das wirklich so kommen sollte, bedeutet das de facto eine massive Einschränkung des Nordanflugs. Damit ist der Bestand unseres Flughafens akut gefährdet. Die Sicherheitsbedenken gegenüber dem Anflug von Süden, die jeder Pilot bestätigen wird, werden einfach vom Tisch gewischt!" Das Flughafen-Management unternehme ohnehin bereits alles, um zu einer 70:30–Aufteilung der Flugbewegungen zwischen Nord- und Südroute zu kommen. "Wir gehen hier vor, genau wie mit den Bayern vereinbart! Populistisches Poltern bringt uns da nicht weiter. Das schadet der Wirtschaft der gesamten Region. Der Flughafen ist ein enorm wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die Stadt Salzburg und ihr Umland, auch für Bayern. Den lassen wir uns auf keinen Fall kaputt machen", so Salzburgs Stadtoberhaupt.

ra

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser