Suche nach Studenten: Ermittler durchkämmen Südwesten Mexikos

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Nahe einer Müllkippe suchen Experten nach Überresten der verschwundenen Studenten. Mutmaßliche Bandenmitgliedern wiesen den Fahndern den Weg. Foto: Rebecca Blackwell

Iguala (dpa) - Auf der Suche nach Dutzenden verschleppten Studenten im Südwesten von Mexiko haben Gerichtsmediziner ein Gelände in der Nähe einer Müllkippe durchsucht.

Nach Hinweisen mutmaßlicher Bandenmitglieder wurden bei der Ortschaft Cocula im Bundesstaat Guerrero Leichenteile entdeckt, hieß es aus Ermittlerkreisen. Der Bundesstaat ist die gefährlichste Region Mexikos.

Es gebe Zeugenaussagen, dass die jungen Leute an diese Stelle gebracht worden seien, sagte der Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam. An den Ermittlungen seien Tausende Beamte beteiligt.

Die 43 Studenten waren vor einem Monat nach Auseinandersetzungen mit der Polizei in der Stadt Iguala verschleppt und später Mitgliedern der kriminellen Organisation "Guerreros Unidos" übergeben worden. Bislang ist ihr Schicksal völlig unklar.

Unterdessen kündigte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong einen Sicherheitsplan für die Unruheregion an. In 17 Ortschaften der sogenannten Tierra Caliente im Norden von Guerrero würden Regionalkommandos der Sicherheitskräfte eingerichtet, sagte er nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts.

Derzeit sind 10 000 Bundespolizisten in Guerrero im Einsatz. Der Fall Iguala hatte die engen Kontakte der örtlichen Polizeieinheiten mit Gruppen des organisierten Verbrechens offen gelegt. Alle Polizeibeamten des Bundesstaats sollen nun überprüft werden.

Die US-Regierung zeigte sich besorgt über die Situation. "Die Berichte über die Lage sind offensichtlich sehr beunruhigend", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest. Die mexikanische Bischofskonferenz forderte die Sicherheitskräfte auf, ihre Bemühungen zu verdoppeln, um die Vermissten zu finden.

Nach Angaben von Opfervertretern empfängt Präsident Enrique Peña Nieto am Mittwoch (Ortszeit) Familienmitglieder der verschleppten Studenten. Die Angehörigen würden Antworten verlangen und eine schnelle Lösung fordern, sagte der Sprecher der Gruppe, Felipe de la Cruz, der Nachrichtenagentur dpa. Das Präsidialamt bestätigte das Treffen zunächst nicht.

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