BP: Fortschritte beim Verschließen der Ölquelle

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Washington - Der Ölkonzern BP hat nach eigenen Angaben gute Fortschritte bei seinem Versuch gemacht, die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko zu verschließen.

Seit Freitagmorgen (Ortszeit) ströme nur noch wenig Öl und Gas ins Meer, sagte der BP-Vorstandsvorsitzende Tony Hayward dem Fernsehsender CNN. Die aus einem Rohrleck am Meeresgrund aufsteigende braune Wolke, die in Live-Videos zu sehen ist, bestehe derzeit fast komplett aus Schlamm.

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Der Konzern hofft, den Ölfluss stoppen zu können, indem er mit hohem Druck Schlamm in das Bohrloch pumpt. BP habe über Nacht als Teil der “Top Kill“ genannten Operation Gummistücke und anderes Material in das Sicherheitsventil (“Blowout Preventer“) geschossen, das auf dem Bohrloch sitzt. Diese Maßnahme sollte dazu dienen, das Ventil zu verstopfen, damit weniger Schlamm als bisher aus der Quelle entweichen kann.

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Aktuelle Messungen hätten ergeben, dass dies erfolgreich gewesen sei, sagte Hayward. “Das sind gute Nachrichten.“ Später am Freitag wolle das Unternehmen in einem weiteren Anlauf weiteren Schlamm in Quelle schießen. Es werde aber noch 48 Stunden dauern, bis Resultate der Aktion sichtbar seien. “Ich weiß, dass das für jeden frustrierend ist“, sagte Hayward.

BP gibt "Top Kill" noch bis Sonntag Zeit

Der bislang durchwachsene Versuch, das Bohrloch im Golf von Mexiko mit schwerem Schlamm abzudichten, soll bis Sonntagmitternacht (Ortszeit) fortgeführt werden. Der britische Ölkonzern BP wolle dann auswerten, ob die sogenannte Operation “Top Kill“ Aussichten auf Erfolg habe, sagte eine Konzernsprecherin am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in London. Falls der Versuch scheitere, habe BP noch “verschiedene andere Optionen“ zum Schließen des Lecks. Wie viel Öl insgesamt in der Quelle steckt, wolle BP nicht bekanntgeben.

Der Ölkonzern habe bereits Vorkehrungen für den Einsatz einer neuen Technik getroffen, sagte die BP-Sprecherin weiter. Dabei handele es sich um ein Oberflächen-Abdichtungssystem. Bei dem Verfahren (“lower marine riser package“) soll das bestehende Steigrohr zur Quelle am Meeresgrund entfernt und durch ein neues, breiteres Rohr mit einer Ringdichtung ersetzt werden. Auf diese Weise solle der Großteil des ausströmenden Öls und Gases aufgefangen werden. Parallel dazu bohre BP weiter an zwei Stellen, um das bestehende Bohrloch zu entlasten. Damit sei am 2. und 16. Mai begonnen worden, sagte die Sprecherin. Diese Zapfquellen sollen innerhalb von drei Monaten einsatzbereit sein.

Rund 1300 Schiffe seien im BP-Auftrag unterwegs, um ausgetretenes Öl aufzusammeln, chemisch aufzulösen oder mit Barrieren aufzuhalten. Mehr als 43 Millionen Liter Rohöl seien schätzungsweise bislang in den Golf von Mexiko geströmt. Für die Schäden wolle der Ölkonzern vollständig aufkommen, sagte die Sprecherin. “Wir sind stark genug, um die Forderungen zu tragen.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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