Haus am Kreisverkehr: Hier kracht's dauernd

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Einjer von vier schweren Unfällen: Feuerwehrleute stehen in Herten neben einem aufgeschnittenen PKW, aus dem zuvor fünf Personen geborgen werden mussten. Auf dem Grundstück von Familie Zienc sind in sechs Jahren vier Autos verunglückt.

Herten - Sie wohnten gerade zwei Monate in dem Haus, da krachte es das erste Mal: Eine Familie im Ruhrgebiet wohnt neben einem Kreisverkehr. In sechs Jahren rasten schon vier Autos auf das Grundstück.

Eine Familie in Herten im Ruhrgebiet hat ein ungewöhnliches Problem - immer wieder krachen Autos gegen ihre Hauswand. Seit Kerstin Zienc mit Mann und Kind eingezogen ist, knallt es. Auf ihrem Grundstück in Herten sind in sechs Jahren vier Autos verunglückt. Zuletzt rammte am vergangenen Wochenende ein Wagen die Außenmauer des Wohnhauses. Die fünf Menschen im Fahrzeug wurden schwer verletzt. Zwei von ihnen musste die Feuerwehr sogar aus dem Fahrzeug herausschneiden.

Kerstin Ziencs Nerven liegen nach dem jüngsten Unfall blank. „Es ist schon schwierig“, sagt die 36-Jährige. Schon zwei Monate, nachdem die Familie in das Haus nahe eines Kreisverkehrs eingezogen war, habe es das erste Mal gekracht. „Die haben den Kreisverkehr zu nah an die Häuser gebaut“, glaubt die junge Mutter. Die traurige Bilanz: Sieben Verletzte. Hinzu komme der Schaden am Haus, erzählt Zienc. In der Außenwand seien einige Risse, die nun ein Statiker untersuchen müsse.

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Der zuständigen Kreisverwaltung ist das „Horror-Haus“ bereits ein Begriff. Allerdings liegt die Ursache für die Situation der Ziencs offenbar Jahre zurück: „Dass es ein Unfallschwerpunkt ist, war mir nicht bekannt, bis da ein Kreisverkehr hingebaut wurde“, sagt eine Sprecherin des Kreises. Sie selbst wohnte 25 Jahre lang in der Siedlung nebenan. Zusammenstöße habe es vorher nicht gegeben, sagt sie. Wegen der geringen Größe des Kreisverkehrs könne sie sich aber auch „nicht vorstellen“, wie es zu den Unfällen kommen konnte.

Zumindest, wenn er vorschriftsgemäß befahren werde, sei der Kreisverkehr ungefährlich, sagt auch Jochem Manz, Sprecher des Kreises Recklinghausen. Auch baulich sei er völlig in Ordnung.

Worte, die Kerstin Zienc und ihre Familie nicht besonders beruhigen dürften. Wichtig sei es jetzt aber vor allem, ihre Tochter zu schützen, sagt Zienc. Das neunjährige Mädchen dürfe nur noch hinter dem Haus im Garten spielen. Vor dem Gebäude werde das Mädchen von ihren Eltern begleitet.

Nach einem Gespräch mit dem örtlichen Bürgermeister seien sogar Steinpoller vor dem Haus aufgestellt worden. „Aber wie man sieht, hat es nichts gebracht“, sagt Zienc. Sie hätten zwar zweimal das Schlimmste verhindert - beim jüngsten Unfall sei das Auto aber einfach zu schnell gewesen.

Kerstin Zienc malt sich seitdem aus, was hätte passieren können - selbst wenn sie nur Müll herausgebracht hätte. „Wir wären tot gewesen.“ Wie es für die Familie weitergeht, ist unklar. Ihr Mann wolle ausziehen, sie selbst sei aber noch unschlüssig. Ein weiteres Gespräch mit dem Bürgermeister will sie noch abwarten.

dpa

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