Jugendschützer warnen 

So gefährlich sind Legal Highs

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Sogenannte Legal High-Produkte. Die angeblich harmlose Produkte werden über das Internet vor allem an junge Leute verkauft.

Berlin/Mainz - Sogenannte psychoaktive Stoffe in den Produkten können schwerwiegende Folgen haben und sogar zum Tod führen: Jugendschützer wollen in Berlin über gefährliche Kräutermischungen und Badesalze informieren.

Sie heißen "Beach Party" oder "Crazy Monkey" und sind alles andere als harmlos: Jugendschützer schlagen angesichts der zunehmenden Gefahren durch psychoaktive Drogen aus dem Internet Alarm. Getarnt als Kräutermischungen oder Badesalze seien die gefährlichen Substanzen auch für Minderjährige frei erhältlich und über soziale Netzwerke leicht zu finden, warnte das Portal Jugendschutz.net am Montag in Berlin.

Jugendschutz.net überprüfte zwischen Oktober 2015 und Mai dieses Jahres insgesamt 86 deutschsprachige Webangebote, darunter 76 Onlineshops, die sogenannte Legal Highs anbieten. In vielen Shops können die Drogen demnach ohne Altersnachweis bestellt werden. Rund drei Viertel der Onlineshops bewerteten die Experten daher als "schwer jugendgefährdend". Sie dürften eigentlich nur Erwachsenen zugänglich sein.

Neue synthetische Drogen aus dem Labor sind auch in Deutschland eine wachsende Gefahr. Die psychoaktiven Stoffe werden - bunt verpackt und mit spaßigen Sprüchen - als vermeintlich unbedenkliche Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger deklariert. Im Internet werden sie oft als angeblich legale Alternative zu Drogen wie Ecstasy oder Cannabis verkauft.

Ihre Zusammensetzung ist aber oft nicht bekannt, was hohe Risiken für die Konsumenten birgt. Die Nebenwirkungen dieser Designerdrogen reichen von Übelkeit, Herzrasen, Panikattacken und Erbrechen bis hin zu Kreislaufversagen, Bewusstlosigkeit und Tod. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Todesfälle durch "Legal Highs" nach Angaben des Bundeskriminalamts auf 39. Im Vorjahr waren es 25 Todesfälle. Legal Highs haben Experten zufolge zudem ein hohes Suchtpotenzial.

"Häufig sind diese Onlineshops sehr jugendaffin gestaltet und erwecken den Eindruck, dass das Leben durch Rauschmittel bereichert wird", kritisierte Andreas Fischer, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Die Entwicklung von Jugendlichen könne durch die Drogen aber "schwer gefährdet werden". Die KJM leitete demnach erste Aufsichtsverfahren gegen deutsche Betreiber von Webshops ein, die psychoaktive Drogen anpreisen.

Betreiber von Onlineshops bewerben ihre Produkte nach Recherchen von Jugendschutz.net auch massiv über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter und ködern Kunden sogar mit kostenlosen Probepäckchen. Obwohl die Shops in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen betonten, nicht an unter 18-Jährige zu verkaufen, werde das in keinem der überprüften Shops sicher gestellt.

Das von der Bundesregierung geplante Gesetz zum Verbot von "Legal Highs" nannten die Jugendschützer einen "wichtigen Schritt". Wann es in Kraft trete, sei aber ebenso offen wie die Frage, ob es alle rechtlichen Schlupflöcher stopfen könne. Viele Betreiber von Onlineshops wollten ihre "Umgehungsstrategien" fortsetzen. Auch ausländische Anbieter böten die Drogen weiter an.

"Legal Highs" sind von der Drogengesetzgebung bislang nicht erfasst. Mit dem neuen Gesetz sollen Handel, Einfuhr, Verbreitung und Herstellung von neuen psychoaktiven Stoffen verboten und unter Strafe gestellt werden. Das Verbot bezieht sich auf ganze Stoffgruppen, um eine Verbreitung in immer neuen Varianten zu verhindern.

AFP

Infos zu neuen psychoaktiven Stoffen (NPS)

Bundesregierung plant Verbot von "Legal Highs"

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