103 Tote bei Großbrand in russischem Nachtclub

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Bei einem Großbrand in einem russischen Nachtclub sind über 100 Menschen ums Leben gekommen.

Moskau - Bei einem verheerenden Feuer in einem Nachtclub der russischen Stadt Perm sind mindestens 103 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 130 Besucher wurden verletzt.

Wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass am Samstag unter Berufung auf die Behörden berichtete, wurden mehr als 130 Besucher des Lokals verletzt, viele von ihnen schwer. Die Bevölkerung der etwa 1400 Kilometer östlich von Moskau am Ural gelegenen Stadt wurde aufgerufen, Blut zu spenden. Nach ersten Erkenntnissen hatten explodierende Feuerwerkskörper während einer Feier zum achtjährigen Bestehen des Lokals in der Nacht zum Samstag zu der Katastrophe geführt. Einen Anschlag schlossen die Behörden aus. Die Polizei nahm zwei Besitzer des Lokals fest. Einer der Verdächtigen habe in einem ersten Verhör zurückgewiesen, den Club durch einen leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerkskörpern in Brand gesetzt zu haben.

Bilder vom Großbrand in einem russischen Nachtclub

Großbrand in russischem Nachtclub

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Auf Videoaufnahmen der Tragödie, die russische Fernsehsender ausstrahlten, war zu sehen, wie die mit Reisig abgehängte Plastikdecke des Raums vermutlich durch Funken einer Zimmerfontäne in Brand geriet. Die hohe Zahl der Verletzten sei auch durch die anschließende Panik zu erklären, sagte ein Ermittler. Der fensterlose Club hat nach ersten Untersuchungen nur einen Ausgang. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Rettungskräfte vorwiegend um junge Menschen. Auch der regionale Sicherheitsministers Igor Orlow bestätigte, dass in dem Lokal gegen 2.15 Uhr Ortszeit ein Feuerwerkskörper die abgehängte Plastikdecke einer Bühne in Brand gesteckt hatte. Sofort habe alles in Flammen gestanden, sagte Orlow. Zeugen berichteten, dass vor allem Angestellte und deren Freunde und Angehörige an dem Fest teilgenommen hätten. Die meisten Opfer erlitten Brandwunden und Rauchvergiftungen. Am Morgen befanden sich noch 85 Verletzte in kritischem Zustand.

Sehen Sie hier Videos von dem Unglück bei Youtube:

Video 1

Video 2

Der russische Regierungschef Wladimir Putin ordnete noch in der Nacht die Bildung einer Ermittlungskommission unter Führung von Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu an. Der Sprecher der örtlichen Ermittlungsbehörden, Wladimir Markin, schloss einen Anschlag aus. “Hier stellt sich nicht die Frage nach einem Terrorakt. Dies ist ein Verstoß gegen die Brandschutzbestimmungen.“ Neben Schoigu flogen auf Anordnung von Kremlchef Dmitri Medwedew auch Innenminister Raschid Nurgalijew und Gesundheitsministerin Tatjana Golikowa nach Perm. “Die Minister sollen vor Ort die Hilfsleistungen koordinieren“, sagte Medwedews Sprecherin Natalia Timakowa. Mit einer Maschine aus Moskau traf am Morgen neben Ärzten und Psychologen auch Gerät zum Transport der Verletzten in Perm ein. Mindestens zehn der schwer Brandverletzten sollten zur Behandlung nach Moskau gebracht werden. In Russland kommen bei Bränden immer wieder viele Menschen ums Leben, da oft elementare Sicherheitsregeln missachtet werden.

dpa

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