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Auslaufmodell

E-Auto laden: Auch bei Lidl und Kaufland nun kein Gratis-Strom mehr

Kostenlos Strom tanken? Das boten zuletzt nur noch wenige Händler an – doch auch Lidl und Kaufland bitten E-Autofahrer jetzt zur Kasse.

Update vom 7. September 2022, 15.35 Uhr: Lange Zeit hatten E-Autos auf deutschen Straßen Seltenheitswert – und der Einzelhandel lockte Stromer-Kunden mit kostenlosen Lademöglichkeiten auf seinen Parkplätzen. Doch die meisten Anbieter sind längst davon abgerückt – wegen der wachsenden Zahl von E-Autos und der steigenden Strompreise wird das Laden im Handel zunehmend kostenpflichtig. Auch Lidl und Kaufland ziehen jetzt den „Gratis-Stecker“, wie schon seit längerem vermutet wurde – und die Schwarz-Gruppe als Mutterkonzern nun auch offiziell mitteilte.

Ab dem 12. September führt die Unternehmensgruppe eine Gebühr für den getankten Strom ein. Jede Kilowattstunde an AC-Ladepunkten bis zu 43 Kilowatt Ladeleistung koste dann 0,29 Euro pro Kilowattstunde, an DC-Ladepunkten mit bis zu 149 Kilowatt Ladeleistung seien es 0,48 Euro pro Kilowattstunde. An einzelnen Standorten könne mit 150 Kilowatt oder mehr für 0,65 Euro geladen werden. Mit dem Ende des Gratisladens solle der weitere Ausbau sowie die Instandhaltung der E-Ladestationen gewährleistet werden.

Lidl und Kaufland betreiben nach eigenen Angaben derzeit rund 1.300 Ladepunkte. Der Boom der Elektroautos sei an diesen Ladestationen deutlich zu spüren, erklärte die Unternehmensgruppe. Im Jahr 2020 hätten im Durchschnitt vier Elektroautos am Tag an einer E-Ladestation von Lidl ihre Akkus aufgeladen, bei Kaufland neun Autos. 2021 habe sich diese Anzahl bereits bei beiden Handelssparten verdoppelt. Mittlerweile verzeichne das Handelsunternehmen an Spitzentagen im Durchschnitt bei Lidl rund 15 und bei Kaufland rund 20 Ladevorgänge je Station.

Erstmeldung vom 21. Juli 2022, 10.42 Uhr: Nutzer elektrisch angetriebener Autos genießen einige finanzielle Privilegien. Die Befreiung von Kfz-Steuer oder die großzügige Umweltprämie sind allerdings nur Anreize auf Zeit. Das könnte auch mit den aktuell noch zahlreichen Angeboten zum kostenlosen Tanken von Fahrstrom der Fall sein. Diese wurden in den vergangenen Jahren vor allem rund um Einkaufsmöglichkeiten wie Supermärkten ausgebaut. Einige große Handelskonzerne investieren aktuell kräftig weiter in eine Ladeinfrastruktur, unter anderem, um damit Kunden zu locken. Den Einkauf mit einer Strombetankung zu kombinieren, dürfte insofern für Autofahrer mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit werden. Parallel deutet sich aber an, dass sich Umsonst-Angebote ausdünnen.

Bei Lidl können E-Auto-Besitzer aktuell noch kostenlos Strom ziehen – Aldi stellt bereits auf ein Bezahlsystem um.

E-Auto kostenlos laden: Bei einigen Händlern gibt es noch Gratis-Strom

Umso attraktiver werden in Zeiten von Energiekrise und Kostenexplosion Anbieter mit Null-Tarif-Fahrstrom. Einige wollen auch langfristig daran festhalten, andere setzen bereits von vorneherein auf kostenpflichtige Angebote, wiederum andere sind aktuell dabei, auf Bezahlsysteme umzustellen.

Zur letzteren Kategorie zählt der Discounter-Riese Aldi Süd mit seinem großzügig ausgebauten Ladenetz. Seit 2015 bietet der Konzern seinen Kunden die Möglichkeit, Fahrstrom kostenlos zu zapfen. Aktuell betreibt die Handelsgruppe deutschlandweit 500 Ladesäulen und damit über 1.000 Ladepunkte. Für Kunden mit E-Auto ist das attraktiv: Während des Einkaufs tanken spart Zeit, zudem ist die kostenlose Akkufüllung ein großzügiger Rabatt auf den Einkauf.

E-Auto kostenlos laden: Aldi stellt bereits auf ein Bezahlsystem um

Doch mit dem Umsonst-Laden wird es bald vorbei sein. Bereits seit Juni stellt Aldi auf ein Bezahlsystem um. Im Fall der AC-Säulen, die mit bis zu 22 kW laden, kostet die Kilowattstunde dann 29 Cent, was immer noch günstiger als klassischer Hausstrom ist. Alternativ gibt es DC-Ladesäulen mit 150 kW, bei denen die Kilowattstunde mit 39 Cent berechnet wird. Immerhin: Im Gegenzug erweitert Aldi Süd die zeitliche Nutzung. Künftig werden in einigen Fällen die Ladesäulen rund um die Uhr und auch an Sonn- und Feiertagen nutzbar sein. Außerdem gibt es keine Barrieren in Form einer Registrierung, mit der man dann per App oder Karte den Ladevorgang freischalten muss. Die Ladesäulen akzeptieren neben EC- und Kreditkarten auch digitale Bezahldienste von Google und Apple sowie Ladekarten. Bei diesen hängt allerdings der Preis für die Kilowattstunde vom Tarif des Anbieters ab. Allerdings bieten längst nicht alle Filialen von Aldi Süd Lademöglichkeiten für E-Autos. Aktuell ist das bei jeder vierten Filiale der Fall. Doch der Discounter hat angekündigt, sein Angebot zeitnah deutlich auszubauen.

E-Auto laden: Rewe und Penny wollen 6.000 Ladepunkte errichten

Ambitionierte Ausbaupläne verfolgen auch Rewe und der Energieversorger EnBW. Bis Mitte der 20er-Jahre wollen die Partner an Rewe- und Penny-Märkten 6.000 Ladepunkte errichten. Ab August sollen zudem erste Schnellladepunkte, die ebenfalls in großer Zahl geplant sind, ans Netz gehen. Ein Kostenlos-Angebot war von vorneherein nicht vorgesehen. Wer bei Rewe und Penny tanken will, bezahlt über die Nutzung eines Elektromobilitätsanbieters (Roaming) wie etwa EnBW mobility+ oder über direkte Bezahlung.

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

E-Auto laden: Bei Lidl bleibt der Strom zunächst weiter gratis

Ebenfalls in großen Dimensionen plant die Schwarz Gruppe mit ihren Supermarkt-Ketten Lidl und Kaufland. Deutschlandweit gibt es bereits ein Netz von über 1.000 Ladepunkten bei Lidl-Filialen sowie 270 bei Kaufland. Allein in diesem Jahr sollen 1.800 neue Ladepunkte bei Lidl hinzukommen und damit ab März 2023 jede dritte der über 3.200 Filialen des Discounters über eine Lademöglichkeit verfügen. Parallel soll dies auch bei jeder dritten der rund 700 Kaufland-Filialen der Fall sein. Der Ausbau an Ladeinfrastruktur ist auch bitter nötig, denn laut einer Studie steuert Deutschland auf eine „massive Ladelücke“ zu, wenn sich am Ausbautempo nichts ändert. Vorläufig bleibt das Angebot, anders als bei Aldi Süd, kostenlos. Nach einem Bericht des Handelsblatts unter Berufung auf Branchenkreise soll es bei der Schwarz Gruppe allerdings Überlegungen geben, ein Bezahlsystem einzuführen. Die Presseabteilung des Handelskonzerns wollte sich auf konkrete Nachfrage allerdings nicht zu strategischen Entscheidungen äußern. Vorläufig bleibt es also bei kostenlosem Fahrstrom.

E-Auto laden: Auch bei Kaufland gibt es noch Strom zum Nulltarif

Bei Kaufland kann man sowohl barrierefrei als auch über App, aber in jedem Fall nur auf eine Stunde begrenzt tanken. Angesichts von 50-kW-DC-Ladesäulen lassen sich in diesem Zeitfenster großzügige Strommengen zum Nulltarif abgreifen. Eine längere Ladezeit ist nicht möglich, auch nicht gegen Bezahlung. Bei Lidl, wo ebenfalls kostenlos und zum Teil auch an Schnellladesäulen mit 150 kW Leistung geladen werden kann, wird der Vorgang über die Lidl-Plus-App aktiviert.

E-Auto laden: Ikea stellt aktuell 220 kostenlose Ladestationen

Doch nicht nur in Märkten des täglichen Bedarfs scheint die Kombination mit Ladeangeboten für Elektroautos attraktiv zu sein. Unter anderem stellt Möbelgigant Ikea seit 2019 seinen elektrisch fahrenden Kunden kostenlosen Strom an 22-kW-Ladepunkten zur Verfügung. Die Schweden wollen bereits ab 2030 klimapositiv sein, dabei soll eine klimaneutrale Anfahrt der Kunden auf dieses Ziel einzahlen. Aktuell stellt das Möbelhaus deshalb unter anderem 220 kostenlose Ladestationen zur Verfügung. Da der Bedarf durch das derzeitige Angebot nicht gedeckt ist, arbeitet man bei Ikea an einem „zukunftsfähigen Konzept“ zur Ausweitung der E-Mobilität. Die Auslastung des Angebots befindet sich laut Ikea seit einiger Zeit auf hohem Niveau. Eine signifikante Änderung des Ladeverhaltens durch Kunden aufgrund der aktuellen Energiekrise wurde allerdings nicht festgestellt.

E-Auto kostenlos laden: Es gibt auch regional begrenzte Angebote

Neben bundesweiten Handelsriesen mit durchaus groß gedachten Ausbauplänen finden sich alternativ noch regional begrenzte Angebote zum kostenlosen Laden. Ein Beispiel ist das Shopping Center „Berliner Freiheit“ in Bremen. Hier gibt es im Parkhaus eine barrierefreie 22-kW-Ladesäule, an der Besucher kostenlos Strom tanken können. Mit der Inbetriebnahme lange vor dem E-Auto-Boom hat die Center-Leitung Pionierarbeit geleistet. Während in den ersten Jahren fast gar kein Interesse bestand, sei in den letzten Jahren die Nachfrage kontinuierlich gestiegen. Das Angebot auf ein Bezahlsystem umzustellen, sei aktuell dennoch nicht geplant, wie das Center-Management mitteilt. Laut Nutzer-Kommentaren im Netz sind mittlerweile die Ladepunkte jedoch oft belegt. So oder so dürfte es also für E-Auto-Nutzer schwierig werden, an kostenlosen Fahrstrom zu kommen. (Mario Hommen/SP-X)

Rubriklistenbild: © MiS/Imago

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