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Für indische Dreiräder

Elektroautos: Second Life – neues Leben für gebrauchte Akkus

Das Teuerste an einem Elektroauto ist sein Akkupaket. Doch was geschieht damit, wenn es ausgetauscht wird? Mittlerweile gibt es eine Vielzahl intelligenter Lösungen.

Der Akku ist das schwerste und teuerste Bauteil eines Elektroautos – und gilt als das problematischste: Rohstoff-Gewinnung und Entsorgung sind umstritten. Eine effektive Wiederverwendung gebrauchter Batterien löst also zwei Probleme auf einen Schlag. Tatsächlich gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt unterschiedliche Verwendungen für Energiespeicher, deren Kapazität unter 70 Prozent gefallen ist und die für den Einsatz im Auto nicht mehr geeignet sind.

Elektroautos: Second Life – neues Leben für gebrauchte Akkus

Mal leben sie als wichtige Notstromspeicher weiter, mal sichern sie Rechenzentren ab oder beleuchten Fußballstadien. Audi etwa nutzt sie für seine eigenen Ladestationen, die Charging Hubs. Außerdem arbeitet die VW-Tochter mit einem indischen Start-up zusammen. Denn die dreirädrigen Tukt-Tuk, die durch Millionenstädte wie Mumbai, Dehli oder Chennai knattern, sollen sich nach Willen der Regierung sukzessive elektrisch werden – teilweise eben mit ausrangierten Auto-Akkus.

Effizientes Recycling: Anlage von BMW und Brilliance in China.

„Die alten Batterien sind noch äußerst leistungsfähig“, sagt Prodip Chatterjee, Mitbegründer des indischen Partners Nunam, „wenn sie in den richtigen Anwendungen eingesetzt werden, können sie eine große Wirkung haben und Menschen in herausfordernden Lebenssituationen helfen, ein Einkommen und ökonomische Unabhängigkeit zu erzielen – auf eine nachhaltige Art und Weise.“ Die bisher bereits elektrisch betriebenen Dreiräder sind zumeist mit Blei-Säure-Batterien unterwegs, die eine kurze Lebensdauer haben.

Elektroautos: Gebrauchte Akkus ersetzen öffentlichen Strom

Jaguar Land Rover, die britischen Marken des indischen Tata-Konzerns, haben zusammen mit dem italienischen Energieunternehmen Pramac einen Energiespeicher zur stationären Stromversorgung entwickelt. In einem ersten Schritt nutzt das mobil einsetzbare Speichersystem ESS (Off Grid Energy Storage System) Lithium-Ionen-Zellen aus bisherigen Prototypen und Vorserienmodellen des Jaguar I-Pace. Damit soll dort Energie geliefert werden, wo der Zugang zum öffentlichen Stromnetz nur eingeschränkt oder gar nicht vorhanden ist.

Cupra UrbanRebel: Elektroauto im Ibiza-Format

Die Seat-Tochter Cupra hat mit dem Urban Rebel ein Konzept für ein kleines Elektroauto unterhalb der Kompaktklasse vorgestellt.
Die Seat-Tochter Cupra hat mit dem Urban Rebel ein Konzept für ein kleines Elektroauto unterhalb der Kompaktklasse vorgestellt. © Cupra
Der Cupra UrbanRebel soll 2025 auf den Markt kommen und baut auf der „MEB Small“-Plattform des Volkswagen Konzerns auf.
Der Cupra UrbanRebel soll 2025 auf den Markt kommen und baut auf der „MEB Small“-Plattform des Volkswagen-Konzerns auf. Der Fronttriebler hat 226 PS und schafft den Sprint auf 100 in 6,9 Sekunden. Die Reichweite soll bei bis zu 440 Kilometer liegen.  © Cupra
Mit 4,03 Metern ist der Cupra UrbanRebel nur unwesentlich kürzer als der aktuelle Seat Ibiza (4,05 Meter).
Mit 4,03 Metern ist der Cupra UrbanRebel nur unwesentlich kürzer als der aktuelle Seat Ibiza (4,05 Meter). „Wir sind federführend bei der Entwicklung dieses Clusters, der Fahrzeugfamilie, die die nachhaltige urbane Mobilität demokratisieren wird“, sagte Werner Tietz, Vorstand für Forschung und Entwicklung. © Cupra
Ein nettes Gimmick: Der UrbanRebel-Schriftzug findet sich seitlich in den Rückleuchten des Elektroautos wieder.
Ein nettes Gimmick: Der UrbanRebel-Schriftzug findet sich seitlich in den Rückleuchten des Elektroautos wieder.  © Cupra
Auch 2025 bestimmt noch ein durchgehendes LED-Band die Designsprache des Hecks. Das markentypische Kupfer findet sich bei dem seriennahen Konzeptauto Cupra UrbanRebel jedoch kaum.
Auch 2025 bestimmt noch ein durchgehendes LED-Band die Designsprache des Hecks. Das Cupra-Logo befindet sich beim UrbanRebel nicht mehr in einem Quadrat unter der Leiste, sondern ist in diese integriert und leuchtet ebenfalls. © Cupra
Über der Heckscheiben befinden sich beim UrbanRebelzwei Luftleitelemente. Auffällig ist zudem, dass das markentypische Kupfer deutlich dezenter eingesetzt wird, als bei anderen Modellen.
Über der Heckscheiben befinden sich beim UrbanRebelzwei Luftleitelemente. Auffällig ist zudem, dass das markentypische Kupfer deutlich dezenter eingesetzt wird, als bei anderen Modellen. © Cupra
Das beleuchtete Cupra-Logo auf der Motorhaube dürfte wohl nur dem Konzept vorbehalten bleiben. Die Idee scheitert nämlich noch an den Zulassungsvorschriften.
Das beleuchtete Cupra-Logo auf der Motorhaube dürfte wohl nur dem Konzept vorbehalten bleiben. Die Idee scheitert nämlich noch an den Zulassungsvorschriften. © Cupra
Neben dem beleuchteten Markenlogo fallen die beiden massiven Lufteinlässe des Cupra UrbanRebel sofort ins Auge. Sie dienen zur Antriebskühlung und für die Aerodynamik.
Neben dem beleuchteten Markenlogo fallen die beiden massiven Lufteinlässe des Cupra UrbanRebel sofort ins Auge. Sie dienen zur Antriebskühlung und für die Aerodynamik. © Cupra
Das leuchtende Cupra-Logo wird auch im Innenraum wieder aufgegriffen. Das Multifunktionslenkrad erinnert derweil stark an einen Kontroller einer Spielekonsole. Passend dazu geht man auch beim digitalen Cockpit neue wegen und teilt die Informationen auf drei Bildschirme auf.
Das leuchtende Cupra-Logo wird auch im Innenraum wieder aufgegriffen. Das Multifunktionslenkrad erinnert derweil stark an einen Kontroller einer Spielekonsole. Passend dazu geht man auch beim digitalen Cockpit neue wegen und teilt die Informationen auf drei Bildschirme auf.  © Cupra
Die Sportsitze des zweiten Konzepts des Cupra UrbanRebel sind noch handgefertigt. Optisch setzt die junge Marke auf gelbe und kupferne Akzente sowie ein eingeprägtes Logo in der Kopfstütze.
Die Sportsitze des zweiten Konzepts des Cupra UrbanRebel sind noch handgefertigt. Optisch setzt die junge Marke auf gelbe und kupferne Akzente sowie ein eingeprägtes Logo in der Kopfstütze. © Cupra

Das ESS verfügt derzeit über eine Kapazität von bis zu 125 kWh – mehr als ausreichend, um ein Elektroauto aufzuladen oder ein Einfamilienhaus eine Woche lang mit Strom zu versorgen. Pramac setzt bis zu 85 Prozent der von Jaguar Land Rover gelieferten Fahrzeugbatterie direkt in der Speichereinheit ein, einschließlich der Module und der Verkabelung. Die restlichen Materialien werden wieder in die Lieferkette zurückgeführt. Ein ESS wird künftig auch im Jaguar Land Rover Experience Center in Johannesburg, Südafrika zum Einsatz kommen, um die schwankende Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz zu unterstützen.

Elektroautos: Recycling gebrauchter Akkus wird immer effektiver

Doch auch die Rettung der wertvollen Rohstoffe ist eine Option. So hat VW in Salzgitter eine erste Anlage für das Recycling von Hochvoltbatterien eröffnet. Ziel ist die industrialisierte Rückgewinnung von Rohmaterialien wie Lithium, Nickel, Mangan und Kobalt in einem geschlossenen Kreislauf, sowie von Aluminium, Kupfer und Kunststoff mit einer Wiederverwertungs-Quote von mehr als 90 Prozent – allerdings nur jener Stromspeicher, die nicht mehr anderweitig verwendet werden können. Größere Mengen von Batterie-Rückläufer werden frühestens Ende der 2020er Jahre erwartet. In einem ersten Schritt ist die Salzgitter-Anlage darauf ausgelegt, bis zu 3.600 Batteriesysteme im Jahr zu recyceln – das entsprächen rund 1.500 Tonnen Material. Später kann das System mit optimierten Verfahren auf größere Mengen skaliert werden.

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Auch das chinesische Joint Venture BMW Brilliance Automotive (BBA) hat einen geschlossenen Kreislauf zur Wiederverwendung der Rohstoffe Nickel, Lithium und Kobalt aus Hochvoltbatterien etabliert. Die Batterien stammen aus voll- und teilelektrischen Entwicklungsfahrzeugen, Testanlagen, Produktionsausschuss und künftig auch aus Altfahrzeugen. BBA arbeitet dafür mit einem lokalen Recyclingunternehmen zusammen, das ausrangierte Batterien zerlegt. Die Rohstoffe Nickel, Lithium und Kobalt aus den Batteriezellen werden anschließend für die Produktion neuer Batteriezellen für die BMW Group verwendet. Effektiver kann Recycling nicht sein. (Patrick Solberg/press-inform)

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