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Zeitenwende in Turin

Fiat legt Abarth an die Leine: Der Skorpion bekommt einen Elektrostachel

Auch Abarth wird elektrisch – mit dem 500e kommt der erste Rennwagen mit Elektrostachel auf die Straßen. Trotzdem klingt der kleine Sportler abartig gut.

Brüllende Motoren, rauchende Rohre, die Luft riecht nach verbranntem Benzin. Und die Symbolik passt auch noch dazu. Ein Skorpion in Angriffsstellung – das ist, nein, das war – die Welt von Abarth. Jetzt legt der Mutterkonzern Fiat das erste Modell der Sportmarke an die (Strom-)Leine. Die große Frage lautet: Zieht man dem Skorpion damit auch den Giftstachel?

Zeitenwende bei Abarth. Das neue Modell auf Basis des 500er Fiats gibt es jetzt auch mit einer elektrischen Antriebsalternative.

Fiat legt Abarth an die Leine: Der Skorpion bekommt einen Elektrostachel

Wenn es nach dem eher unkonventionellen Fiat-Boss Olivier Francois geht, dann ganz bestimmt nicht. Sein Urteil über den neuen Abarth 500e fasst er in sechs Worten zusammen: „Even faster, even meaner, even louder“, sei der Elektrobolide. Also schneller, gemeiner und sogar lauter. Von wegen The Sound Of Silence. Der Abarth brüllt abartig, wenn man den Soundgenerator einschaltet.

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am Weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

Ein starker Auftritt zumindest, das können wir nach der statischen Präsentation in der Mad-Max-würdigen Parkhaus-Auffahrt des ehemaligen Turiner Fiat-Werkes bestätigen. Alles andere müssen wir Monsieur Francois glauben, was er über den ersten Elektro-Abarth so alles erzählt. „More Abarth Than Ever“, mehr Abarth als je zuvor. Schauen wir mal, dann sehen wir es schon – beim ersten Fahrtest.

Vom Blitz getroffen. Das Logo von Abarth, ein angriffslustiger Skorpion, wurde zeitgemäß überarbeitet.

Fiat legt Abarth an die Leine: Frontspoiler und Heckdiffusor ganz in Weiß

Optisch ist der neue Abarth – wie schon immer – das etwas sportlichere Abbild des Serienmodells, also in diesem Fall des Fiat 500e. Hier und da ein paar kosmetische Korrekturen. Am auffälligsten sind noch der weiße Frontspoilereinsatz und der ebenfalls weiße Heckdiffusor, aber sonst gibt es kaum gravierende Einschnitte im Blechkleid.

Der Skorpion sitzt auch auch mitten auf dem Lenkrad. Er wurde deshalb zum Erkennungszeichen, weil Gründer Carlo Abarth im Zeichen des Skorpions geboren wurde.

Was auch für das Interieur gilt. Dunkle Verkleidungen für Säulen und Dachhimmel und nicht zu vergessen der „in Poison Blue gehaltene Griff, welcher zum Umklappen der Vordersitze dient“ – hier „harmonieren Stil und Sportlichkeit“ heißt es dazu leicht geschraubt im Pressetext. Geändert hat sich vor allem das Abarth-Logo. Hinter dem Skorpion entdeckt man jetzt einen Blitz. Sieht so ähnlich aus wie der berühmte Opel-Blitz. Macht aber nichts – ist ja auch der gleiche (Stellantis-)Konzern.

Fiat legt Abarth an die Leine: So viel kostet der elektrische Sportler

Grundsätzlich anders ist natürlich der Antrieb im Vergleich zum Vorgänger. Hier hätte man allerdings erwarten können, dass Abarth von der Leistung in die Vollen geht, um seine riesige Fangemeinde zu elektrisieren. Die Scorpionisti zählen insgesamt 160.000 Mitglieder, und weil sie so treu sind, bietet Fiat ein besonderes Geschenk an.

Die Erstausgabe mit dem passenden Namen Scorpionissima wird nur in einer Stückzahl von 1949 Exemplaren (dem Gründungsjahr der Marke) angeboten und zunächst auch nur den registrierten Fans. Die Launch-Edition mit Vollausstattung, zusätzlichen Seitenstreifen und Echtheitszertifikat kostet 43.000 Euro, das Cabriolet 46.000 Euro.

Fiat legt Abarth an die Leine: In 7 Sekunden von 0 auf Tempo 100

Motorsound hin, Optik her – die Wahrheit liegt auch bei Elektroautos unter der Motorhaube. Im Fall des Abarths 500e hört die Leistung allerdings schon bei 113 kW (155 PS) auf. Das ist passabel, aber keineswegs berauschend. Das reicht gerade mal für 7 Sekunden von null auf 100 - hier hätten die Italiener, die als erste im Kleinwagen-Segment einen elektrischen Roadrunner anbieten, schon eine größere Duftmarke setzen können. Und zwar völlig problemlos, weil mehr Leistung bei elektrischen Antrieben ja viel einfacher zu bewerkstelligen ist.

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Vielleicht hätte man dann auch nicht solche eigenwilligen Superlative bemühen müssen, wie etwa, dass die E-Variante zwischen Tempo 20 und 40 um 50 Prozent schneller ist als der Verbrenner. Oder dass der Elektro-Abarth in 1,5 Sekunden von 40 auf 60 km/h rennt und dem Benziner dabei 15 Meter abknöpft.

Fiat legt Abarth an die Leine: Kleines Auto, mittlere Batterie, großer Lader

Das Drehmoment des Antriebs liegt bei 235 Nm und dürfte bei einem Fahrzeuggewicht von 1.335 Kilogramm leichtes Spiel haben. Auch die Verteilung der Pfunde mit einem Verhältnis von 57:43 Prozent sowie der breitere Radstand lassen lässiges Fahrverhalten vermuten. Was aber noch zu beweisen wäre. Schließlich will man ja „More Abarth Than Ever“ anbieten.

Nur 1.335 Kilogramm schwer - da dürften die 155 PS leichtes Spiel haben mit dem Abarth 500e.

Das zumindest trifft auf die Ladegeschwindigkeit zu. Ausgestattet mit einem 85-kW-Lader pumpt man in den 42-kWh-Akku schon in fünf Minuten Strom für 40 Kilometer Reichweite. Ausreichend für den durchschnittlichen Tagesbedarf, rechnet Fiat vor. Insgesamt kommt man voll aufgeladen rund 250 Kilometer weit – bei einem Verbrauch von 18 kWh/100 km. Normalerweise! Aber ganz und gar nicht, wenn man sich die gute alte Rennfahrer-Weisheit von Carlo Abarth zu Herzen nimmt: „Sei schneller als gestern!“ Denn das kostet auch morgen noch jede Menge Energie. (Rudolf Bögel)

Rubriklistenbild: © Marco De Ponti/Fiat

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