Liebling der Frauen

Mercedes CLA: Zweite Generation wird schlauer und digitaler

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Viel über Leistung und PS hat Mercedes nicht gesprochen. Beim CLA stehen dafür die schlauen Funktionen im Mittelpunkt.

Er ist ein echter Herausforderer, ein Charmeur und ein Draufgänger. Und als solcher betört der CLA von Mercedes Benz vor allem jüngere Frauen.

Seit 2013 wurde er über 750.000 Mal verkauft. Und jetzt gibt es den George Clooney der Kompaktklasse ganz neu.

"Ja fahren kann man mit dem Auto auch!" Jörg Bartels, Leiter Entwicklung Kompaktwagen, blinzelt ironisch. Denn über Motoren, Getriebe und Fahrleistungen wurden bei der Vorstellung der zweiten Generation des CLA die wenigsten Worte verloren.

Neue Funktionen für die Mercedes Benz User Experience

Ist aber auch logisch, schließlich wurde das erfolgreiche Coupé, das vor allem Kunden anderer Marken weggelockt hat, bei der CES in Las Vegas präsentiert. Die Consumer Electronics Show ist mittlerweile die wichtigste Digitalmesse der Welt, bei der es nicht mehr so wie früher um besonders hochauflösende TV-Geräte, Spielekonsolen oder VR-Brillen geht. Sondern um alle Lebensbereiche – auch um die des Autos.

Und so redet man in Las Vegas weniger über PS und Drehmoment, sondern über die neuesten Features von MBUX – der Mercedes Benz User Experience. Oder auf gut Deutsch: Dem digitalen Butler, der auf Sprache und Gesten reagiert und sogar Fragen nach dem Alter von Donald Trump oder dem nächst gelegenen asiatischen Lokal beantwortet, das aber kein Sushi haben soll, dafür aber eine Kinderkarte. Auch Sport-Ergebnisse sucht das System ohne Fehl und Tadel heraus, die neuesten Börsenentwicklungen sowieso.

Ja in der Tat – das MBUX ist erwachsener geworden. Erstmals wurde es in der A-Klasse präsentiert. Und hatte noch leichte Schwächen. Statt die Frage nach den Motordaten zu beantworten, wich die Computerstimme beispielsweise mit einem "Ich kenne ihre Mutter noch gar nicht!" aus.

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MBUX erkennt Sprache und Gesten

Jetzt kann es sogar zwischen Fahrer und Beifahrer unterscheiden, sowohl was die Sprache als auch die Gesten angeht. Letzteres geht bei Tag- und Nachtlicht, benötigt wird dazu eine Innenkamera. Sie erkennt, woher die Bewegung kommt und ordnet sie dann zu.

Nicht nur Sprache, sondern auch Gesten soll die Mercedes Benz User Experience im neuen CLA verstehen.

"Die Konnektivitätsthemen sprechen halt mehr die jungen Leute an", meint dann auch Bartels. Vielleicht mit auch ein Grund, warum die CLA-Käuferschicht in den USA im Schnitt zehn Jahre jünger ist als der durchschnittliche Daimler-Kunde. Viele davon kauften vorher ganz andere Marken. "Die Eroberungsrate lag bei fast 70 Prozent", meint Dirk Kielhorn vom Produktmanagement bei Mercedes.

Beleuchtung richtet sich nach Stresslevel des Fahrers

Erobern ist das eine, vor allem wenn man wie damals ein ganz neues Segment aufmacht, aber den Kunden auch behalten, das ist schon eine ganz andere Nummer. Auch das hat der CLA geschafft. Nachdem sich die Leute für das kleinste Coupé der Daimlers entschieden hatten, so die Marktforschung, blieben sie auch danach Mercedes treu. Ein Eroberer mit Nachhaltigkeitseffekt sozusagen.

Jüngster Coup auf der digitalen Seite des CLA ist der Energizing-Coach, den man sogar mit seinem persönlichen Fitness-Assistenten am Armgelenk verbinden kann. Allerdings funktioniert das im Augenblick nur mit dem Gerät von Garmin.

Aufgrund der vorliegenden Daten wie etwa des aktuellen Stresslevels oder der Schlafqualität in der vergangenen Nacht errechnet der Digitaltrainer, welches Ambiente-Licht entspannend wirkt, welche Musik relaxt, aber nicht zum Einschlafen verführt und ob der Sitz gekühlt oder gewärmt werden soll. Oder vielleicht doch eine Massage nötig ist. Hier spürt man einen Hauch künstlicher Intelligenz, die als nächste Stufe der digitalen Assistenten in den Neuwagen Einzug halten wird.

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Leichte Designänderungen für den Mercedes CLA

Ja, fahren kann der CLA auch, aber bevor es losgeht noch ein Blick auf das Aussehen. Denn das Design wurde noch mal leicht nachgeschärft. Hier regiert die Emotion, vielleicht ein weiterer Grund, warum der CLA gerade bei der weiblichen Kundschaft so beliebt ist.

Am Design hat Mercedes nur leicht nachgeschärft.

Vorne bleckt das Coupé, das es auch als Shooting Brake (Kombi) gibt, die mittlerweile Mercedes typische Hai-Nase. Powerdomes, also Blechmuskeln, zieren die Motorhaube und am Kühlergrill sind "diamonds a girls best friend": Der CLA fährt mit einem Diamantgrill durch die Gegend.

Die Damenwelt liegt bekanntermaßen aber auch großen Wert auf die hinteren Werte. Noch knackiger und kerniger ist das Heck geworden. Die Rücklichter sind schmaler, die Schultern noch ausgeprägter – und weil die Kennzeichenhalterung auch noch in den Stoßfänger verlagert wurde, wirkt das Hinterteil noch aufreizender.

Mercedes CLA kommt zunächst mit 225 PS

Ach ja fahren – und jetzt auch wirklich – kann der Liebling der Frauen auch noch. Entwicklungsleiter Jörg Bartels: "Dass der CLA gut aussieht, und dass man sich nur reinsetzt um mit dem MBUX zu spielen, das alleine genügt natürlich nicht, da gehört das Fahrgefühl schon auch noch dazu." Dafür muss dem Beau zur Markteinführung zunächst ein 2-Liter-Benziner mit 225 PS (Verbrauch um die 6,5 Liter) genügen. Später folgt dann das ganze Motorprogramm von Daimler.

Dass da vermutlich auch ein AMG darunter sein wird, das dementiert freilich niemand. Ob die Light-Variante mit 306 PS aus dem neuen A35 AMG oder gleich die volle Dröhnung mit dem neuen AMG A-45 Aggregat (spekuliert wird mit 421 PS) – oder auch beides, das wird man sehen. Sicher ist jedoch: Auch ein durchtrainierter CLA wird bei der Damenwelt ankommen. Vielleicht sogar noch besser!

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Rudolf Bögel

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